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Leben ohne Barrieren ist Wohnen mit Komfort

Barrierefreies Wohnen mit Komfort von EBH
Foto: Geze

Aktuellen Prognosen zufolge werden in Deutschland im Jahr 2040 mindestens doppelt so viele Über-Achtzigjährige leben wie heute. Altersgerechter Wohnraum wird demnach in den nächsten 30 Jahren ein begehrtes Gut werden. Im Bereich Bauen im Bestand ist dieser Bedarf bisher nur zu einem verschwindend geringen Teil erfüllt: So leben derzeit noch etwa 90 % aller Senioren im Alter von über 65 Jahren in nicht altersgerechten Wohnungen mit hohen Schwellen, engen Durchgängen, unpassender Möblierung und generell unzureichenden Bewegungsflächen. Die Anpassung dieser Wohn- und Lebensumstände an die Bedürfnisse älterer Menschen durch den Abbau von Barrieren ist demnach dringend erforderlich. In Hinblick auf gezielte Maßnahmen zum altersgerechten Umbau empfiehlt sich heute eine ganzheitliche Herangehensweise, die barrierefreies, komfortables Wohnen möglichst frühzeitig in den eigenen vier Wänden möglich macht und die grundsätzlich die Belange aller Nutzer im Sinne eines Universal Design umfasst.

Heute geht es nicht mehr nur um barrierefreies, behinderten- oder altengerechtes Bauen. Stattdessen sollte die komfortable Gestaltung aller Bereiche sowohl optisch als auch funktional ansprechend geplant werden, da die individuellen Anforderungen der jeweils einzelnen Lebenssituation ohnehin meist nur vordergründig sind. Der moderne Anwendungsbereich des Universal Design reicht vielmehr von der privaten Komfortsanierung bis hin zur normgerechten Planung und Umsetzung im öffentlichen Bau – so handelt es sich inzwischen bei 57 % aller genehmigungspflichtigen Bauten im Wohnbau um eine Sanierung.

 

Barrierefreies Wohnen mit Komfort von EBH
Foto: Granberg
Foto: Unternehmensgruppe Gretsch-Unitas

Zur Vereinfachung des täglichen Lebens bietet der Markt inzwischen eine Vielzahl an Detaillösungen. Gefragt sind vor allem (generations-)übergreifende Konzepte, die allen Nutzern, zu jeder Zeit, gerecht werden. Doch angesichts der Fülle verschiedenster Produkte und Ideen bleiben viele gute Lösungen weitgehend unbekannt oder ihre (technischen) Funktionen sind unklar. Die Komplexität barrierefreier und zugleich komfortabler Lösungen bedarf demnach einer produktübergreifenden Beratung und sollte – ähnlich wie dies bereits im Sanitär-Bereich geschieht – in einer Ausstellung präsentiert werden, welche die Möglichkeiten der Umsetzung in Hinblick auf Funktionalität und Design anschaulich darstellt. Qualifizierte Beratungsleistungen rund um das »technisch Machbare« sollten dieses Angebot im gesamten Planungsprozess abrunden. Hierzu gibt es seit einiger Zeit spezielle Ausstellungen von zertifizierten Baubeschlaghändlern, die verschiedenste Lösungen aus den Bereichen Zugänge, Sicherheitstechnik, Möbeltechnik, Fensterbedienung usw. präsentieren. So können generationenübergreifende, ergonomische und nutzerfreundliche Komfortlösungen aus den Bereichen »Öffnen und Schließen«, »Lüften«, »Orientierung« und »Küche« an praktischen Beispielen gezeigt und beraten werden.

Die Umsetzung von Universal Design ist besonders im barrierefreien Bau relevant, wird jedoch in seinen gestalterischen Details und Möglichkeiten kaum positiv genutzt und umgesetzt – möglicherweise auch, weil es an einer konkreten Definition des Begriffs mangelt. Architekten und Planer sollten daher in der Planungsphase die DIN 18040 als Bezugspunkt wählen. Als Beispiel für ­generationenübergreifend gestaltete, norm­gerechte Produkte und Lösungen bietet sich etwa eine Hauseingangstür mit keyless entry an, welche einen berechtigten Zugang automatisch erkennt. Eine solche Technik dient nicht nur der automatischen Türöffnung, sondern stellt auch eine überaus komfortable Alltagslösung für alle Generati­onen dar. Die Detailplanungen liegen hier nicht in der Gestaltung der Tür, sondern fangen im Vorfeld schon bei der komplexen Beschlagsplanung an. Hier sind Netzwerke mit dem Baubeschlag sinnvoll, wie z.B. die Netzwerkbildung der EBH AG mit dem Deutschen Institut für Gerontotechnik, um bereits in der Planungsphase günstige und kundenorientiert gestaltete Lösungen zu ­finden. So entstand hier die neue Konzeptreihe »Wohnen und Bauen mit Komfort«. Auch Gütesiegel wie etwa »GGT zertifiziert« (Siegel der GGT – Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik, Iserlohn) sind hilfreich bei der Orientierung und Beratung.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 9/2012

Konzept Wohnen im Alter

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