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Frank Kaltenbach, Konstantin Cricic

Konstantin Grcic: The Good, The Bad, The Ugly

Dass die Ausstellung aus drei unabhängigen Bereichen besteht, ist der Entstehungsgeschichte geschuldet. Angelika Nollert, die Kuratorin und Nachfolgerin von Florian Hufnagel als Direktorin der Neuen Sammlung, war 2014 auf der Design Basel vom TT-Pavillon von Konstantin Grcic dermaßen begeistert, dass sie ihn für die erneute Ausstellung in der Pinakothek der Moderne gewinnen konnte.

Die ursprüngliche Idee, den Pavillon in der Rotunde zu platzieren, konnte nicht realisiert werden, so wanderte er in den angrenzenden Wechselausstellungsraum. »Je länger die Konzeption für die Ausstellung dauerte, umso mehr Objekte wollte Angelika Nollert zeigen« erläuterte Konstantin Grcic das Gesamtkonzept bei der Vernissage. In den zwei Paternosterregalen rotieren jetzt bis zum 18. September 30 unterschiedliche Arbeiten, die wie aus dem Nichts aus der Sockelumschrankung auftauchen. Vom Foyer aus ist auch die mit Papp-Kunststoff und Metall-Mock-ups detailliert dargestellte Entwicklung des »Chair One« aus der Vogelperspektive zu überblicken. Im  Wechselausstellungsraum Temporär 2 kann etwas abseits, wie in einer eigenen Welt, bis zum 28. Februar der Audi TT-Pavillon entdeckt werden.

Kurze Werbepause

Was der Titel »The Good, The Bad, The Ugly« mit dieser interessanten Kombination zu tun hat? »Für mich ist jede Ausstellung genauso ein neues Projekt wie Produktdesign, der »Chair One« ist ja inzwischen schon über zehn Jahre auf dem Markt und natürlich muss man den Audi Pavillon in einem Museum anders präsentieren, als auf dem Podium einer Designmesse«.
Grcic hat folglich künstliche Stage-Sets geschaffen, die mit giftgrünen orthogonalen Rahmen aus Systemregalen die Diagonale Formensprache eines Designklassikers noch besser zur Wirkung bringen. Während der TT-Pavillon in Basel ganz dem Werbeslogan »Fortschritt durch Technik« folgend, vor silbernem Theatervorhang präsentiert wurde, wirkt die Inszenierung in München wie der fortschrittskritische Abgesang auf eine längst überkommene technikgläubige Gesellschaft. Der Hintergrund, eine Überlagerung der Wüste des »Death Valley« mit den in Smog getauchten Hochhausfassaden anonymer Wohnblocks ostasiatischer Megastädte, erinnert unweigerlich an den Filmklassiker Koyaanisqatsi von Godfrey Reggio in Zeitrafferästhetik, die durch die serielle Musik von Phil Glass noch überhöht wurde. Auch der Ausstellungstitel ist der Filmindustrie und dem kulturellen Gedächtnis der heute 50-jährigen (Grcic wurde letztes Jahr 50) entlehnt: dem Westernklassiker von Sergio Leone mit Clint Eastwood in der Hauptrolle aus dem Jahr 1966.

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