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Kolumne: Im Dialog mit dem Bestand

Rück- und Umbau der Dornbusch Kirche in Frankfurt am Main durch Meixner Schlüter Wendt
Foto: Wüstenrot-Stiftung

Der Neubau „auf der grünen Wiese“ ist inzwischen eher die Ausnahme als die Regel: Rund zwei Drittel des Baugeschehens in Deutschland vollzieht sich laut aktuellen Zahlen innerhalb des bestehenden Gebäudebestands.

Zweifellos ist es ein Segen, dass es weiterhin auch den klassischen Neubau gibt. Gibt er doch Architekten die Möglichkeit, ein Gebäude zu errichten, das unbelastet von Bezugspunkten und Vorgeschichte aus sich selbst heraus eine architektonische Position darstellen kann. Dennoch erscheint die Arbeit in und mit dem Gebäudebestand als heimliche Königsdisziplin, also die anspruchsvollste Aufgabe des Bauens. Zur räumlichen Dimension treten hier zeitliche und kulturelle hinzu: Der Architekt wird zum Sachwalter kulturellen Erbes und interpretiert es neu.

Wo es gilt, Altes zeitgenössisch zu ergänzen, durch Addition, Kontrastierung oder die Collage mit neu hinzugefügten Elementen, glänzt ein Entwurf durch Konzeptstärke und seine Fähigkeit zur schlüssigen Verbindung mit dem Kontext des Vorgefundenen. Die Wüstenrot-Stiftung hat die Relevanz des Themas erkannt. Den 2008 von ihr ausgelobten Gestaltungspreis zum Thema nahm sie zum Anlass, die prämierten Arbeiten und viele weitere Einreichungen in einem umfangreichen Bildband zu dokumentieren.

Das Buch „Umbau im Bestand“ zeigt insgesamt 34 Projekte aus der gesamten Bundesrepublik – von effektvollen Alt-Neu-Kombinationen wie Peter Zumthors Umbau der Kölner Kirchenruine St. Kolumba bis zur gestalterischen und energetischen Ertüchtigung rasch gealterter 70er-Jahre Bürohäuser. Der erste Preis ging an das Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt Architekten für den Umbau einer Frankfurter Kirche aus den 60iger Jahren, die in DETAIL 11/2009 ausführlich behandelt wird.


Umbau im Bestand

Wüstenrot Stiftung (Hg.): 272 Seiten mit zahlr. Fotos und Plänen, 28,50 Euro, Karl Krämer Verlag, Stuttgart 2009.



Autor:

Frank Peter Jäger

Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

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