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Foto: Adam Mørk

Kultur für alle: Vendsyssel Theater von Schmidt Hammer Lassen

Aus mehreren, kubischen Volumen setzt sich das Theater in Hjørring zusammen. Nach außen hin wirkt es geradezu zerstreut, im Inneren dafür umso fokussierter. Dank der optischen Unterteilung in mehrere Baukörper erschlägt es nicht die benachbarten Wohnhäuser mit seiner Präsenz sondern tritt mit ihnen in einen Dialog. Die warme, rostrote Cortenstahl-Fassade korrespondiert bei Tageslicht mit den braunen Ziegeln und roten Dächern. Wenn abends die Vorstellungen beginnen, zieht das Gebäude aber alle Aufmerksamkeit auf sich. LEDs beleuchten die Milchglasfassaden in farbigem Wechselspiel von hinten.

In den größtenteils geschlossenen Kuben sind die Bühnen sowie die Werkstatt untergebracht. Auf der Vorderseite des Komplexes werden sie von einem niedrigeren, über die gesamte Länge verglasten Gebäuderiegel zusammengehalten. In diesem Riegel befinden sich im Obergeschoss Büros, unten das Foyer und ein Café, aber auch die Zugänge zu den drei öffentlichen Bühnen – im Gegensatz zur Probebühne, die hinter den Konzertsaal rückt. Zwei verschiedene Bühnentypen stehen für Theatervorführungen zur Verfügung: eine Blackbox im Zentrum des Gebäudes und ein Amphitheater mit 430 Sitzplätzen.

Im Amphitheater zeigt sich, dass Schmidt Hammer Lassen Architects bei diesem Entwurf mit den Grenzen zwischen öffentlichen Bereichen und Backstage spielen. Die Künstlerlounge liegt oben, hinter den Zuschauerrängen, sodass eine unkonventionelle Blickbeziehung die beiden verbindet. Ausnahmsweise können die Schauspieler zu Beobachtern werden und die Besucher zu Darstellern.

Genauso werden im Außenbereich die Grenzen verwischt. Der Platz um das Theater herum ist dafür ausgelegt, geplante, aber auch spontane Veranstaltungen aufzunehmen. Das Theater soll sich als „lebendiger Organismus in die Stadt einbringen“, so Foldbjerg Lassen und jedem einen Zugang zu kulturellen Veranstaltungen ermöglichen.

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