You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Künstlerateliers in Aberystwyth

Architekt: Thomas Heatherwick, London

Foto: Edmund Sumner
Arts Centre, Aberystwyth, Heatherwick, Edelstahl, Fassade
Skizze: Thomas Heatherwick
Arts Centre, Aberystwyth, Heatherwick, Edelstahl, Fassade
Zeichnung: Thomas Heatherwick
Arts Centre, Aberystwyth, Heatherwick, Edelstahl, Fassade
Baustelle Arts Centre
Arts Centre, Aberystwyth, Heatherwick, Edelstahl, Fassade
Noppenmaschine
Arts Centre, Aberystwyth, Heatherwick, Edelstahl, Fassade
Foto: Edmund Sumner

Edelstahl ist eines der haltbarsten und widerstandfähigsten Materialien. Der Grund, warum es als Baustoff meist nur kleinteilig zum Einsatz kommt, ist der hohe Preis. Die acht Künstlerateliers für das Arts Centre der Kleinstadt Aberystwyth in Wales sind komplett in das edle Material gehüllt. Der englische Künstler Thomas Heatherwick konnte dennoch das niedrige Budget einhalten, das für das Projekt zur Verfügung stand: Der Trick besteht darin, das Blech sehr dünn zu walzen, da sich der Preis nach dem Materialgewicht richtet. Ein Walzwerk in Finnland schaffte es, das Material nach mehreren Durchläufen auf eine Stärke von 0,1 mm ­anstelle der sonst üblichen 1 bis 1,5 mm zu reduzieren. Das dünne Blech hat allerdings den Nachteil, dass es sich leicht verbiegt und die Wärme leitet. Das kreative Team machte jedoch aus der Not eine Tugend und knitterte das Blech »kontrolliert«. Hierfür entwickelten sie eine Walze mit ungleichmäßig verteilten Noppen, die das Blech in die gewünschte stabilere Form brachte. Eine rückseitig aufgebrachte harte Spritzdämmung verstärkt die Bahnen zusätzlich, eine weitere dickere, aber weichere Schicht aus Polyurethan dämmt die Fassade. Die eigentliche Tragstruktur der Einheiten besteht aus einem einfachen Holzständerwerk, auf das die Bahnen in Gebäudelänge montiert sind. Kanthölzer verbinden die innenliegenden Falze in den horizontalen Fugen. Anstelle einer Blechbahn ist längsseitig jeweils ein Fensterband eingepasst. Für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Ateliers sorgt zudem ein Oberlicht in der Dachfuge der mittig ­geteilten Einheiten, das sich in der Stirnfassade fortsetzt. Je zwei Künstler teilen sich einen der lichtdurchfluteten symmetrischen Einheiten. Die schillernden Hüllen des Künstlerdorfes wirken durch die Faltungen sehr lebendig und passen sich in ihrer Maßstäblichkeit der Umgebung an. Das Laub der Bäume spiegelt sich fragmentiert auf der metallischen Oberfläche und die bunte Kleidung von Passanten setzt ab und zu ­einen irritierenden Farbakzent.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2010

Fassaden

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.