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Bildungsensemble Terenten, feld72, Foto: Hertha Hurnaus

Lernen und Lehren: Bildungsensemble in Südtirol von feld72

Von dem Neubau des Kindergartens profitiert die Südtiroler Gemeinde bereits seit 2010. Um seinen kleinen Nutzern gerecht zu werden, präsentiert er sich nicht als kompaktes Volumen, sondern splittet sich in drei Teile auf. Es entsteht ein Spiel aus Transparenz und Geschlossenheit, das vor allem im Inneren durch die modern geplanten Raumsequenzen glänzt.

Seit 2017 komplettiert die erneuerte Grundschule das Bildungsensemble. Sie wird in jeglicher Hinsicht zum Bindeglied: Zum einen verknüpft sie den Kindergarten im Osten mit der Turnhalle, sowie dem Ortskern in westlicher Richtung und bildet über neue Durchgänge entlang des Baus eine Verbindung zwischen der Fußgängerzone im Norden und dem südlich gelegenen, öffentlichen Spielplatz. Zum anderen wird ihr über die gemischte Nutzung eine soziale Komponente zuteil. Durch die Integration der Dorfbibliothek entsteht ein gemeinsamer Anlaufpunkt für Alt und Jung, bei dem der generationenübergreifende Wissensaustausch in jeglicher Form im Mittelpunkt steht.

Äußerlich lassen die Architekten von feld72 den Bestand nahezu unangetastet. Sie beruhigen die Kubatur des 70er-Jahre Baus dezent und verleihen den Fassaden mittels rauem Putz eine Optik, die in ihrer Haptik mit den glatten Sichtbetonoberflächen des Kindergartenneubaus kontrastiert. Die Außenräume organisieren sich, bedingt durch eine leichte Hanglage des Grundstücks, auf verschiedenen Ebenen. Gemeinsam mit dem angrenzenden Kindergarten formt die Schule einen Vorplatz, zu dem hin sich auch die große Glasfront der Aula öffnet. Eine Terrasse schließt nach Süden an die Bibliothek im Untergeschoss an.

Bei der Konzeption des Raumprogramms setzt man auf Flexibilität und ein Umfeld, das zum Lernen animiert. Anstatt den Fokus auf die einzelnen Klassen zu lenken, liegt er auf dem Zusammenwirken der Bereiche. Rund um großzügige Gemeinschaftsflächen, die zum mit- und voneinander Lernen einladen, ordnen sich die Klassenzimmer an. Sie sind jeweils mit Verglasungen zur Aula und nach draußen hin versehen. Dies macht Blickbezüge quer durch die Schule und in die Landschaft möglich. Das Dachgeschoss wird zum Multifunktionsraum, der mit wandelbarer Möblierung jeglichen Anforderungen gerecht wird – sei es Basteln, Werken oder Kochen. Sämtliche Innenräume sind in hellen Farben gestaltet und dank neuer Öffnungen in der Gebäudehülle lichtdurchflutet. Details, wie zum Beispiel die tiefen Fensterlaibungen, die als Nischen ausgebildet zu Sitzbänken oder Stauraum werden, strahlen – in Holz gefertigt – einen warmen Charakter aus.

Abgerundet wird das Projekt von der öffentlichen Dorfbibliothek, die gemeinsam mit der Mensa im Untergeschoss untergebracht ist. Bei ihrer Gestaltung setzt man auf Kleinteiligkeit. Es gibt Zonen für die verschiedenen Altersgruppen und die unterschiedlichen Medien. Ein zentraler Teil, in dem sich die Ausleihe befindet, fasst die einzelnen Bereiche zusammen. Nischen und Sitzstufen laden zum Schmökern ein und sorgen für ein gemütliches, privates Ambiente in der Bibliothek. Dieses wird durch Farbcodes und Ausblicke in die Landschaft stimmig ergänzt.

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Weitere Informationen:

Mitarbeiter: Yuliana Abisheva, Martin Bauer, Tamara Egger, Marino Fei, Carl Friedrich, Rinor Kaba, David Kovařík, Melanie Machek, Gerhard Mair, Edoardo Nobili, Ralph Reisinger

Eine ausführliche Print-Dokumentation zum Thema »Orte der Bildung und Begegnung« finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL inside 1/2018.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
INSIDE I1/2018
DETAIL inside 1/2018

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