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Wohnanlage Krøyers Plads Kopenhagen, COBE, Vilhelm Lauritzen Arkitekter, Rasmus Hjortshøj, Kopenhagen

Kompromiss geglückt: Wohnanlage Krøyers Plads in Kopenhagen

Knapp 200 Jahre währte der Hafenbetrieb am Krøyers Plads in Kopenhagen. Es folgten 20 Jahre vergeblicher Versuche, das Areal mitten im Stadtzentrum neu zu bebauen. Vor allem ein Projekt von Erick van Egeraat scheiterte am Widerstand der örtlichen Bevölkerung, die die geplante Gebäudehöhe kritisierte. Erschwerend kommt bis heute die Tatsache hinzu, dass für die Neubauten nicht wie sonst in Kopenhagen die Residenzpflicht gilt. Grundsätzlich können sich also reiche Privatleute oder Investoren die Wohnungen kaufen und sie dann die meiste Zeit im Jahr leer stehen lassen.

Betont vorsichtig ging daher die Immobiliengesellschaft NCC bei ihrem jüngsten Anlauf für eine Bebauung zu Werk. In drei Bürgerdialogen konnten die Anwohner ihre Erwartungen äußern: allen voran möglichst vielfältige, öffentliche Freiräume, maximal 30 m Gebäudehöhe und freier Zugang zum Wasser für jedermann. Die drei Neubauten (von denen ursprünglich nur einer für eine Wohnnutzung vorgesehen war) beherbergen 107 Wohnungen mit teils sehr unkonventionellen Grundrissen und durchschnittlich 180 m2 Fläche. In einen Teil der Erdgeschosse haben sich Läden und Restaurants eingemietet.

Inspirationen für den Entwurf holte sich das Architektenteam bei den umliegenden historischen Lagerhäusern. Die beiden Baukörper senkrecht zur Hafenmole erhielten eine vorgehängte Ziegelverkleidung auf vorgefertigten Fassadenmodulen in Stahlleichtbauweise. Die Fensterlaibungen und Loggien sind mit schwarz eloxiertem Aluminium ausgekleidet. Bei dem dritten Neubau an der Straße erhielten die Ostfassade und die beiden Stirnseiten eine Vormauerung aus Vollziegeln. Erstmals wurde am Krøyers Plads ein komplettes Bauprojekt mit dem »Nordic Ecolabel« zertifiziert, das sonst einzelne Baumaterialien für ihre Umweltfreundlichkeit und Schadstoffarmut auszeichnet. Teils war intensive Recherche vonnöten, um unbedenkliche Kleb- und Dichtstoffe am Markt ausfindig zu machen. Inzwischen bietet der Bauherr die Zertifizierung als Zusatzoption für alle seine Wohngebäude an.

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Weitere Informationen:

Landschaftsarchitekten: GHB Landskabsarkitekter
Tragwerksplanung: COWI
Elektro-, Lüftungs- und Sanitärplanung: NCC Teknik
Generalunternehmer: NCC Construction
Fassadenelemente: KMT Prefab
Dachelemente: WHR Entreprise
Fassadenfenster: Velfac
Dachfenster: Vitral, KMT Prefab

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 7+8/2018 mit dem Themenschwerpunkt »Urbane Räume«.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2018
DETAIL 7+8/2018, Urbane Räume

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