You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Makellose Oberflächen oder der Reiz von Patina in der Architektur

Je nach Grundmaterial und Verarbeitungstechnik hat diese Perfektion verschiedene Facetten. Von der spaltrauen oder ­geschliffenen Oberfläche eines Natursteins bis hin zur betonten oder geringen Maserung von Holz bieten diese und andere ­natürliche Materialien eine große gestalterische Bandbreite. Hinzu kommen Handwerk und Ver­arbeitungsverfahren, die Optiken konservieren oder Maßveränderungen eindämmen. Technologisch entwickelte oder bearbeitete Materialien hingegen begleitet oftmals der Anspruch, eine makellose Oberfläche zu ­haben, sofern sie nicht Optik und Patina ­natürlicher Werkstoffe bewusst imitieren.

Das Unternehmen Heroal aus Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat in den vergangenen ­sechs Jahren einen hohen Anteil in die Entwicklung, Produktion und Prüfung der Qualität seiner pulverbeschichteten Alumi­niumprodukte investiert. Der Anbieter von Profilen und Systemlösungen für Fenster, Türen, Fassaden, Rollläden, Rolltore und Sonnenschutz eröffnete im Sommer 2017 feierlich seine »Qualitätsstraße«, die symbolisch für den Weg steht, der von der Anlieferung der Halbschalen bis zur Auslieferung der Fertigprodukte am Werks­standort Hövelhof durchlaufen wird. Nach Prüfung von Geometrie, Oberfläche und Härte des angelieferten Materials werden Kunststoff-Metall-Verbundprofile mit ­hohen Statikwerten erzeugt. 95 % der Profile erhalten ein Oberflächenfinish, wofür drei Beschichtungsanlagen zur Verfügung ­stehen. In einer Vertikalanlage für bis zu 7,20 m hohe Profile sorgen 24 Pistolen für eine gleichmäßige, chromfreie Pulverbeschichtung. In zwei weiteren, horizontalen Anlagen können auch Sonderprofile, also gebogene, geschweißte oder sonstige, auch fremde Aluminiumelemente beschichtet werden. Ein vollautomatisiertes Pulver­lager des mehrfach zertifizierten Beschichters hat 50 000 Stellplätze und bevorratet 500 Farben. Entlang mehrerer Produktionsstationen sowie im hauseigenen Labor werden Proben mechanisch, chemisch und ­digital geprüft. Es erfolgen Gegenlichtmessung, Kugelschlagprüfung, Farbqualitätsprüfung, Funktionskontrollen, Korrosionstests oder Bewitterungstests auf dem Werksdach. Letztendlich gibt es eine kameragestützte Oberflächeninspektion, die ­Fehler in der äußeren Hülle der Profile minutiös aufspürt, bevor diese mit einer Schutzfolie versehen, verpackt und ausgeliefert werden.

Auch beim Fassadenmaterial Alucobond von 3A Composites wird auf Präzision gesetzt. Der dreischichtige Kompositwerkstoff aus Aluminium mit mineralischem Kern weist eine hohe Biegefestigkeit und große Plan­ebenheit auf, d. h. er schüsselt und wellt sich nicht. Dazu behält die Oberfläche über einen langen Zeitraum ihr Aussehen, da Schmutz durch Regeneinfluss abperlt.

Es gibt aber auch genügend Beispiele für neuartige oder neu bearbeitete Materialien, die ebendiese Patina gewollt inszenieren. Letztendlich sind der Erforschung und Innovation von Baumaterialien – ob natürlicher Herkunft oder aus industrieller Fertigung – noch lange keine Grenzen gesetzt.

Kurze Werbepause

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2017
DETAIL 11/2017

Material und Oberfläche

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.