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Kreativ nachhaltig - Bürogebäude von Paul de Ruiter in Amsterdam

Ein ehemaliges Industriegebiet am Fluss De Schinkel und in unmittelbarer Nähe zu Olympiastadion und Zuidas entwickelt sich gerade zu einem der kreativen Hotspots Amsterdams. Hier bauten Paul de Ruiter Architects eine Werkhalle zu einem nachhaltigen Bürogebäude um. Neben den Architekten haben sich inzwischen etliche Firmen aus der Medien- und Kreativszene in der Stahlkonstruktion niedergelassen.

Bürogebäude, Paul de Ruiter, Amsterdam, Werkhalle, Fußbodenheizung, geothermisches Speichersystem,
Foto: Pieter Kers

Nachhaltigkeit, Tageslicht und Flexibilität waren die wichtigsten Aspekte beim Umbau des Gebäudes mit Blick auf den De Schinkel. De Ruiter, seit seiner Bürogründung 1994 bekannt für kostengünstiges und energiebewusstes Bauen, sieht den ersten Schritt zur Nachhaltigkeit in seiner Entscheidung mit einem Bestandsgebäude zu arbeiten. Wände und Dach der ehemaligen Werkhalle aus Stahl wurden erhalten, ein altes Ziegelgebäude vor der Halle durch eine komplett verglaste Fassade ersetzt. Sie und ein zentral angeordnetes Atrium lassen so viel Tageslicht in das Gebäude, dass sämtliche Arbeitsplätze natürlich belichtet werden könnten.

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Foto: Pieter Kers

Atrium und Glasfassade haben eine zweite wichtige Funktion: Sie ermöglichen eine natürliche Lüftung, die nicht nur für ein konstantes und angenehmes Raumklima sorgt, sondern gleichzeitig zu dem niedrigeren Energiebedarf des Gebäudes beiträgt. Auch wurde ein energiesparendes Heiz- und Kühlsystem eingesetzt: Das gesamte Gebäude ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die mit einem unterirdischen geothermischen Speichersystem verbunden ist. Dieses 105 m unterhalb der Erdoberfläche liegende System speichert im Winter Kälte, die im Sommer zum Kühlen der Fußböden verwendet werden kann. In einer Tiefe von 70 m hingegen wird die Wärme gespeichert, die im Sommer aus dem Gebäude abgeführt wird. Wärmepumpen transportieren sie im Winter in das Gebäude zurück. So ist – ohne zusätzliche Energiekosten – über das ganze Jahr hinweg für ein angenehmes Raumklima gesorgt.

Das Äußere des neuen Bürogebäudes wird von einer verstellbaren Fassade – tagsüber Sonnenschutz, nachts Einbruchsicherung – aus perforierten Aluminiumblechen dominiert. Die von den Architekten selber entwickelte Fassade hat durch die Perforation auch in geschlossenem Zustand einen offenen Charakter. Die Aluminiumklappen werden, abhängig von Sonnenauf- und untergang, mittels Programmierung gesteuert, können aber auch manuell geöffnet werden.

Um möglichst viel Raum für Arbeitsplätze zu schaffen, unterteilten die Architekten den hohen offenen Raum der Werkhalle in zwei Geschosse. Bei der Renovierung kamen ausschließlich Recycling-Materialien zum Einsatz, genauso wie bei der Einrichtung. Damit das Tageslicht möglichst weit in die Räume eindringen kann, verzichtete man beim Innenausbau auf abgehängte Decken.

Mit der Aufteilung des Gebäudes wollten die Architekten ein Maximum an Interaktion und Flexibilität erreichen. Da das gesamte De Schinkel Gebiet sich in einer Phase des rapiden Umbruchs – von einem Industriegebiet zu einem Treffpunkt für Kreative – befindet, soll auch das Gebäude auf sich ändernde Anforderungen reagieren können. Die Arbeitsbereiche auf beiden Ebenen bieten flexible Nutzungsmöglichkeiten, so dass jeder Nutzer seinen Gebäudeteil gemäß seiner Anforderungen und Wünsche strukturieren kann. Austausch und Begegnung werden über das Atrium und offene Bereiche gefördert werden. Ziel der Architekten war es, die Nutzer des Gebäudes, Unternehmen aus unterschiedlichen Kreativbranchen, so von der Inspiration und Kreativität der anderen profitieren zu lassen.

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Foto: Pieter Kers

Objektdaten
Projekt: Valschermkade, Amsterdam
Addresse: Valschermkade 36D, Amsterdam
Brutto-Geschossfläche: 970 m2
Planungsbeginn:2007
Baubeginn: 2008
Fertigstellung: 2009
Architekt: Paul de Ruiter
Auftraggeber: Architectenbureau Paul de Ruiter, Lemming Film

Stichworte:
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