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Zukunft des Bauens, DETAIL research

»Material und Konstruktion«, München // Programm

Digitalisierung, Industrie 4.0 und technische Innovationen eröffnen den Protagonisten der Baubranche heute völlig neue Möglichkeiten. Die Wechselwirkungen zwischen Herstellungsprozess, Material, Konstruktion und Formen sind vielfältiger als je zuvor. Die Schnittmenge zwischen Forschung und Anwendung wird größer. Dank parametrischem Design, personalisierter industrieller Produktion oder uniquer Bauteile aus dem 3D-Drucker wird die Herstellung von individuellen Sonderbauteilen immer mehr zum Stand der Technik. Materialien wie Glas oder Beton werden »intelligent« und ermöglichen völlig neue Anwendungsarten. ((Innovative Werkstoffoberflächen reagieren auf Umgebungseinflüsse, regulieren die Raumtemperaturen, reduzieren den Grad der Luftverschmutzung oder werden zur Energiegewinnung herangezogen.)) Noch nie wurden in so kurzer Zeit so viele neue Werkstoffe und Technologien entwickelt wie im Moment. Die nächsten Jahre versprechen spannende Entwicklungen für das Bauen.

Architekten aus der Forschung und Vertreter der öffentlichen Hand sprechen am 21. November 2017 in München über aktuelle Entwicklungen und Projekte zum Thema »Material und Konstruktion«. Diskutieren Sie gemeinsam mit den Referenten über die Zukunft des Planens und Bauens.

Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie am Ende der Seite.

Programm

16:00 Uhr    Geförderte Forschungsprojekte und Modellvorhaben im BBSR – Überblick und Erkenntnisse
Felix Lauffer, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn

16:30 Uhr    Gewebt, gestrickt und geschäumt: Textiler Leichtbau
Prof. Dipl.-Ing. Claudia Lüling, Forschungsinstitut für Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik, Frankfurt University of Applied Sciences


17:00 Uhr    The Digital Hut – Ein experimenteller Baukasten für digitale Gebäudeplanung
Prof. Dipl.-Ing. Julian Krüger, Grundlagen des Gestaltens und experimentelles Entwerfen, Hochschule Wismar

17:30 Uhr    Pause

18:00 Uhr    Die aktivierte Gebäudehülle – leicht, integrativ, experimentell
Prof. Dipl.- Ing. Frank Hülsmeier, Architektur-Institut Leipzig, e n e r g i e d e s i g n, HTWK Leipzig 


18:30 Uhr    3D-printed low-tech building envelope? – Potenziale einer 3D-gedruckten Gebäudehülle
Dipl.-Ing. Moritz Mungenast, Professur für Entwerfen und Gebäudehülle, TU München 


19:00 Uhr    Diskussion

19:30  - 20:30 Uhr  Get-together

Kurze Werbepause

Referenten und Vorträge:

Felix Lauffer, BBSR
Geförderte Forschungsprojekte und Modellvorhaben im BBSR – Überblick und Erkenntnisse

Der Fokus des Vortags liegt auf effizienten Konstruktionsmethoden im bedarfsgerechten Wohnungsbau und beleuchtet die Potentiale industrieller Bauformen. Anhand von Praxis-Beispielen aus dem  Förderprogramm der Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen* werden geförderte Projekte, die einen hohen Grad an industrieller Vorfertigung aufweisen, sowie erste Erkenntnisse aus der projektübergreifenden wissenschaftlichen Begleitung präsentiert.
In Fortführung daran werden mithilfe eines durch das BBSR geförderten Forschungsprojektes im Bereich Wohnungsbau weitere Potentiale im Bereich des industriell vorgefertigten sozialen mehrgeschossigen Wohnungsbaus aufgezeigt.

