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Henning Larsen, Town Hall, Eysturkommuna

Landschaftsbrücke: Rathaus in Eysturkommuna

Aus der Architekturgeschichte kennen wir Brücken, die mit Wachttürmen, Wohnhäusern und Läden bebaut sind. Eine Brücke, die zugleich als Rathaus fungiert, ist jedoch ein Novum. Der Neubau von Henning Larsen Architects überspannt einen kleinen Fluss in dem Dorf Norðragøta auf den Färöer-Inseln und vollzieht auch symbolisch den Brückenschlag zwischen zwei zuvor unabhängigen Kommunen, die 2009 zur Gemeinde Eysturkommuna fusionierten. Über der Flussmitte, im höchsten Teil des Gebäudes, liegt der Gemeindesaal, in dessen Mitte ein kreisrunder Glasausschnitt den Blick hinunter ins Wasser freigibt. Auch äußerlich sucht der L-förmig abgewinkelte Neubau den größtmöglichen Kontakt zum umliegenden Landschaftsraum. Gleichzeitig nimmt er Bezug auf die tradierte Bauweise der Bauernhäuser auf den Färöern mit ihren Grasdächern und schwarzen Holzverkleidungen. Wie beim Vorbild besteht das Dach aus zwei Lagen von Grassoden, die ohne zusätzliche Drainageschicht auf der Dachabdichtung abgelegt wurden. Lediglich ein Kunststoffnetz als Zwischenlage vermittelt den nötigen Halt. In der Rasenfläche führt ein öffentlich zugänglicher, gepflasterter Weg über das Dach und macht es als fußläufige Alternative zur nahe gelegenen Straßenbrücke nutzbar.

Konstruktiv ist das Rathaus ein Hybrid aus Stahlbeton- und Stahlbau. Dabei sind die tragenden Wandscheiben vorwiegend in der Gebäudemitte und das Stahlskelett hinter den Fassaden angeordnet, um dort großflächige Fensterbänder realisieren zu können. Das Brückendeck unter dem Ratssaal besteht aus Doppel-T-Trägern im Verbund mit einer Bodenplatte aus Stahlbeton.

Geht es nach dem Gemeinderat von Eysturkommuna, so bildet der Brückenschlag durch Henning Larsen Architects nur den Auftakt für Größeres: In den nächsten Jahren soll östlich des Rathauses ein kleiner Laden- und Gewerbekomplex als echtes Zentrum für die neu gegründete Gemeinde entstehen.

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Weitere Informationen:

Verantwortlicher Partner und Projektleitung: Ósbjørn Jacobsen
Ingenieure: Spenn, Leirvik (FO)/Veri-Con, Klaksvik (FO)/SMJ Consulting Engineers, Torshavn (FO)
Bauunternehmen: KBH, Toftir (FO)
Metallbau: Áway, Gøta (FO)
HLS-Installationen: Zacharias Leitisstein, Runavík (FO)/Klima, Sandavágur (FO)
Elektroinstallationen: Rók-El, Saltnes (FO)
Innenausbau: Stokholm, Torshavn (FO)

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 7+8/2019 mit dem Themenschwerpunkt »Architektur und Wasser«.
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
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