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London, David Adjaye, London Design Museum

Konstruktionen eines kollektiven Gedächtnisses: David Adjaye - Making Memory

Gibt es so etwas wie ein gemeinsames Erinnern? Die Arbeiten des französischen Soziologen Maurice Halbwachs bilden die theoretischen Grundlagen des sogenannten »kollektiven Gedächtnis« – die Annahme, dass ein Kollektiv zu einer gemeinsamen Gedächtnisleistung fähig ist. Wie aber funktioniert das gemeinsame Erinnern? Eine mögliche Antwort: Erinnerungskultur durch Baukultur – Memorabilien, die in Architekturen und städtischen Strukturen festgehalten werden.

Dieser Fragestellung widmet das Londoner Design Museum die derzeit gezeigte Einzelausstellung »Making Memory« des britischen Architekten David Adjaye. Grundlage der Ausstellung: Architektur und Erinnerung als ein semantisch miteinander verbundenes Begriffspaar zu verstehen, das bis in die räumliche Gegenwart hineinragt. Analog dazu gestaltet sich der Auftakt. Pyramiden und Mahnmale dienen als einführende Beispiele für Schauplätze des Erinnerns. Zwischen größtenteils dunklen Ausstellungswänden und mit atmosphärischer Musikuntermalung präsentieren sich insgesamt sieben von David Adjaye ausgewählte Projekte, die jenseits nationaler Grenzen historische Bezugspunkte hervorheben.

Die »National Cathedral of Ghana« erinnert an die persönliche Biografie Adjayes. Der mit der Schriftstellerin Taiye Selasi konzipierte »Gwangju River Reading Room« gedenkt den Gwangju-Aufstand im Mai 1980. Schlüsselmomente der afro-amerikanischen Geschichte halten das »Smithsonian National Museum« und das »Coretta Scott King and Martin Luther King Jr. Memorial« fest. Weltgeschichtliche Erinnerungen werden im »UK Holocaust Memorial and Learning Centre« und im »Mass Extinction Memorial Observatory« verarbeitet. Detaillierte Modelle, Fotografien, Skizzen und Videointerviews geben zusätzlich Auskunft über die jeweiligen Projekte. Ein originalgetreuer Ausschnitt des »Sclera Pavilion« ermöglicht ein immersives Nachdenken über die nicht ganz leichte Thematik, die trotz ihrer Schwere mit erstaunlicherweise wenigen Worten auskommt, und die wortgewaltige Architektur für sich sprechen lässt. 

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