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Lehrbeispiel für nachhaltiges Bauen

Aus Sonne und Grundwasser gewinnt der Neubau eines Kindergartens von Georg W. Reinberg in Deutsch Wagram bei Wien einen großen Teil seiner Nutzenergie. Der Neubau verbindet passive und aktive Strategien der solaren Energienutzung mit einer Konstruktion aus Massivholz und Lehm. In einer zweijährigen Monitoring-Phase soll nun der Gebäudebetrieb überwacht werden.

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Foto: Rupert Steiner

Die Integration der Solarenergienutzung in den Gebäudeentwurf von Beginn an ist in den vergangenen 25 Jahren zu einer Art „Markenzeichen“ des Wiener Architekten Georg W. Reinberg geworden. Ein zweites Kennzeichen seiner Arbeit sind Baukonstruktionen, die dem Gedanken der Ökologie verpflichtet sind. Auch der jüngst fertig gestellte Kindergarten in Deutsch Wagram unweit von Wien entspricht diesen Leitgedanken: Der eingeschossige, nicht unterkellerte Baukörper besitzt eine klare Nord-Süd-Ausrichtung. Die Gruppenräume der Kinder öffnen sich über eine überdachte Terrasse nach Süden, zum Garten hin; die Nebenräume liegen dagegen an der Straße im Norden. Erschlossen wird das Gebäude von Osten über einen überdachten Vorplatz, von wo aus Besucher und Kinder in die zentrale „Spielhalle“ gelangen: einen breiten, über Oberlichter belichteten Erschließungsflur, der fast das gesamte Gebäude von Ost nach West durchläuft.

Bis auf die Fundamentplatte (aus Stahlbeton) besteht die tragende Konstruktion des Bauwerks komplett aus Brettsperrholztafeln, nicht tragende Zwischenwände ebenfalls aus Brettsperrholz oder Gipskarton. Innenwände sind mit Lehmputz verputzt oder mit Lehmbauplatten verkleidet.

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Foto: Rupert Steiner

Die Dachfläche wurde begrünt, so dass gemeinsam mit der neuen Bepflanzung etwa gleich viel Vegetation auf dem Grundstück vorhanden ist wie vor dem Bau des Kindergartens.

Das gesamte Gebäude wird über ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung be- und entlüftet. Ein Heiz- und Kühlregister übernimmt einen Teil der Heizfunktion und ermöglicht eine Vorkonditionierung der Außenluft im Sommer. Den Rest des Wärmebedarfs stellen eine Grundwasserwärmepumpe sowie 31 m2 Solarkollektoren bereit, die auf dem Sheddach der Erschließungshalle angebracht sind. Vorwiegend dienen die Kollektoren jedoch der Versorgung von Geschirrspüler und Waschmaschine mit Warmwasser. In anderen Kindergärten wird der teils erhebliche Energiebedarf hierfür elektrisch bereitgestellt.

In das Vordach im Süden sind 110 m2 Photovoltaik-Elemente integriert (Spitzenleistung 12 kWp), deren Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird.

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Grafik: Georg W. Reinberg

Im Rahmen eines Forschungsprojekts soll nun über einen Zeitraum von 2 Jahren ein Monitoring durchgeführt werden, das Funktion und Praxistauglichkeit des Projekts nachweist und den Betrieb der Haustechnik optimiert. Diese Evaluierung beinhaltet die Erstellung von Energiebilanzen des gesamten Gebäudes und einzelner Raumabschnitte und soll vor allem folgende Kennzahlen und Erkenntnisse liefern:

  • Informationen über die Einhaltung der Grenzwerte für Komfortparameter (CO2-Konzentration, Raumtemperatur und –feuchte),
  • Den Jahresheizenergie- und Jahresendenergiebedarf des Gebäudes
  • Die thermischen und elektrischen Energieströme innerhalb des Gebäudes
  • Den elektrischen Energiebedarf einzelner Verbrauchergruppen (Kochen, Kühlen, Licht, Lüftung, Nachheizung, ...)
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Foto: Georg W. Reinberg

Beteiligte Planungsbüros:

Architekt: Georg W. Reinberg, Wien
Statik: DI Riebenbauer, Graz
Bauphysik Consulting: IBO, Wien
Haustechnik und Passivhausberechnung: Team GMI, Wien
Elektroplanung: Eltec, Amstetten
Kulturtechnik: DI Wawra, Straßhof
Landschaftsplanung: DI Detzlhofer, Wien

 

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