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Los Angeles ergrünt

Algenzucht zum Zwecke der Energieeffizienz: Diese und andere ungewohnte Lösungen kombiniert das Sanierungkonzept, mit dem ein Entwerferteam der US-amerikanischen Büros HOK und Vanderweil den Wettbewerb „Next Generation Design 2011“ des Magazins „Metropolis“ gewonnen haben.

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Anders als bei vielen anderen Ideenwettbewerben waren die Vorgaben des „Next Generation Design“-Wettbewerbs überaus konkret: die Aufgabe lautete, einem 46 Jahre alten öffentlichen Verwaltungsgebäude im Zentrum von Los Angeles neues Leben einzuhauchen. Der Altbau (ein Gebäudeporträt mit zahlreichen Fotos kann auf www.metropolismag.com/nextgen/ heruntergeladen werden) besitzt durchaus architektonische Qualitäten, aber auch einen überaus unzeitgemäßen Energiebedarf.

Das Projekt „Process Zero: Retrofit Resolution“ von HOK/Vanderweil zielt darauf ab, diesen Bedarf um 84% zu reduzieren und die verbleibenden 16% am Gebäude selbst mit erneuerbaren Energien zu decken.

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Der größte Batzen im Energiebedarf des Gebäudes, so die Analyse der Energieplaner, ist Strom, der vor allem durch das IT-Equipment (40% des Bedarfs) und durch elektrische Beleuchtung verbraucht wird. Das Konzept sieht daher vor, die hier arbeitenden Verwaltungsangestellten ausnahmslos auf „Cloud Computing“ umzustellen. Durch den Wegfall von Computerprozessoren an den Arbeitsplätzen soll der IT-spezifische Strombedarf um 80 Prozent gesenkt werden.

In punkto Beleuchtung setzen die Entwerfer vor allem auf Tageslicht. Drei große, neue Atrien und acht kleinere Lichtschächte sollen natürliches Licht in 100 % aller Bürobereiche bringen. Notwendig war hierfür jedoch auch der Wegfall innerer Trennwände. Die für Amerika typischen „cubicles“ sollen vorwiegend durch Großraumbüros ersetzt werden, um für eine bessere Lichtverteilung zu sorgen.

In punkto Heizen und Kühlen setzt das neue Konzept vor allem auf mehr natürliche Belüftung sowie zusätzliche Speichermasse in den Deckenpaneelen mithilfe von Phase Change Materials (PCMs).

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Zur solaren Energieversorgung dienen vor allem 3500 Quadratmeter Dünnschicht-Photovoltaik an den Fassaden sowie 3000 Quadratmeter solarthermische Kollektoren auf dem Dach. Und noch eine dritte, bislang eher unbekannte Art der Energieerzeugung soll an dem Gebäude erprobt werden: Weite Teile der Fassaden werden mit Glasröhren verkleidet, in denen Algen in einer Nährlösung wachsen. Die Pflanzen nutzen die Energie der Sonne, um Fettsäuren zu produzieren, die anschließend verbrannt werden können. Insgesamt 9 % sollen sie zum verbleibenden Energiebedarf des Gebäudes beitragen – und daneben für eine Verschattung der Bürobereiche sorgen.

Für ihren Entwurf erhielten HOK/Vanderweil ein Preisgeld von insgesamt 10.000 US-Dollar, das sie in weitere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten investieren wollen.

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Website des Wettbewerbs „Next Generation Design 2011“
http://www.metropolismag.com/nextgen

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