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Kostenbewusstsein als Entwurfsstrategie

Atelier Kempe Thill

M 1:1500 Grundriss
M 1:1000 Grundriss
Schemata Kompaktheit von Punkthäusern

Dank industrieller Baumethoden und der politischen Basis der Sozialdemokratie entstanden in der Moderne vermehrt eigens für Menschen am Existenzminimum entwickelte Wohnungen. Der daraus hervorgehende sozial geförderte Wohnungsbau wurde meist mit »kostengünstigem Bauen« gleichgesetzt. Öffentliche Gebäude gehörten in eine andere Kategorie: Bis in die 1990er-Jahre waren die Budgets für diese in Europa oft weniger stark dezimierend, sodass selbst neu entwickelte Konstruktionen und teurere Materialien eingesetzt werden konnten. Während unserer Arbeit als Architekten in den Niederlanden kristallisierte sich jedoch ein anderes Bild heraus. Nicht mehr nur der Sozialwohnungsbau, sondern auch lokale und regionale öffentliche Bauprojekte sowie auch Umbauten und Renovierungen sind in ihren Budgets derart knapp bemessen, dass auch diese Gebäude in die Kategorie »kostengünstiges Bauen« fallen müssen. Auf der Suche nach dem optimalen Preis-Leistungsverhältnis stehen die niedrigen Kosten stets im Vordergrund – meist zu Lasten der Dauerhaftigkeit. Architektur wird mehr und mehr zum Konsumprodukt mit schneller Abschreibung. Parallel dazu wird – nicht zufällig – der Ruf nach »Nachhaltigkeit« immer lauter: als Symptombekämpfung eines strukturellen Fehlers im System. Die Ursachen der Entwicklung sind komplex. Teilweise liegen sie in den steigenden Lohnkosten und der dezentralen Verteilung des Geldes, vor allem aber im Neoliberalismus und dem Schwinden der Rolle der öffentlichen Hand.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 5/2012

Kostengünstig Bauen

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