* Definition: Variowohnungen sind flexibel nutzbare Wohneinheiten, die mindestens 20 Quadratmeter groß sind und deren Warmmiete maximal 280, bzw. 300 Euro betragen darf. Die Wohnungen können dank ihres leicht veränderbaren Grundrisses von Studierenden oder Auszubildenden und zu einem späteren Zeitpunkt durch die Zusammenlegung von zwei oder mehreren Einheiten zum Beispiel von Senioren oder Familien bewohnt werden. Die Gebäude sollen eine hohe architektonische und wohnliche Qualität aufweisen. Gefragt sind ebenso effiziente wie zukunftsweisende Wohnkonzepte, die eine Antwort auf den demografischen Wandel geben, sich schnell und mit möglichst geringen Kosten realisieren lassen.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Claudia Lüling, Frankfurt University of Applied Sciences
Gewebt, gestrickt und geschäumt: Textiler Leichtbau

Weben, Stricken bzw. Wirken und andere textile Herstellungstechnologien erlauben die Verwendung unterschiedlichster Materialien - ebenso wie das Schäumen. In der Kombination beider Technologien und unter Verwendung gleichartiger Materialgruppen wie beispielsweise Cellulosefasern und Holzschäumen, PET-Fasern und PET-Schäumen oder  Basaltfasern und Schaumbetonen ergeben sich strukturdifferenzierte Mono-Materialien. Dabei entstehen im Verbund faser- und volumenbasierter Materialien optimale konstruktive Lösung zur Aufnahme von Zug- und Druckkräften ebenso wie potentiell wärmebrückenfreie Konstruktionen mit hohem Leichtbau- und Recyclingpotenzial. Unter dem Oberthema FabricFoam® und unter Verwendung speziell gefertigter Abstandstextilien sind dazu in Frankfurt am Frankfurter Forschungsintitut FFin erste Studien gemacht worden. Realisiert wurde zum einen Experimentalpavillons, die als modular gefügte oder gefalteten Tragwerksstrukturen und als  Schalenkonstruktionen hohes konstruktives Potetial haben. Zum anderen wird derzeit an textilbasierten Sandwichelementen geforscht die im Neubau, der Sanierung  aber auch für temporäre Bauten Verwendung finden sollen. Ein zweites Forschungsprojekt beschäftigt sich parallel mit gedämmten Sonnenschutzelementen aus geschäumten Textilien zur energetischen Optimierung der Gebäudehülle.

Claudia Lüling ist Architektin und lehrt als Professorin seit 2003 an der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) mit dem Schwerpunkt »Gestaltung und Entwerfen«, davor war sie als Gastprofessorin an der Universität der Künste Berlin tätig. Seit 1999 arbeitet sie als selbstständige Architektin in Berlin, 2004 – 2009 lüling rau architekten in Partnerschaft mit Ulrike Rau, seit 2009 Lüling Sauer Architekten bzw. Formade zusammen mit Christiane Sauer. Ihre Ausbildung erhielt sie an der TU Darmstadt und an der SCI ARC, Los Angeles und war u.a. bei Morphosis, Los Angeles tätig.



Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeiten sind seit 1998 »MehrWerkstoffe«: Materialien die Energie erzeugen, Energie sparen und/oder wenig Herstellungsenergie benötigen. Hierzu organisiert Veranstaltungen u.a. das Symposium »Mehrwerkstoffe« Frankfurt/Main 2005 und publiziert, u.a. »Architektur unter Strom - Photovoltaik gestalten« ( 2000 ), »Energizing Architecture - Design and Photovoltaics« ( Jovis Verlag 2009). Sie ist Mitglied des Frankfurter Forschungsintituts FFin und vertritt hier den Bereich innovative textile Werkstoffe und neue textilbasierte Leichtbauweisen für architektonische Anwendungen. Seit 2012 erhielt sie  Forschungsförderungen insbesondere zum Thema »Textiler Leichtbau«, unter anderem für das Projekt »3d-Tex« von der Forschungsinitiative Zukunft BAU und das Projekt »ReFaTex« von der  Förderlinie Innovationsfonds Forschung. 2015 und 2016 bekam sie mit ihren Studenten für experimentelle Textilpavillons u.a. den Stuttgarter Leichtbaupreis 2014, den TechTex Award im Bereich Mikroarchitektur, den Innovationspreis des Competition Campus Award für den »Spacer Fabric_Pavilion« sowie dafür 2017 auch den MaterialPREIS 2017 in der Kategorie Studie und Visoin. Das SpacerFabric_HOME wurde als Finalist mit dem AED Neuland award ausgezeichnet.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Julian Krüger, HS Wismar
The Digital Hut – Ein experimenteller Baukasten für digitale Gebäudeplanung

