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Auckland Tower, Níall McLaughlin Architects, Foto: Nick Kane

Markthalle und Belagerungsturm: Auckland Tower von Níall McLaughlin

Zwei sehr unterschiedliche Institutionen, die Kirche und die Kohlebergwerke, haben die nordostenglische Kleinstadt Bishop Auckland im Lauf der Jahrhunderte geprägt. Das Schloss im Stadtzentrum geht bis in das 12. Jahrhundert zurück, diente zunächst als Jagdschloss und dann jahrhundertelang als Residenz der Prinzbischöfe von Durham. Bis heute hat die Bistumsverwaltung hier ihren Sitz, obwohl die historische Schlossanlage längst zur Touristenattraktion geworden ist. Seit 2012 ist sie im Besitz einer Stiftung, die sich um den Bauunterhalt und die touristische Erschließung kümmert.

Ein wesentlicher Bestandteil hiervon ist das Informationszentrum mit Aussichtsturm, das Níall McLaughlin Architects auf dem Marktplatz der 25.000-Einwohner-Stadt errichtet haben. Es beherbergt den Ticketverkauf und bildet die erste Anlaufstelle für Besucher des Schlosses und des geplanten „Faith Museum“, das nach Entwürfen der gleichen Architekten derzeit in einem der Schlossflügel und in einem neuen Anbau entsteht. Voraussichtlich 2022 soll das erste Museum, das sich der britischen Religionsgeschichte widmet, in Betrieb gehen.

Das Besucherzentrum besteht aus zwei Baukörpern, die trotz ihrer unterschiedlichen Größe formal und konstruktiv unverkennbar zusammengehören. In einem zweigeschossigen Flachbau mit Pultdach brachten die Architekten den Kartenverkauf und darüber einen Veranstaltungs- und Ausstellungssaal unter. Das gestalterische Leitbild für diesen Raum war eine historische Markthalle mit offenliegendem Dachstuhl. Seine Decke ist mit Schablonenmalereien verziert, die heraldische Motive des Mittelalters aufgreift. Die Längsfassade an der Straße mit ihren bodentiefen Fenstern lässt sich mit großformatigen Lärchenholz-Klappläden öffnen und verschließen. In die Faserzementverkleidung der Erdgeschossfassaden sind Texte aus der Schlossgeschichte eingraviert.

Um 90 Grad gegen den Flachbau verdreht und mit 29 Metern gut doppelt so hoch ragt der Aussichtsturm empor, von dessen Plattform der Blick bis über die Schlossmauer fällt. Ein wenig erinnert er an die hölzernen Belagerungstürme des Mittelalters. Sein konstruktives Grundgerüst ähnelt jedoch der des Flachbaus: Vorvergraute Lärchen-Brettschichtholzträger bilden die Tragstruktur, in die Treppenläufe, balkonartige Podeste und Gitterrost-Plattformen eingehängt sind.

Weitere Informationen:

Projektsteuerung: Turner & Townsend
TGA-Planung: TGA Consulting
Generalunternehmer: Vest Construction
Holzbau: Inwood Developments

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