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Markus Heinsdorff - Low Cost Houses und Pavillons

Der in den Bereichen Design, Architektur und Fotografie international arbeitende Installationskünstler Markus Heinsdorff beschäftigt sich vorrangig mit den Themen Natur und Raum. Zwischen 2007 und 2013 entstanden in China und Indien zahlreiche Pavillonkonstruktionen mit lokalem Bezug und Materialien aus der Umgebung. Als Ausstellungs- und Veranstaltungshäuser, oder auch als begehbare Kunst-Objekträume tourten sie im Rahmen einer Wanderausstellung durch zehn Megacitys. Eine Ausstellung im Haus der Architektur in München zeigt die unterschiedlichen Entwicklungen und Konstruktionstechniken dieser Bauten. Textilien und Bambus spielen dabei eine besondere Rolle. Parallel zu den Pavillonbauten beschäftigt sich sich Markus Heinsdorff mit dem Thema low-cost Houses. Die Ergenisse diverser Workshops sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen und sollen zu einer Diskussion um lebenswürdige Gegebenheiten auch in informellen Stadtstrukturen beitragen.

Ort: Bayerische Architektenkammer, Haus der Architektur, Waisenhausstr. 4, 80637 München
Dauer:
Donnerstag, 20. November 2013 - Freitag, 07. Februar 2014

Indo-German Urban Mela: textile Pavillons in Mumbai, realisiert von Markus Heinsdorff.
"Indo-German Urban Mela" - Die kunstvoll gestalteten Pavillons waren bis Anfang diesen Jahres in Indien zu sehen, hier eine Aufnahme aus Mumbai. Foto: Markus Heinsdorff

16 ­kunstvoll gestaltete Pavillons, zogen zwischen 2011 und 2013 als »mobiler Raum« durch fünf der größten Metropolen Indiens. Als »Indo-German Urban Mela« bildeten sie an ihrem jeweiligen Standort für insgesamt zehn Tage den Höhepunkt des Deutschlandjahres, das unter dem Motto »StadtRäume – City Spaces« die Auswirkungen und Herausforderungen einer rasanten Urbanisierung für die Städte beider Länder thematisierte. Die von Markus Heinsdorff entworfenen Konstruktionen dienten dabei als Ausstellungs- und Präsentationsräume, für Konferenzen sowie kulturelle Veranstaltungen. Ihre textilen Fassaden zeigten kristalline Formen geschliffener Edelsteine und thematisieren den in der indischen Tradition wichtigen Begriff »Stoff«.

Indo-German Urban Mela: Rendering unterschiedlicher Pavillon-Typen von Markus Heinsdorff.
unterschiedliche Pavillon-Typen als Renderings. Grafik: Markus Heinsdorff
Indo-German Urban Mela: Typ 5 und 1 in Delhi, realisiert von Markus Heinsdorff.
Indo-German Urban Mela - Typ 5 und 1 in Delhi. Foto: Christian Schittich

Bereits vier Jahre zuvor, zwischen 2007 und 2010, bereisten temporäre Pavillons verschiedene Stationen in China. Zum Einsatz kam damals überwiegend das nachhaltige und traditionelle Baumaterial Bambus in Form von Rohren und eigens entwickelten Laminaten, bei denen Bambusstäbe zu 20mm starken Platten verleimt wurden. Das Fassadenmaterial konnte dabei variieren. Durch die Stege wurden Gewebe aus Metall oder Stoff geflochten, die in ihren Zwischenräumen Luftaustausch zulassen.

Pavillons von Markus Heinsdorff in China
In China wurden für die Pavillons neuartige Systeme entwickelt, bei denen Bambus-Naturrohr und Bambus-Laminat erstmals miteinander zu modernen Konstruktionen kombiniert wurden. Foto: Markus Heinsdorff
"Diamant-Pavillon" mit metallischem Gewebe von Markus Heinsdorff
"Diamant-Pavillon" mit metallischem Gewebe, China 2007-2010
"Diamant-Pavillon" von Markus Heinsdorff
Fotos: Markus Heinsdorff

Parallel zu den Pavillonbauten beschäftigte sich Markus Heinsdorff mit dem Thema low-cost Houses bzw. mit der Optimierung der bisherigen Entwicklungen in diesem Bereich. Ab November 2013 initiierte und leitete er dazu Workshops mit der Cape Peninsula University of Technology in Kapstadt und der Hochschule Weihenstefan-Triesdorf. Experimentelle Bauten mit Gabionen standen auf dem Prüstand: Untersucht wurden unterschiedlichste Möglichkeiten für ein optimiertes Raumlima, der Bewuchs mit Pflanzen, sowie der Einsatz transparenter Maerialien für Lichtgestaltung.

Ein anderer Workshop entstand mit der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Holzbau, mit dem Bau eines Falthauses, das in verschiedenen Ländern als mobile Raumstruktur einsetzbar ist. Im Rahmen des Workshops wurden verschiedene Plattenverbindungen getestet. Das Konzept sieht eine Faltung vor, die einen Raum mit wenigen Handgriffen entstehen lässt und dessen Volumen im zusammengefalteten Zustand leicht transportierbar ist. Der Raum ist durch Ansetzen von Faltmodulen verlängerbar und in seiner Größe skalierbar. Das Falthaus ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Wie sich ein Falthaus und eine Gabionen-Struktur mit wenigen Handgriffen errichten lassen, zeigt der nachfolgende Film.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9.00 bis 17.00 Uhr, Freitag 9.00 bis 15.00 Uhr, Feiertags und am Wochenende geschlossen
Eintritt frei

Bayerische Architektenkammer, Haus der Architektur, Waisenhausstr. 4, 80637 München
Telefon: 089 13 98 80-0
Telefax: 089 13 98 80-99
info@byak.de
www.byak.de

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