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Riehen, Wohnhaus, Reihenhaus, Sanierung, Innenausbau, Schweiz

Licht- und Raumgewinn: Umbau eines Wohnhauses in Riehen

Den Bestand von 1879 beziehungsweise 1930 charakterisierten vor dem neuesten Umbau ein verschachtelter Grundriss und nur geringe Zufuhr an Tageslicht. Tobias Hilbert vom Baseler Büro Hilbert Architektur schaffte durch gezielte Eingriffe ein helles und großzügiges Raumkonzept, wobei der Charakter des Wohnhauses erhalten und gleichzeitig aufgewertet werden konnte. Mit dem Abbruch einiger Innenwände erhielt das Erdgeschoss erheblich mehr Licht. Dennoch ließ eine geschickte Zonierung die ursprüngliche Struktur weiterhin erkennen. Aus dem offenen Wohn-, Ess- und Küchenbereich eröffnet sich nun der Blick in den Garten, lediglich ein Raumteiler sowie eingefügte Unterzüge kennzeichnen die frühere Gliederung. Im Wohnbereich konnte die vormals tief abgehängte Decke durch eine neue Holzdecke ersetzt werden. Hier blieben die Balken sichtbar, sodass ein höherer Raumeindruck entstand. Durch die Verlegung der Heizung ins Dachgeschoss konnte der vorhandene Kamin für den Einbau eines Cheminées genutzt werden. Die gesamte Raumhülle prägen helle Töne. Einen bewussten Kontrast setzten die Architekten durch ein dunkles Raumelement im Küchenbereich, das gleich mehrere Funktionen aufnimmt. Hier sind neben den Küchenschränken auch eine Garderobe sowie ein Gäste-WC untergebracht. Der neugewonnene Stauraum erlaubte es, auf Oberschränke an der wandseitigen Küchenzeile zu verzichten.

Stimmige Summe einzelner Details
Auch im Obergeschoss wurden Innenwände entfernt sowie der schmale Flur verbreitert. Durch die Zusammenlegung von zwei kleinen Räumen konnte ein größeres Schlafzimmer gewonnen werden. Das größere der beiden innenliegenden Bäder erhielt ein Oberlicht, wodurch auch hier ein Gewinn an Helligkeit und Tageslicht erzielt werden konnte. Den Boden bekleiden Zementmosaikplatten von Via in changierenden Blautönen. Diese bilden eine der wenigen farbigen Komponenten innerhalb der unmöblierten Innenräume. Insgesamt legte der Architekt Wert darauf, möglichst wenige und naturnahe Materialien einzusetzen. Die Böden der Wohn- und Erschließungsflächen bestehen aus gebürsteten, geölten Eichendielen. Die Wände sind mit einem hellen, roh belassenen Kalkputz versehen. Die Decken wiederum sind mit Gips abgeglättet und ebenfalls roh belassen. Die Treppen im Inneren des Wohnhauses, die bis in ein ausgebautes Zimmer im zweiten Obergeschoss führen, wurden von zahlreichen Lackschichten befreit, deren Geländer mit Ölfarbe gestrichen und die Treppenstufen ebenfalls neu geölt.


Aufwertung der Schnittstelle von Innen und Außen
An den beiden Schauseiten erfolgten weitere Eingriffe, die das Haus teilweise seinem Originalzustand näherbrachten. So wurde beispielsweise ein in den 1980er Jahren hinzugefügtes Vordach an der straßenzugewandten Fassade entfernt, wodurch sich das Reihenhaus wieder passender in die Nachbarbebauung einfügt.  An der gartenzugewandten Gebäudefront konnte auf einen Anbau, der über zwei Geschosse ging und WC-Räume beinhaltete, verzichtet werden. Der Wohnraum schließt hier mit einer vollverglasten Wand beziehungsweise einem Schiebetürelement ab. Eine Holztreppe, die außen über die gesamte Breite des Hauses verläuft und zum Verweilen einlädt, verbindet den Wohnraum mit dem Garten. Ein Teil dieser Treppe ist hochklappbar und ermöglicht eine außenliegende Erschließung des Kellers. Letztendlich überführen viele ausgeklügelten Details das Wohnhaus in die heutige Zeit, werten die ursprüngliche Substanz entschieden auf und wahren gleichzeitig ihren historischen Charakter.

 

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