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Lifting im Bikini – Aufzugsanlagen für das »Bikini-Haus« Berlin

Aufzugsanlagen für das »Bikini-Haus« Berlin

In den 1950er Jahren stand das »Bikini-Haus« im Berliner Zooviertel wie kaum ein anderes Gebäude für den Wiederaufbau und die Freiheit der Hauptstadt. Mit seiner zweiteiligen Baustruktur spiegelte die Büro- und Geschäftsimmobilie eine – für damalige Verhältnisse – revolutionäre und einzigartige Architektur wider. Im Laufe der Zeit büßte der langgezogene Flachbau einiges von seinem Glanz ein. Gegen Ende der 1970er Jahre wurde auch das namensgebende Luftgeschoss in der Mitte zugunsten einer Kunsthalle geschlossen. Mit der Neueröffnung im Frühjahr 2014 hält jedoch der Geist des Besonderen wieder Einzug in das inzwischen denkmalgeschützte Gebäudeensemble.

So lautet das Motto des Projekts passenderweise auch heute noch »Lebe anders«. Dieser Leitgedanke wurde detailgetreu auf die Inneneinrichtung adaptiert. Das wird an der Erschließung der einzelnen Etagen besonders deutlich: Die vielfältige Gestaltung der Aufzüge passt sich dem einzigartigen und individuellen Charme des Ensembles nahtlos an. Das gesamte Objekt ist mit insgesamt 19 Anlagen des Herstellers Schindler ausgestattet. Um den individuellen Charakter der einzelnen Gebäudeteile widerzugeben, wurden mehrere Einzelanfertigungen installiert.

Aufzugsanlagen für das »Bikini-Haus« Berlin

Bei einem Besuch des Shoppingcenters wird das Gebäudemotto der Individualität bereits deutlich. Statt der üblichen Mall-Partner setzen die Betreiber auf lokale Mode- und Gastronomieanbieter, die dem Käufer ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis bescheren sollen. Entsprechend einzigartig sind die acht Kundenaufzüge gestaltet, die in Zweiergruppen die auf drei Etagen die insgesamt 17.000 m² große Fläche erschließen. Die Sonderanfertigungen sind mit Glaskabinen ausgestattet, deren Wände mit einem Fell in Chinchilla-Optik überzogen wurden.

Für den Mietertransport stehen hingegen drei Standardanlagen »Schindler 5500« zur Verfügung, die auf Basis der Designlinie »Times Square« eine klare Gestaltung aufweisen. Die hochwertigen Edelstahlwände sind mit einem klassischen Noppenboden kombiniert. Eine Besonderheit ist der mittig unterbrochene Rückseiten-Spiegel, durch den eine optische Verlängerung des Raums entsteht.

Aufzugsanlagen für das »Bikini-Haus« Berlin

Das zum Areal gehörende Kino »Zoo Palast« wurde bereits im Dezember 2013 wiedereröffnet. Ursprünglich im Jahr 1957 nach den Entwürfen des Kinospezialisten Gerhard Fritsche erbaut, stellte das Lichtspielhaus ein architektonisches Novum im Deutschland des Wirtschaftswunders dar: Als »Bikino« verfügte das Gebäude erstmals über zwei Säle unter einem Dach.

Für den aktuellen Umbau legte Anna Maske vom Architekturbüro Maske + Suhren großen Wert darauf, den Charme der historischen Kinopaläste in die Gegenwart zu transportieren und dem Zuschauer einen »Platz zum Träumen« einzuräumen. Diese Atmosphäre wurde auch auf die beiden Aufzugsanlagen übertragen: Kabinentüren und -wände in Ahornfurnier sowie ein braunroter Teppichboden stehen für die Einrichtung der klassischen Lichtspielhäuser. LEDs sorgen im Zusammenspiel mit der goldenen Dibond-Decke für eine effektvolle Beleuchtung. Das Bedientableau weist zudem mit einer spiegelpolierten Oberfläche eine edle Gestaltung auf.

Bei einem der beiden Modelle handelt es sich um eine modifizierte Standardausführung, die als Durchlader zwischen zwei Etagen pendelt. Der zweite Aufzug steht hingegen als Sonderanfertigung für die gesamten sechs Stockwerke zur Verfügung. Das Besondere dabei: Die Fahrgäste steigen vorne ein und verlassen den Lift an der rechten Seite wieder. Diese Speziallösung wurde notwendig, um den alten Schachtkonstruktionen gerecht zu werden. Sie durften aufgrund des Denkmalschutzes nicht baulich verändert werden.

Ob klassisches Kino, lokales Einkaufszentrum oder auch in dem angeschlossenen Hotel: Mit ihren vielfältigen Gestaltungen unterstreichen die Aufzugsanlagen die unterschiedlichen Gebäudenuancen des »Bikini Berlin«. Dabei hat sich die Lösung aus modifizierten Standardanlagen und Sonderanfertigungen bewährt, um die denkmalgeschützten Immobilien komplett barrierefrei zu erschließen und gleichzeitig optische Highlights zu setzen.

www.schindler.de

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2014

Treppen, Rampen, Aufzüge

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