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Théodore Gouvy Theater, Dominique Coulon & associés, Foto: Eugeni Pons

Kontrastreich: Théodore Gouvy-Theater von Dominique Coulon

Im Norden das Rathaus und ein Shoppingcenter, in südlicher Richtung vom Verkehr begrenzt – so fügt sich das Théodore Gouvy-Theater auf einem annähernd dreieckigen Grundstück zentral in das kleine Städtchen ein. Der prominente Bauplatz rührt vom Wunsch, den Kulturbau als neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Katalysator in das Stadtgefüge zu integrieren.

Dominique Coulon & associés Architekten entscheiden sich für einen Entwurf, der sich an den kleinteiligen Maßstab des umgebenden Zentrums anpasst. Anstatt eines monolithischen Riesen konzipieren sie den Baukörper als Konglomerat aus einzelnen Volumina. Diese differieren in Höhe und Maß und verleihen dem Theater je nach Betrachtungswinkel ein neues Gesicht. Bis auf die Sockelzone lassen sich die Geschosse nur schwer von außen ablesen.

Sämtliche Ansichten des Theaters sind in blütenreines Weiß getaucht und erscheinen in den oberen Stockwerken fast ausschließlich geschlossen. Im Erdgeschoss werden die makellosen Putzfassaden von Verglasungen unterbrochen, die Einblicke gewähren. Im Norden öffnet sich der Bau zu dem öffentlichen Platz hin: zum einen mit einer Glasfront, die den Eingang darstellt; zum anderen mit einem großen Panoramafenster im Dachgeschoss. Es schließt die Stirnseite eines auskragenden Volumenkörpers ab und ragt über den Zugangsbereich hinaus.

Im Hauptfoyer gibt es einen skulpturalen, großen Luftraum, der alle Stockwerke verbindet. Er schafft nicht nur spannende Blickbezüge quer durch den Theaterbau, sondern bringt viel natürliches Licht ins Innere. Eine große Treppe rundet den Bereich ab und führt den Besucher weiter. Der Weg zum Protagonisten des Baus – dem Auditorium – ist perfekt inszeniert und weckt mit schiefen Fluchten, schrägen Wänden und Sichtachsen die Neugierde des Betrachters. Eine Palette aus Beigenuancen in Kombination mit vereinzelten Sichtbetonoberflächen lenkt den Fokus auf die verwinkelte Geometrie.

Das Herzstück des Kulturbaus bildet das große Auditorium mit Platz für 800 Besucher. Dieses ist in seiner Konzeption auf ein hautnahes Kulturerlebnis aus – selbst die hintersten Sitzreihen sind nicht mehr als 20 Meter von der Bühne entfernt. In seiner Gestaltung kontrastiert der Aufführungssaal mit dem sonst so schlichten Bau. Ein dynamischer Mix in Rot-, Pink- und Orangetönen legt sich in einem graduellen Verlauf wie eine Hülle über den Publikumsbereich. Er überzieht sowohl die Oberflächen als auch das Interieur. Das zentrale, ansteigende Parkett wird im hinteren Bereich von einer Galerie eingefasst und teilweise überragt. Seitlich zieht sie sich ein Stück nach vorne, bevor sie in kantigen Paneelen ihren Abschluss findet. Sämtliche Wand- und Deckenflächen wirken wie gefaltet. Die Nahtstellen der Einzelteile bieten Raum für versteckte Installationen und Beleuchtung. Die Bühne dagegen ist in Schwarz gehalten und lässt die Schauspieler zur Geltung kommen.

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