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Leichtes Dach auf schweren Mauern – Museum für Hamburgische Geschichte (1991)

Das Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall ist eine Gründung der späten Kaiserzeit. Baubeginn war 1909 nach Plänen des Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher, fertiggestellt wurde das Backsteingebäude kriegsbedingt erst 1922. Ende der 80er-Jahre platzte das stadthistorische Museum buchstäblich aus allen Nähten, außerdem standen 1989 die Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag des Hamburger Hafens an. 
So fiel der Beschluss, eine bis dato nicht umgesetzte Entwurfsidee Fritz Schumachers zu realisieren und den L-förmigen Innenhof des Museumsbaus zu überdachen. 

Leichtes Stahl-Glasdach
Das Glasdach, das von Gerkan, Marg und Partner gemeinsam mit ihren Tragwerksplanern Schlaich Bergermann + Partner entwarfen, löste viele Herausforderungen auf einmal: Es war leicht, schnell und - wie von den Denkmalschutzbehörden gefordert – mit nur geringen Eingriffen in die historische Bausubstanz zu errichten, schützte die im Hof aufgestellten historischen Skulpturen vor der Witterung und war überdies mir nur geringen Kosten verbunden. Stahl-Glasdächer vergleichbarer Leichtigkeit waren seinerzeit noch völlig unbekannt; einzig Pilotprojekte wie Frei Ottos Multihalle in Mannheim boten – wiewohl aus ganz anderen Materialien realisiert – Inspirationsquellen für die Konstruktion. 

Tonnenförmige Schalen
Das Dach setzt sich aus zwei tonnenförmigen Schalen sowie einer Übergangskuppel am Scheitelpunkt des „L“ zusammen. Drei fächerförmige Unterspannungen, die ihrerseits an den Außenmauern des Museums rückverankert sind, sorgen dafür, dass im Dach auch unter asymmetrischer Last weitgehend nur Membrankräfte und kaum Biegung wirken. Die Gitterschale selbst setzt sich aus rechteckigen Stahl-Vollprofilen mit 60 x 40 mm Querschnitt zusammen. Auskreuzungen aus paarweise angeordneten Stahlseilen verhindern, dass ihre quadratischen Felder rhombisch verziehen. Weil der Innenhof nicht beheizt werden musste, reichte als Dachhaut Einscheibensicherheitsglas aus – auch das sparte Gewicht. Das ganze Dach ruht nahezu unsichtbar auf Randträgern aus Doppel-T-Profilen oberhalb der Dachtraufen, die punktuell durch die Ziegeldeckung hindurch auf der obersten Geschossdecke der Museumsflügel abgestützt sind.

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