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Foto: Nick Kane

Luxus der Einfachheit: Fischerhütte in Hampshire

Mit ihren flachen, schnell fließenden und außerordentlich sauberen Flüssen zählen die Niederungen der südenglischen Grafschaft Hampshire zu den besten Gegenden für das Fliegenfischen in Großbritannien. Der künstliche See, auf dem Niall McLaughlin Architects ihre Fischerhütte für einen privaten Bauherrn errichteten, wird von einem dieser Flüsse gespeist. Früher diente er zur professionellen Fischzucht, heute wird er nur noch sporadisch – vor allem während der Forellensaison von Ende April bis September – von Anglern genutzt.

Der Bauherr wünschte sich einen sicheren Lagerplatz für Boote und Angelausrüstung, der zugleich als Schutzhütte und Treffpunkt für ihn und seinen Freundeskreis dienen würde. Im offenen Zustand sollte das Gebäude möglichst unbehinderte Ausblicke in die Flusslandschaft ermöglichen. Für die Zeit außerhalb der Angelsaison sollte es aber auch diebstahlsicher abschließbar sein.

2011 wurde der See abgelassen, um sein Bett vom Schlick zu befreien. Diese Gelegenheit nutzten die Architekten, um die 18 Fundamente der Hütte (Halbfertigteile aus Beton) in den Untergrund einzubringen. Darauf befestigten sie neun Rahmen aus verzinkten Stahlträgern, auf denen der Oberbau der Hütte (dessen Tragglieder vorwiegend aus Eichen-Brettschichtholz bestehen) steht. Lediglich die Dachbinder bestehen aus Nadelholz, sind jedoch innen mit Eichenbrettern und außen mit einer Dachhaut aus Aluminiumblech verkleidet. 

Mit der Klarheit der Gebäudestruktur korrespondiert auch der innere Aufbau. In Längsrichtung umfasst die Hütte acht je 1,80 Meter weite Joche; an ihren beiden Enden steht das Dach jeweils um ein halbes Joch über. Abzüglich der beiden Terrassen an den Gebäudeenden bleibt ein 10,80 Meter (sechs Joche) langer Innenraum. Er gliedert sich wiederum in eine Eingangszone mit WC, Kochzeile und  Essbereich (ein Joch), einen Wohnbereich (drei Joche), der sich mithilfe teilverglaster Schiebewände nach außen hin verschließen lässt, sowie einen zwei Joche breiten Bootsschuppen mit Außendusche. Bei Letzterem ist der Boden teilweise hochklappbar, und die Gebäudelängsseite lässt sich an einer Stelle wie ein Tor zum Wasser öffnen. So kann der Hausherr mit seinem Boot direkt unter das Dach fahren, ohne es mühsam an Deck zerren zu müssen.

Alle Bereiche – seien sie wettergeschützt oder nicht – lassen sich mit Eichenholzläden verschließen, die in geöffnetem Zustand horizontal ausgestellt werden. So erhält die Hütte je nach Wetter und Anwesenheit der Hausherren ein radikal unterschiedliches Erscheinungsbild. 

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Fotograf: Nick Kane

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