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Kostenbewusste Transformation: Photographers’ Gallery in London

Die Photographers’ Gallery hatte sich zum Ziel gesetzt, durch den Erwerb eines neuen Quartiers im Zentrum Londons die Zukunft der Institution zu sichern. Der neue Sitz weist in jedem Fall erstklassige Räumlichkeiten auf und bietet die Möglichkeit, die Kunst der Fotografie in all ihren Formen zu beleuchten und ein breites Publikum anzusprechen.

Architekten: O'Donnell + Tuomey, Dublin
Standort: 16 - 18 Ramillies St., London W1F 7LW

Die Galerie befindet sich direkt an einer Straßenkreuzung zwischen Soho und Oxford Street. Von den endlosen Schaufensterreihen der Oxford Street aus erhascht man einen flüchtigen Blick auf das Eckgebäude; nach wenigen Schritten hinter die Kulissen des Londoner Stadtlebens erreicht man Ramillies Street, eine ruhige Gasse mit Lagern und Hintertüren für Warenanlieferungen und neuer Standort der Photographers‘ Gallery.

Das Gebäude folgt den Vorgaben des Bauherrn mit einer rationalen, vertikalen Anordnung der einzelnen Gebäudeteile. Das bestehende Treppenhaus wurde beibehalten und ein großzügiger Aufzug unmittelbar daneben gesetzt, der die Struktur des bestehenden Gebäudes so wenig wie möglich beeinträchtigt. Die Lesbarkeit des Gebäudes wird auch durch die klare, geschossweise Zuordnung der einzelnen Nutzungen verbessert. Auf den oberen zwei Etagen befinden sich größere Ausstellungsräume innerhalb der baulichen Ergänzung, während der intimere, durch Sicherheitsvorkehrungen geschützte Ausstellungsraum im alten Gebäudeteil untergebracht ist.

Ein tiefer Fassadeneinschnitt im Bereich des Erdgeschosses, wo sich die Cafeteria befindet, eine Öffnung im Boden des Erdgeschosses, die zu einem darunterliegenden Buchladen führt, das nach Osten orientierte Panoramafenster mit Blick auf die umliegende Dachlandschaft, ein Periskop-artiges Panoramafenster nach Norden, zur Cityskyline hin – das sind die besonderen Merkmale des Entwurfs, die auch das Verständnis der Architekten für den Kontext verdeutlichen. Innerhalb eines belebten Umfelds ist eine Begegnungsstätte für alle entstanden.

Das Lagerhaus in Ziegelbauweise mit Stahlskelett wurde erweitert, wobei die Lastzunahme auf die bestehende Struktur und die Fundamente so gering wie möglich gehalten wurde.
Aufgrund der Anforderung, helle, hohe Räume für die Galerie zu schaffen, wurde eine Stahlskelettkonstruktion entwickelt, die mit dem bestehenden Tragwerk zusammenspielt und stützenfreie Ausstellungsräume ermöglicht.


Der Baufortschritt im Zeitraum September 2010 bis Mai 2012:

Die aufgebrachte Putzoberfläche springt gegenüber der bestehenden Ziegelfassade hervor und die Fenster sind so ausgeführt, dass sie in die Wand hineinzugleiten scheinen. Die Putzfassade wurde in Anthrazit gestrichen, was im Zusammenspiel mit dem Sichtmauerwerk und den Elementen aus naturbelassenem Hartholz, dessen Farbe mit der Zeit zu einem silbergrauen Ton verwittert, ein stimmiges Bild ergibt. Die dunkle Fassade passt zu der Sprache der Fotografen, zur Optik einer Fotokamera und zum Logo der Photographers‘ Gallery. Das Gebäude enthält subtile formale Bezugnahmen auf die Schwarzweißfotografie, wobei die sorgfältig durchdachten Panoramafenster als Öffnungen zum städtischen Umfeld verstanden werden dürfen.

Als Kontrapunkt zu der dunklen Putzfassade sind die Panoramafenster von massivem, unbehandeltem Hartholz eingefasst; ihre sorgfältige Anordnung und Ausführung verleihen der Fassade einen handwerklichen Charakter. Die eher introvertierte Anmutung der oberen Gebäudeteile steht dabei im Kontrast zu diesen gerahmten Öffnungen. Im Fassadenbereich des Erdgeschosses schaffen Terrazzofliesen eine Verbindung zwischen der Straßenebene und dem Gebäudeinneren und bilden einen strapazierfähigen und attraktiven Fassadenabschluss. Dahinter steckt die in Architektur umgewandelte Absicht, der Galerie ein soziales Gesicht zu verleihen. Dafür sorgt auch die Cafeteria, von der aus man die Straße überblicken kann. Die Front aus Terrazzofliesen zieht eine optische Linie um die Ecke herum zum Eingang, der mit seiner Umrahmung aus Hartholz an einen Bilderrahmen erinnert. 

Ein Beitrag von Peter Popp und Emilia Margaretha.

Weitere Projekte zum Thema »Sanierung« finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 2013/4

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2013

Sanierung, Umnutzung, Ergänzung

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