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Klimaschutz-Supermarkt in Graz

Klimaschutz und Nachhaltigkeit rücken auch beim Bau von Supermärkten immer stärker in den Fokus. Die Umsetzung ökonomischer und umweltbewusster Aspekte bei der Errichtung und später im laufendem Betrieb sollen den ökologischen Fußabdruck minimieren und die Lebenszykluskosten senken. Ein kürzlich eingeweihter Supermarkt in Graz glänzt außerdem in ungewöhnlicher Optik und erzeugt sogar mehr Energie als er selbst verbraucht. Er ist somit der erste energieautarke Supermarkt Österreichs.

Generalplaner: LOVE architecture
Standort: Floßlendstraße 11, A–8020 Graz

Klimaschutz-Supermarkt
Eingangsbereich Nord: Die großzügige Öffnung lenkt viel Tageslicht in den Verkaufsraum und ermöglicht sowohl Mitarbeitern als auch Kunden Ausblicke ins Freie; Foto: Jasmin Schuller

Der Markt faltet sich als räumliche »Klammer« über das südliche Ende des Grundstückes. Diese Klammer ist im Norden zum Haupteingang breiter und höher und wird nach Süden schmäler und niedriger. So entsteht eine visuelle Sogwirkung in und durch den Markt und lässt diesen als offenen, hellen und freundlichen Marktplatz erscheinen.

Lageplan
Schnitt
Die markant gefaltete Gebäudehülle besteht aus feuerverzinktem Stahlblech. Sie erinnert an die industrielle Vergangenheit des Grundstückes; Foto: Jasmin Schuller
Im Inneren dominiert das Material Holz. Die Gegensätzlichkeit zur Außenhülle erzeugt zusätzlich Spannung; Foto: Jasmin Schuller
Eingangsbereich Süd; Foto: Jasmin Schuller

Technische Umsetzung:
Um das Ziel »Klimaschutzmarkt« zu erreichen, wurde eine Fülle von Maßnahmen getroffen. Eine hochdämmende Gebäudehülle minimiert Energieverluste und -einträge. Die Gebäudetechnik beinhaltet Raumlüftung, Wärmerückgewinnung, eine bauteilaktivierte Bodenplatte zum Kühlen und Heizen sowie Beleuchtung in LED-Technik und Tageslichtsteuerung. Bei der Materialwahl wurde auf die Verwendung nachhaltiger, trenn- und wiederverwertbarer Baustoffe geachtet. Alle Oberflächen sind möglichst frei von Lösungsmitteln und schädlichen Zusatzstoffen.

Im laufenden Betrieb nutzt der Markt die Abwärme der Kühlgeräte zur Heizung. Eine konventionelle Heizung ist damit nicht mehr erforderlich. Zusammen mit einer Photovoltaikanlage auf dem Parkplatz und einer Wasserkraftturbine im angenzenden Schleifach wird somit mehr Energie erzeugt, als der Markt benötigt. Das Zuviel an Energie kann wieder ins Netz rückeingespeist werden.

Um das Mikroklima am Standort zu verbessern, wurden möglichst viele Grünflächen geschaffen, beispielsweise auf dem Dach. Das Oberflächenwasser auf dem Grundstück kann großflächig versickern. Die Einhausung der Anlieferung minimiert Lärmemissionen.

Das Dach wird als fünfte Fassade mit kreis- und hügelförmigen Grünflächen gestaltet; Foto: Jasmin Schuller

Aspekte der Nachhaltigkeit:
Bereits bei der Planung wurde ein umfangreiches Rückbaukonzept erstellt. Die Auswahl der Materialien erfolgte nach den Gesichtspunkten des geringsten ökologischen Fußabdruckes und einfacher Rückbaubarkeit. So wurde das gesamte Dachtragwerk aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Die Außenwände wurden in Stahlbeton-Skelettbauweise ausgeführt und mit recyclebaren Leichtbau-Paneelen verkleidet. Die Fassadenkonstruktion aus Stahlblech kann vollständig recycelt werden. Bei allen Teilen wurde auf sortenreine Baustoffe, die einfach zu trennen sind, geachtet. So wurden alle Schichten des Flachdaches mechanisch befestigt, um den einfachen Rückbau sicherzustellen. Auch die Perimeterdämmung wurde lose verlegt und kann nach dem Rückbau des Gebäudes einfach entnommen und wiederverwendet werden.

 Peter Popp

Stichworte:
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