You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

London 2012 – Basketball Arena

Die Basketballspiele zählen zu den stimmungsvollsten Wettbewerben der Olympischen Spiele. Auch London bietet hierfür gute Voraussetzungen: Die effektvoll inszenierte Außenhaut der neuen Basketball Arena lässt Spektakuläres erwarten, trotz knapper Budgets. Sie zeigt damit vor allem, dass visuell aufregende Gebäudehüllen und kosteneffizientes Bauen kein Widerspruch sein müssen.

Architekten: Wilkinson Eyre Architects, London
Projektteam:
 SKM mit Wilkinson Eyre Architects und KSS Design Group
Standort: Olympic Park, Stratford, London

Fassadendetail Basketball Arena, Foto: Wilkinson Eyre Architects
Fassadendetail, Foto: Wilkinson Eyre Architects

Die Basketball Arena gehört zu den größten temporären Wettkampfstätten in der Geschichte der Olympischen Spiele. Die 49 Millionen Euro teure Halle hat beeindruckende Dimensionen. Mit 115 Metern ist sie länger als ein Fußballfeld, mit 35 Metern fast so hoch wie ein siebengeschossiges Haus. Umhüllt von einer 20.000 m² großen Membran aus weißem, recycelberem PVC wirkt der Baukörper trotz seiner Ausmaße keineswegs monströs.

Ein ausgeklügeltes Sekundärsystem sorgt dafür, dass die transluzente Membran plastisch "durchgeformt" wird: In drei verschiedenen Radien und unterschiedlichen Winkeln spannen diagonal angeordnete Bogenstangen von Stahlstütze zu Stahlstütze und "zeichnen" ein abstrakt komponiertes grafisches Muster auf die scharfkantig darüber gespannte PVC-Oberfläche. Die daraus resultierenden Licht- und Schattenspiele verleihen der Fassade eine visuelle Wandlungsfähigkeit, die die enormen Ausmaße der Arena in den Hintergrund treten lassen.

Foto: Edmund Sumner, © ODA

Konzeptionelle Überlegungen statt fertiger Wettbewerbsentwürfe standen im Mittelpunkt des ambitionierten Auswahlverfahrens für die nur in diesem Sommer genutzte Basketball Arena. Als Einziges unter den Bewerbern entwickelte das siegreiche Team um Wilkinson Eyre Architects vier verschiedene Varianten, die differenziert aufbereitet zur Diskussion gestellt wurden.

Enge Budgets und hohe Öko-Bilanzierungs-Ansprüche begünstigten schließlich die Entscheidung für ein konsequent funktional optimiertes Lowtech-Projekt, das auf aufwändige Bodengründung, Wärmedämmung und Heizung verzichtet, leicht demontierbar ist und mit einem möglichst niedrigen ökologischen Footprint an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann.

Explosionszeichnung der einzelnen Schichten, Grafik: Wilkinson Eyre Architects, Baustellenfoto Stand Mai 2010, Foto: Anthony Charlton, © ODA
Das Haus-im-Haus Konzept, Rendering: Wilkinson Eyre Architects
Fassadenschnitt, Grafik: Wilkinson Eyre Architects
Das Tragwerk ermöglicht eine schnelle Montage und Demontage, Foto: Edmund Sumner

Hülle und Innenraum der Arena sind weitgehend voneinander getrennt. Die leicht demontierbare Gerüstkonstruktion der Tribünen erlaubt maximale Flexibilität: In der 12.000 Sitzplätze fassenden Basketball Arena sollen auch Handballspiele stattfinden, während der Paralympics kommen weitere Ballsportarten hinzu. Die Sitzkapazität verringert sich dann aufgrund des größeren Platzbedarfs auf 10.000 Plätze. Mit dem Haus-im-Haus-Konzept lassen sich diese für eine Multifunktionshalle notwendigen Umbaumaßnahmen inerhalb eines Tages umsetzen.

Die Sitzschalen in schwarz und orange erinnern in ihrer Anordnung an das Muster eines Basketballs. Grafik: Wilkinson Eyre Architects, Foto: Dave Tully, © ODA
Die Gebäudehülle und der oktogonale Innenraum sind weitgehend voneinander getrennt. Grafik: Wilkinson Eyre Architects
Schnitt A - A, Grafik: Wilkinson Eyre Architects

In modularen Räumlichkeiten außerhalb der Arena sind die nicht öffentlich zugänglichen Bereiche untergebracht. Hier befinden sich beispielsweise auch Infrastruktureinrichtungen, die gemeinsam mit dem Velodrom und der BMX-Rennstrecke genutzt werden. Dazu zählen Aufwärmplätze sowie Bereiche für Verpflegung, Security und Medien.

Aus der Vogelperspektive sieht man die "angedockten", nicht öffentlichen Bereiche. Foto: LOCOG

Die Außenwände der Halle sind durchscheinend. Tagsüber lässt die PVC-Membran Licht ins Innere der Halle dringen. Am Abend kehren sich die Verhältnisse um und die künstliche Beleuchtung bringt den Baukörper zum Leuchten. Die Gebäudehülle soll auch als Leinwand für Lichtshows genutzt werden. Gemeinsam mit United Visual Artists, den Spezialisten auf den Gebieten der Konzertbeleuchtung und Lichtinstallationen, erarbeitete Wilkinson Eyre für die Abendveranstaltungen Lichtspiele mit beeindruckenden Farbwechseln. Zahlreiche, einzeln steuerbare LEDs können bewegliche Bilder erzeugen. Die Besucher der Olympischen Spiele dürfen Spektakuläres erwarten.

Peter Popp / Emilia Margaretha

Fassadendetail, Foto: Anthony Charlton, © ODA

Bauherr: ODA, Olympic Delivery Authority
Architekten: Wilkinson Eyre Architects, London
Projektteam:
SKM mit Wilkinson Eyre Architects und KSS Design Group
Tragwerksplanung: Fenton Holloway, London
Rohbau: Base Structures, Bristol
Außenbeleuchtung: United Visual Artists, London

Planungs- und Bauzeit: 15 Monate
Fertigstellung: Juni 2011
Konstruktionsart: Stahlrahmen
Materialien: 20 000 m² recycelbares weißes PVC, 1.000 t Stahlgerüst
Grundstücksgröße:
 16.000 m²
Nutzfläche gesamt NF: 11.500 m²
Grundfläche Gebäude BGF: 10.950
Dimensionen: 115 m x 96 m, Höhe 35 m
Kosten:
 49 000 000 Euro (inklusive Abbau)
Sitzplätze: 12.000

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2012

Fassaden

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.