Im Zuge des demografischen Wandels sowie der umfassenden Neustrukturierung unseres Lebensalltags durch die Vernetzung digitaler Medien und Dienste (Sharing, Vernetzung, Smart Grid, E-Mobility) enstehen neue Anforderungen an unsere Wohn- und Lebensräume. Hierbei verkörpern bauliche Anpassungfähigkeit sowie ökologische und ökonomische Effizienz erstrangige Herausforderungen für dieses Jahrhundert. In dem Forschungsprojekt »The Digital Hut« ist eine minimale Wohneinheit für das 21. Jh. entwickelt und prototypisch realisiert worden. Das »Minimalhaus« wurde mit innovativen digitalen (variablen) Produktionsmethoden (CNC Produktion/ 3D Druck etc.) realisiert und bildet eine auf die wesentlichen Merkmale des Wohnens reduzierte Bauhülle, die für höchste Ansprüche an Mobilität, Adaptivität, Lebens- und Bedienkomfort steht. In einem mehrphasigen Entwurf wurden digitale Produktions-methoden eingesetzt, um ein variables und reduziertes Leichtbausystem zu entwickeln, dessen anpassungsfähiges Raumkonzept besonders die Anforderungen einer mobilen und vernetzten Gesellschaft erfüllt.

Julian Krüger, Dipl.-Ing. MArch., hat in Stuttgart, Stockholm und London (DAAD Stipendiat) studiert und arbeitete in verschiedenen internationalen Architekturbüros. Er lehrte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, der KTH in Stockholm, der TH Köln und von 2006-2015 an der Bartlett School of Architecture am University College London. Seit 2015 ist er Professor für Experimentelles Entwerfen an der Hochschule Wismar und als freier Architekt in Hamburg tätig. Julian Krüger ist Gründer und Herausgeber der in London erscheinenden Architekturzeitung P.E.A.R. Magazine.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Frank Hülsmeier, HTKW Leipzig
Die aktivierte Gebäudehülle – leicht, integrativ, experimentell

Exponentielles Bevölkerungswachstum bei begrenzten Ressourcen, neue hocheffiziente Materialien und die Integration multipler technischer Funktionen in die uns umgebenden Dinge sind gleichermaßen Rahmenbedingung, Verpflichtung und Triebfeder zukünftiger Fassadenkonzepte. Experimentelle Forschungsprojekte am Architektur-Institut Leipzig (ai:L) ergründen das Potential und die Risiken der Integration gebäudetechnischer Systeme in leichte textilbewehrte Betonfassaden. Lichtleitende Fasern in gedämmten Sandwichkonstruktionen, die Aktivierung als Elektroheizung über Carbongelege, die Speicherung von Elektroenergie in Folienkondensatoren und die Optimierung von fassadenintegrierter Photovoltaik mit parametrisch-generativer Software wurden in unterschiedlichen Projekten interdisziplinär erprobt und in Funktionsmuster übersetzt.

Prof. Frank Hülsmeier, Architekt, *1964, studierte Architektur an der TU Berlin bei Prof. Rainer Hascher und am IUAV Venedig bei Prof. Vittorio Gregotti. Nach 5-jähriger Praxis in den Büros Hascher und Partner in Berlin und von Gerkan, Marg und Partner in Hamburg folgte eine Assistenz an der TU Darmstadt bei Prof. Karl-Heinz Petzinka. Lehraufträge an der TU Darmstadt und der FH Hildesheim mündeten 2002 in die Berufung als Professor für Gebäudetechnik, Energiekonzepte und Bauphysik an der HTWK Leipzig und 2009 als Leiter des Architektur-Institutes Leipzig. Der Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung leichter und energieeffizienter Fassaden aus neuen Materialien mit gebäudetechnischer Funktionsintegration. Seit 1997 Realisierung diverser Bauten, Gutachten und Veröffentlichungen als selbständiger Architekt in Darmstadt und seit 2004 in Leipzig im Bereich Neubau, Sanierung, Lichtplanung und Energieberatung.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Foto: Andreas Hosch

