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Kühldecke, Lehm, Klimatechnik, ArgillaTherm

Lehm-Kühldecke statt Klimaanlage: eine nachhaltige Alternative?

1 l Wasser kann in Kühlsystemen die gleiche Energiemenge wie 3300 l Luft transportieren. Axel Lange, Geschäftsführer des Göttinger Unternehmens ArgillaTherm sieht dadurch einen deutlichen Vorteil von wassergeführten Deckenkühlungen im Vergleich zu luftgeführten Klimaanlagen. Neben der Effektivität und Energieeffizienz kommen der alternativen Klimatechnik weitere Pluspunkte zugute: So entstehen bei der wassergeführten Kühltechnik weder Zugluft noch Geräusche. Für Allergiker und Asthmatiker sowie in Zeiten erhöhter Vorsicht in Hinblick auf die Übertragung von Krankheitserregern kommt hinzu, dass ein Keimbefall und ein Virentransport durch Aerosolpartikel bei wassergeführten Systemen reduziert sind.

Was spräche dann gegen den Einsatz von Kühldecken?
„Problematisch ist bei Kühldecken in der Regel der Raumluftfeuchtigkeitsgehalt, die Raumluft muss zusätzlich mechanisch entfeuchtet werden“, erklärt Axel Lange. Sein Unternehmen ArgillaTherm entwickelt und produziert modulare Lehmklimasysteme zum Heizen und Kühlen von Gebäuden und ist ein Joint Venture aus Industrieunternehmen und dem Land Niedersachsen. Genau diesem Effekt wirkt der Naturbaustoff Lehm entgegen.

„Beim Lehmklima-Kühlsystem von ArgillaTherm wird die Raumluftfeuchte durch den Einsatz von Hochleistungs-Lehmmodulen mit natürlichem Aufsaugverhalten konstant gehalten. Bei abfallender Raumluftfeuchte wird die Feuchtigkeit wieder abgegeben. Zur Vermeidung des Feuchteanstiegs beim Kühlen müssen der Raumluft je 3°C Absenkung nur 2 g/m3 Wasserdampf entzogen werden. Gleichzeitig wird so der Taupunkt automatisch abgesenkt. Die Lehmmodule mit mindestens 35 % Anteil an dreischichtigen Tonmineralien können über 500 g/m2 Wasserdampf verarbeiten. Dies wurde von der MFPA (Materialforschungs- und -prüfanstalt) an der Bauhausuniversität Weimar geprüft und zertifiziert,“ so Axel Lange.

Erklärend fügt er hinzu: „Das System eignet sich zur Deckenkühlung in Gebäuden mit und ohne mechanische Luftentfeuchtung. Es kühlt auf angenehme und natürliche Weise durch entstehende Verdunstungskälte bei der Desorption. Die Feuchtigkeitsregulierung verhindert Schimmelbildung. Die Hochleistungs-Lehmmodule können in hohem Maße Schadstoffe und Gerüche aus der Raumluft absorbieren.“

Die Kühldecke beruht auf einem modularen und offenen Verlegesystem, das laut dem Hersteller Belegungsquoten von über 90 % erlaubt. Dabei werden die Rohre in eine eingeprägte Rillenstruktur ohne Kupplungen oder Verbindungen verlegt. Da die Kühlrohre oberflächennah im Abschlussmaterial eingebettet und dem Raum zugewandt liegen, soll das System reaktionsschnell und gut regelbar sein. Die Oberflächenbeschichtung von 5 mm Stärke erfolgt mit einem Naturkalk-Putzsystem.

Weitere Informationen: www.argillatherm.de

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