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Tectoniques Architectes, Villa B, Lyon, Studio Erick Saillet

Kompaktes Statement: Wohnhaus in Lyon

Inmitten eines großzügigen Grundstücks am nördlichen Stadtrand von Lyon machen sich die Architekten die Himmelsrichtungen zunutze und kreieren ein von zweierlei Terrassen gerahmtes Wohnhaus. Eine offene Sonnenterrasse im Süden und eine weitere vor Sonne und Wind geschützte Terrasse mit Pool im Norden bilden verschiedenartige atmosphärische Kulissen und Ausblicke. Während über die Südfassade viel Licht ins Innere gelangen soll und diese durch bodentiefe Verglasung im Erdgeschoss und Lochfenster im oberen Geschoss besticht, schafft die Nordseite lediglich im Wohngeschoss einen Bezug zum Außenraum. Eine additive Garage ergänzt die kubische Form und schafft einen bewussten Bruch des Ensembles. Zudem setzt sich im Außenraum überwiegend die Kombination aus sich durch die Witterung ständig verändernden Fichtenholzlamellen und dunklen Fensterprofilen durch, im Innenraum hingegen herrscht eine zeitlose Kombination aus geweißten Wänden und hellem Holz.



Die Wohngeschosse gliedern sich thematisch und strukturell in zwei Bereiche: Im Erdgeschoss schmiegt sich ein großzügiger Wohnbereich um einen starren Versorgungskern, der unter anderem die Nasszellen und die Erschließung beinhaltet und sich bis in das Obergeschoss fortsetzt. Über variable, raumtrennende Elemente können flexibel weitere Räumlichkeiten eingeschoben und ergänzt werden. Lediglich ein Büro auf der Nordseite befindet sich neben dem multifunktionalen Raum im Erdgeschoss. Im Obergeschoss liegen die Schlaf- und Arbeitsbereiche und die Badezimmer des Hauses. Allesamt ringförmig an der Fassade situiert und bis auf einen Lagerraum mit Fensteröffnungen ausgestattet, bilden sie den privaten Bereich des Hauses. Während im Untergeschoss die Belichtung von der einen zur anderen Seite durch den gesamten Raum funktioniert und der Außenraum durch den Inneraum zu fließen scheint, bleibt im privaten Bereich jeder Raum für sich.



Großzügige Gemeinschafträume zum Zusammenkommen im Erdgeschoss und private Rückzugsorte im Obergeschoss bilden ein funktionales Wechselspiel des hölzernen Wohnkubus. Während ebenerdig Durchblicke und der Bezug zum Außenraum überwiegen, kehrt sich die Thematik beim Hinaufsteigen in private Zonen um. Dort gelangt das Licht gezielt und punktuell durch die Lochfenster unterdessen unten eine nahezu vollständige Wandverglasung überwiegt und Innen und Außen miteinander verwebt. Ein zusätzlicher Sonnenschutz an den Fenstern und die Nutzung der solaren Einstrahlung, des Regenwassers, eines Wärmetauschers und eines additiven Ofens für kalte Tage sind nur ein Teil des Energiekonzeptes. Vor allem besticht der Bau aber durch die Wahl des Konstruktionsmaterials Holz und der Dämmmaterialien Mineral- und Holzwolle. Von der Natur gegeben und vor allem in ihrer Großzügigkeit den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Bewohner angepasst steht die Villa B damit nicht nur mit ihrem Namen für  »bioclimatique«.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 9/2015
Konzept: Urbanes Wohnen

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