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Wohnhochhaus, Holz, Heilbronn, Kaden + Lager

Luftig, leicht und elegant: Besser Wohnen in Deutschlands erstem Holzhochhaus

Nicht nur die Höhe von 34 m ist bemerkenswert bei Deutschlands erstem Hochhaus aus Holz. Loggien und raumhohe Fenster ohne die üblichen Brüstungen gegen Brandüberschlag verleihen den hellen Wohnungen trotz kompakter Grundrisse eine hohe Qualität. Überraschend ist, dass in allen 10 Geschossen weite Teile der Wände und Decken aus Holz sichtbar geblieben sind – die Sprinkleranlage und die Kombination von Holz, Beton und Stahl machen es möglich.

Von außen dagegen deutet an dem scharf geschnittenen mit Aluminium bekleideten Kubus nur wenig auf den Baustoff Holz hin: Die großen bodentiefen Verglasungen liegen nicht übereinander und ermöglichen dadurch Flexibilität der Zimmeraufteilung im Innern und gestalterische Vielfalt an den Fassaden. Man würde daher aus statischen Gründen Außenwände aus tragenden Stahlbetonscheiben vermuten. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine hybride Außenwandkonstruktion aus tragenden Brettschichtholzstützen, Ringankern aus Stahlprofil und nichttragenden Wandscheiben in hochgedämmter Holz-Rahmenbauweise mit einer raumseitigen massiven Brettsperrholzplatte. Auch die Decken sind aus Brettsperrholzplatten, die auf Stahlkonsolen am Stahlbetonkern oder auf den Stahlträgern aufliegen. Für Passanten sind die Holzflächen nur als Untersichten der sieben Meter hohen Erdgeschossarkade und der Loggien sichtbar.

Den Dachabschluss des zentralen Stahlbetonkerns schließlich haben die Architekten mit einer weit ausladenden Pergola aus Furnierschichtholzträgern gekrönt, die für die Holztische der Dachterrasse Schatten spendet und wie eine Antenne optisch in die Ferne ausstrahlt. Auch das Material Stahl trägt in Form von Verbundkonstruktionen wesentlich zum filigranen Erscheinungsbild des Hauses bei: Bei den Arkadenstützen bleibt er als Außenhülse der schlanken Verbundstütze sichtbar, die Träger aus HEM 300-Profilen sind dagegen in der Deckenkonstruktion beziehungsweise im Aufbau der Außenwände verborgen. Nur durch den Einsatz dieser Stahlträger über den Außenwandstützen aus 400 x 400 mm starkem Brettschichtholz war es bei einem Abstand von 8,5 m zwischen den Stützen möglich, bodentiefe Fenster zu realisieren. Träger aus Holz hätten wesentlich höher dimensioniert sein müssen und so zu Brüstungen geführt.

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