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Kühn und pointiert: Umbau des Palais Rasumofsky in Wien

Zwei bedeutende Kunstsammler erstanden das renovierungsbedürftige Palais von der Stadt Wien und richteten dort eine Kunststiftung mit Galerie, sowie im Dachgeschoss eine Appartement-Wohnung ein. Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes erforderte Fingerspitzengefühl. Nichtauthentische Einbauten wurden entfernt, Dachgeschoss und Treppenhaus vollständig erneuert, eine Tiefgarage gebaut – alles in Abstimmung mit dem Denkmalamt.

Architekt: Baar-Baarenfels Architekten
Standort: Rasumofskygasse 23, 1030 Wien-Landstraße, Österreich

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Foto: Vera Subkus

Das Palais wurde zur Zeit des Wiener Kongresses 1806 für Fürst Andrei Kirillowitsch Rasumofsky gebaut, den Diplomaten des russischen Zaren Alexander. Rasumofsky war Musikmäzen und Kunstsammler und sein Palais gilt als Juwel des Wiener Architekturerbes. Architekt des Ensembles von drei Gebäuden mit über 11.000 m² Nutzfläche war der Belgier Louis Montoyer. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude Schäden, die nur notdürftig repariert wurden und in der Nachkriegszeit verwahrloste das Haus.

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Grundriss EG: Baar-Baarenfels Architekten
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Grundriss DG: Baar-Baarenfels Architekten
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Foto: Vera Subkus

Bei der Neuinterpretation des Palais Rasumofsky ging es einerseits darum der historischen Form gerecht zu werden, andererseits eine zeitgenössische Lösung für die neuen räumlichen Anforderungen zu entwickeln.

Das neue Aluminium beplankte Dach, eine Stahlfachwerkkonstruktion, gestützt von einer Reihe von Vierendeel-Trägern, fügt sich ganz selbstverständlich in das bestehende Ensemble. Die Penthouse-Wohnung ist von Terrassen umgeben und verfügt über raumhohe vertikale Verglasungen. Sonnenschutzlamellen aus extrudierten Aluminium bilden die ursprüngliche Dachform, spenden Schatten und rahmen den Blick nach außen.

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Dachterrasse und Sonnenschutz, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Detail: Baar-Baarenfels Architekten
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Sonnenschutz, Foto: Vera Subkus

Das Erdgeschoss wurde, wohl ganz im Sinne des kunstliebenden Erstbesitzers, in eine sechs Meter hohe Galerie verwandelt. Die zwei größeren Räume wurden durch die Einfügung einer neuen zusätzlichen Ebene zwischen zwei freistehenden abgewinkelten Betonscheiben verbunden.

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Galerie, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Galerie, Foto: Vera Subkus

Das Treppenhaus gestaltete Baar-Baarenfels gänzlich neu mit einer organisch geformten Treppe aus Beton, die nicht an der Wand montiert ist – eine konstruktive Meisterleistung, da die Form sich aus dem statischen Kräftefluss ergibt. So wirkt die Betonmasse trotzdem schlank und elegant geformt, fast schwebend.

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Treppenhaus, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Treppenhaus, Foto: Vera Subkus

Der Fahrstuhlschacht von 13,70 m besteht aus selbsttragenden Glaswänden, an Stahlwinkeln montiert, um ein Maximum an Helligkeit und Transparenz zu erzeugen. Die Aufzugkabine besteht auf drei Seiten aus schwarzem Glas und durch die Glasdecke der Kabine soll der Benutzer die vertikale Bewegung möglichst deutlich wahrnehmen. Der Fahrstuhl bildet gleichzeitig den Übergang vom historischen Bauteil zu den modernen Appartement-Räumen im Dachgeschoss. Von dort überblickt man den Park des Palais sowie die benachbarten Gebäude.

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Portikus, Foto: Vera Subkus

Die Jury des World Architecture Festival 2013 würdigte die Arbeit des Architekten Baar-Baarenfels: „Es gibt womöglich nur einmal im Leben die Gelegenheit, ein 200 Jahre altes Gebäude mit großer historischer Bedeutung zu beeinflussen. Der Architekt hat durch seine Umsetzung die architektonische Auflösung eines Paradoxons geschafft: ein kühnes Design-Konzept, das im Ausdruck zart und pointiert ist.“

 

Weitere Fotos und Zeichnungen in der Galerie

Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Garderobe, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Küche, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Appartement-Raum, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Spa, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Treppenhaus, Foto: Vera Subkus
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Lageplan: Baar-Baarenfels Architekten
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Grundriss: Baar-Baarenfels Architekten
Umbau des Palais Rasumofsky in Wien, Baar-Baarenfels Architekten
Schnitt: Baar-Baarenfels Architekten

 

Alle Gewinner des World Architecture Festival 2013

(verlinkte Berichte in Englisch)

  • Civic and Community - Women's Opportunity Centre (Rwanda), Sharon Davis Design
  • Villa - Namly House (Singapore), CHANG Architects
  • Health - Rush University Medical Center New Hospital Tower (Chicago), Perkins+Will
  • Production/Energy/Recycling - A Simple Factory Building (Singapore), Pencil Office
  • Hotel/Leisure - Citizen M London Bankside (UK), Concrete
  • Sport - Splashpoint Leisure Centre (UK), Wilkinson Eyre Architects
  • New and Old - Conversion of the Palais Rasumofsky (Austria), Baar-Baarenfels Architekten
  • Transport - Sydney Cruise Terminal (Australia), Johnson Pilton Walker Architects
  • Culture and World Building of the Year - Aukland Art Gallery Toi o Tamaki (New Zealand), Frances-Jones Morehen Thorp and Archimedia
  • Future Projects Education - The Urban School In Elsinore (Denmark), EFFEKT, Rubow
  • Future Projects Competition Entries - National Maritime Museum of China (China), Cox Rayner Architects
  • Future Projects Residential - Siamese Blossom (Thailand), Somdoon Architects Ltd
  • Future Projects Experimental - White Collar Factory (UK), Allford Hall Monaghan Morris
  • Completed Building House - The Left-Over-Space House (Australia), Cox Rayner Architects, Casey and Rebekah Vallance
  • Completed Building Housing - 28th Street Apartments (USA), Koning Eizenberg Architecture
  • Completed Building Office - Statoil Regional and International offices (Norway) A-Lab
  • Completed Building Higher Education and Research - University of Exeter: Forum Project (UK), Wilkinson Eyre Architects
  • Completed Building Display - The Blue Planet (Denmark), 3XN
  • Completed Building Religion - Sancaklar Mosque (Turkey), EAA - Emre Arolat Architects
  • Completed Building Schools - Fontys Sports College (Netherlands) Mecanoo International
  • Completed Building Shopping - Emporia (Sweden), Wingardh Arkitektkontor
  • Future Projects Health - New Sulaibikhat Medical Center (Kuwait) AGi Architects
  • Future Projects House - Meditation House (Lebanon), MZ Architects
  • Future Projects Commercial Mixed Use - New Office in Central London (UK), Allford Hall Monaghan Morris
  • Future Projects Office - Selcuk Ecza Headquarters (Turkey), Tabanlioglu Architects
  • Future Projects Leisure-Led Development - Singapore Sports Hub (Singapore), Singapore Sports Hub Design Team (Arup Associates + DP Architects + AECOM)
  • Future Projects Masterplanning - Earls Court Masterplan (UK) Farrells
  • Future Projects Infrastructure - Brisbane Ferry Terminals Post-Flood Recovery (Australia), Cox Rayner Architects
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