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Lebendige Struktur: Besucherzentrum Sparrenburg



Das am 17. September eröffnete Besucherinformationszentrum auf der historischen Sparrenburg soll als informativer und räumlicher »Kompass« agieren. Es übersetzt die Stilelemente der Burg in eine moderne Form aus Stampfbeton und gibt dem Ensemble der Festungsanlage eine neue Ordnung.

Architekten: Max Dudler Architekt, Berlin
Standort
: Sparrenburg, Am Sparrenberg, 33602 Bielefeld

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Außenaufnahme des Burggeländes. Foto: Stefan Müller

Das neue Besucherzentrum wurde von den Architekten als unabhängiges, eingeschossiges Volumen konzipert. Der Baukörper „lässt einen Spalt zwischen Alt und Neu offen“, er wahrt Distanz zu den Überresten der Festungsanlage mit Burgtor, Hauptgebäude und einem 37 Meter hohen Turm. Aus der Distanz wirkt der geschlossene Bau wie eine Erweiterung der Burgmauer, die den Blick auf den dahinter liegenden Innenhof abschirmt. Durch Positionierung am südöstlichen Rand des Burghofes gelingt es dem Neubau, die historische Substanz räumlich neu zu fassen.

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Lageplan, Grafik: Max Dudler
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Außenaufnahme des Burggeländes, Foto: Stefan Müller
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Außenaufnahme der Sparrenburg, Foto: Stefan Müller

Tritt man durch das Burgtor, das aus einem historischen Torhaus besteht, eröffnet sich nun eine neue Empfangssituation mit überdachter Sitzgelegenheit und drei zielgerichteten Erschließungsmöglichkeiten: geradeaus hin zum Burghof, nach links zum Burggebäude oder nach rechts zum Besucherzentrum.

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Blick durch das Burgtor, Foto: Stefan Müller
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Frontansicht des Neubaus, Foto: Stefan Müller
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Hintereingang, Foto: Stefan Müller

„Die Architektur ist keine Rekonstruktion eines bestimmten historischen Zustandes, sondern fügt sich als zeitgenössische Schicht in die wechselvolle Geschichte des Ortes ein“, sagt Max Dudler. Der Neubau integriert sich, indem er „die Sprache des Alten in eine moderne Form übersetzt“.

Der Stampfbeton greift das Muster des mittelalterlichen Naturmauerwerks in Farbe und Strukturierung auf. Die sinnbildlichen „Sedimentschichten gewachsener Steine“ betonen den handwerklichen Herstellungsprozess der lebendigen Fassadenstruktur. Die massive Gesteinsschichtung des Burgmauerwerks wird in einer monumentalen Fassade mit innenliegenden, schwarzen Fensterrahmen und abgeschrägter Laibung zur Außenfassade übersetzt und auch der Innenraum ist aus der gleichen massiven Materialität.

Neben der Neuinszenierung der Burgruinen fungiert das Besucherzentrum als Raum für den obligatorischen Museumsshop mit Ticketschalter. Ebenfalls integriert ist ein zum Burghof gerichteter Kiosk.

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Innenraum, Visualisierung: Max Dudler
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Grundriss Erdgeschoss, Grafik: Max Dudler
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Längsschnitt, Grafik: Max Dudler

Die Realisierung des neuen Besucherzentrums wurde im Rahmen eines Wettbewerbs im Jahre 2013 an Max Dudler Architekten übertragen. Noch in Bau befindet sich derzeit ein Informationspunkt für die nahegelegenen Garten- und Parkanlage Johannisberg. In Materialität, räumlicher Dimension und Fassadengestaltung wird dieser eine gemeinsame Sprache mit dem Besucherzentrum sprechen.

Projektdaten:
Material: Stampfbeton
Grundstücksfläche: 135,70 m²
Nutzfläche: 78,55 m²
Fertigstellung:
September 2014
Tragwerksplanung: Prinz & Pott GmbH, Bielefeld
Bauleitung
: Architektenbüro Stüwe, Bielefeld für Büro Max Dudler
Projektleiter: Simone Boldrin
Mitarbeiter:
Kilian Teckemeier, Thomas Back

Stichworte:
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