25.11.2006

Kostenschub bei Baumaterialien - Auftraggeber und Auftragnehmer sollten Materialpreisgleitklauseln vereinbaren

Der konjunkturelle Aufschwung und die anziehende Baunachfrage führen zu einem rasanten Preisanstieg bei den Baumaterialien. Preisanhebungen um mehr als 10 % weisen im September 2006 Betonstahl, Bitumen, Schnittholz, Elektrokabel und Formteil für Rohrleitungen aus Eisen oder Stahl auf, und zwar sowohl im Vorjahresvergleich als auch im Vergleich zum Januar 2006.

Spitzenreiter sind sog. andere Mineralölerzeugnisse (z.B. Bitumen für den Straßenbau) mit einer Preissteigerung zum Vorjahr von 32,8 %. Weitere Positionen sind von Preisanstiegen gegenüber dem Vorjahr um mindestens 6 % betroffen.

Insgesamt weist die Preisentwicklung für die Erzeugerpreise für Baumaterialien im Vergleich zum Vorjahresmonat in 21 und zum Jahresbeginn 2006 in 16 von 25 maßgeblichen Positionen deutlich nach oben. Lediglich in drei Positionen liegen die Preise im September 2006 geringfügig unter denen im Januar 2006 bzw. in vier Positionen unter denen des Vorjahres.

Im Baugewerbe liegt der Anteil der Materialkosten durchschnittlich bei 27 % des Bruttoproduktionswertes (dies entspricht praktisch dem Umsatz). Während für die Betriebe des Bauhauptgewerbes der Anteil rund 24 %beträgt, machen die Materialpreise für das Ausbauhandwerk bereits nahezu 34 % der Rechnung aus. "Bei Materialpreissteigerungen von 6 - 10 % ist die Gewinnmarge schnell aufgezehrt", so der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Prof. Dr. Karl Robl. "Angesichts derartiger Kostenschübe empfehlen wir unseren Mitgliedsunternehmen die Vereinbarung einer sog. Materialpreisgleitklausel, insbesondere bei länger laufenden Bauvorhaben." So Prof. Robl.

Dies hilft auch, wenn aufgrund von Materialknappheit bei speziellen Materialen wegen der anziehenden Baunachfrage erst zu einem späteren Termin, zu dann höheren Preisen geliefert werden kann.

Robl: "Auch wenn es Meldungen aus einzelnen Regionen über auftretende Engpässe z.B. bei Dämmstoffen oder Bauholz gibt, generell hat die Baustoffindustrie noch keine Kapazitätsengpässe. Gerade in Bezug auf Dämmstoffe resultieren die Knappheiten aus dem Kapazitätsabbau in diesem Zweig während der letzten Jahre, daher kann es tatsächlich zu Lieferzeitverlängerungen kommen. Robl abschließend: "Lediglich 5 % der Betriebe des Bauhauptgewerbes melden laut IfO-Konjunkturtest im Oktober Knappheiten bei Material oder Personal. Panikmeldungen sind daher nicht angebracht. Wer jetzt bauen möchte findet ausreichend Firmen, Material und Personal."

Quelle: Bundesvereinigung Bauwirtschaft

Foto 1: Takashi Okamoto, Foto 2: Stefan Müller-Naumann, Foto 3: Miran Kambič

Foto 1: Takashi Okamoto, Foto 2: Stefan Müller-Naumann, Foto 3: Miran Kambič

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