You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Foto: Maximilian Eisenköck, Neufeldersee, Wien, Österreich, Sommerhaus, Ferienhaus, Holzbau

Kohlschwarzes Sommerhaus: Anmutiger Holzbau am Neufeldersee

Das unweit von Wien entfernte Badeparadies am Neufeldersee ist kein natürlich entstandenes Gewässer, sondern die geflutete „Restgrube“ eines alten Braunkohletagebaus. Der See ist im Besitz der Fürstenfamilie Esterházy und hat sich vor allem im Sommer als familienfreundliches Naherholungsgebiet herauskristallisiert. Auf einem der unzähligen Privatgrundstücke um den See herum haben Maximilian Eisenköck Architekten ein Sommerhaus in einer filigranen, attikalosen Holzbauweise realisiert. Der hufeisenförmigen Baukörper umfasst einen gemeinsamen Patio und öffnet sich Richtung Seeufer der Abendsonne entgegen. Insgesamt drei Wohnungen sind in den beiden äußeren, zweigeschossigen Volumen untergebracht. Die Wohneinheit im nördlichen Riegel verteilt sich über zwei Etagen und verfügt im Obergeschoss über ein von Norden sowie Osten optimal belichtetes Maleratelier. Der Südriegel beherbergt die zwei anderen aufeinander liegenden Appartements, wobei das Obere über eine außenliegende, einzig aus Zugelementen bestehende Treppe erschlossen wird. Der eingeschossige verbindende Gebäudeteil, in dem sich eine Sauna und der Haustechnikraum befinden, dient der gemeinschaftlichen Nutzung und wird obendrauf als ausladende Panorama-Terrasse erlebbar. Nur die von Anfang an interdisziplinär gut funktionierende Planung mit handwerklich qualifizierten Firmen, machte die Umsetzung des anmutigen, keinem Standard entsprechenden Ferienhauses möglich. Der komplexe Holzrohbau wurde in der Zimmerei vorgefertigt und vor Ort auf einer Fundamentplatte aufgebaut. Der opake Teil der Gebäudehülle fügt sich aus rechteckigen, schwarzen Rahmen zusammen, deren Inhalt mit afrikanischen Okoumé-Holz-Platten gefüllt ist. Das insgesamt feine Erscheinungsbild sollte trotz der großzügigen Verglasungen im Norden und Süden bestehen bleiben. Daher setzten die Architekten auf beinahe rahmenlose Glaselemente, die partiell bis an die Gebäudeoberkante reichen. In den Wohnbereichen können diese gänzlich aufgeschoben werden, wodurch ein fließender Übergang von innen und außen entsteht. Trotz der großflächigen Ausblicke ist das Ferienhaus in den heißen Sommerperioden vor der Sonne geschützt, da die einzige südseitige Verglasung im Schattenwurf des südlichen Baukörpers liegt. Insgesamt beweisen die Architekten von Maximilian Eisenköck, dass man trotz ökologischer Anforderungen, durch individuelle Detaillösungen, hohe bauliche sowie architektonische Qualität erreichen kann.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

Licht und Raum

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.