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Mahnmal in Madrid (2007)

Anlässlich der Ausstellung »High Energy. Ingenieur-Bau-Kultur« erscheint auf unserer Homepage ein Rückblick auf ausgewählte Projekte aus dem Büro Schlaich Bergermann und Partner, die in DETAIL dokumentiert wurden.

Architekten: FAM, Estudio de Arquitectura, Madrid
Entwurf, Ausführungsplanung: Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

Mahnmal Madrid, Estudio FAM, Schlaich Bergermann und Partner
Foto: Esaú Acosta Pérez, Madrid

Das Denkmal für die Terroropfer von Atocha besitzt zwei konträre Anmutungen. Von außen nimmt man nur einen guten elf Meter hohen transluzenten Zylinder wahr, der aus Borosilikat-Glasbausteinen besteht. Völlig unnahbar steht er auf der Mittelinsel eines Kreisverkehrs vor dem Haupteingang des Bahnhofsgebäudes. Die unaufhörliche Blechlawine erzwingt seine Betrachtung aus der Distanz. Zugänglich ist die Gedenkstätte auf unterirdischem Weg über eine breite Verbindungspassage, welche den nach den Anschlägen kernsanierten Bahnhof mit dem Netz der Madrider Untergrundbahn verknüpft.

Der Ort präsentiert sich hier etwas unprätentiös hinter einer breiten Schaufensterfront, die allein durch ihren tiefblauen Schimmer irritiert und hier eine nicht kommerzielle Nutzung vermuten lässt. Tatsächlich entsteht der Farbeindruck durch die völlig monochrome Farbfassung des Raums dahinter. Dieser ist bei einer Kantenlänge von etwa 20 m im Grundriss quadratisch angelegt und besitzt in seiner Mitte einen kreisrunden Deckenausschnitt, der sich in den oberirdischen Glaszylinder öffnet.

Mahnmal Madrid, Estudio FAM, Schlaich Bergermann und Partner
Mahnmal Madrid, Estudio FAM, Schlaich Bergermann und Partner
Fotos: Esaú Acosta Pérez, Madrid

In den hohlen Zylinder wurde eine transparente ETFE-Membran zeltartig eingespannt, welche in einer spiralförmigen Anordnung mit Textfragmenten bedruckt worden ist. Die Sätze wurden den zahllosen Beileidsbekundungen entnommen, die nach den Anschlägen hier niedergelegt worden waren. Bewusst entschied man sich dagegen, auf die Membran die Namen der Opfer aufzubringen. Denn obwohl das Bauwerk durch die 191 Toten und die 1824 Verletzten dieses einen Terroranschlages motiviert wurde, so ist es grundsätzlich allen Opfern des Terrors gewidmet, auch denen der baskischen ETA.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2007

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