Moritz Mungenast, TU München  
3d-printed low-tech building envelope? – Potenziale einer 3d-gedruckten Gebäudehülle


Inhalt des Vortrags wird der Ablauf des Forschungsprojektes »3d-printed envelopes – die Entwicklung eine 3d-gedruckten Gebäudehülle« sein. Neben der Suche nach neuen Möglichkeiten die zukünftigen weltweiten Herausforderungen im Bausektor, wie neue Baumaterialen und Energieeinsparung, zu lösen, ist das Ziel von »3d-printed envelopes«, einen geschlossenen Materialkreislauf zu etablieren, die Gebäudetechnologie zu reduzieren und den Bauprozess durch die sinnvolle Nutzung der digitalen Werkzeuge zu vereinfachen.
Dieses Forschungsprojekt zeigt im Bausektor bzw. der Gebäudehülle die vorhandenen Potenziale des 3D-Drucks und hiermit die Schließung der digitalen Kette, vom digitalen Entwerfen über die digitale Planung bis hin zur digitalen Fertigung. Eine weitere Innovation ist die ‚Funktionsintegration‘ in einem Bauteil aus einem Material, d.h. folgende Fassadenfunktionen wie, Strukturoptimierung, Dämmung, Verschattung, Tageslichtnutzung, Belüftung und Schallstreuung werden integriert.
Die einzelnen Entwicklungsschritte und zukünftige Potenziale werden dem Publikum einen Einblick in diesen Forschungsbereich geben und anhand von Modellen auch greifbar machen.
    
Moritz Mungenast arbeitete nach seinem Architekturstudium, welches er an der TU Kaiserlautern, TU München, EPFL Lausanne und UPC Barcelona absolvierte, von 2003 -2011 als Architekt u.a. bei folgenden internationalen Architekturbüros: Shigeru Ban Architects Paris und Auer+Weber+Assoziierte München. 2009 startete Moritz Mungenast parallel seine akademische Laufbahn an der TU München am Lehrstuhl Gebäudelehre und Produktentwicklung von Prof. Horden, von 2011 - 2017 hatte er die organisatorische Leitung des Lehrstuhls Emerging Technologies mit verschiedenen Gastprofessoren inne und ist seit 2011 an der Professur für Entwerfern und Gebäudehülle von Prof. Wolf tätig. Neben seinen Lehrtätigkeiten initiierte und leitet Moritz Mungenast seit 2014 den Forschungsbereich »3D-gedruckte Gebäudehülle«, welcher die Potenziale der Fertigungsmethode »3D-Druck« für die Architektur und speziell für die Gebäudehülle untersucht. Ziel ist es neue architektonische Lösungen zu entwickeln, einen geschlossenen Materialkreislauf zu etablieren, die Gebäudetechnologie zu reduzieren und den Bauprozess durch die sinnvolle Nutzung der digitalen Werkzeuge zu vereinfachen. Moritz Mungenast wurde zu Entwurfskritiken, Gastvorträgen und Podiumsdiskussionen eingeladen und hat eine Reihe von Publikationen veröffentlicht. www.hk.ar.tum.de

Alle Veranstaltungen im Überblick


Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung. Über das Online-Tool können Sie sich bereits Ihre Tickets für die gesamte Veranstaltungsreihe sichern. Die Teilnahme ist kostenfrei.

29. Juni 2017, Hamburg
INTEGRALE PLANUNG
Bau- und Prozessmanagement 4.0
> Rückblende

18. Juli 2017, Köln
STÄDTISCHES WOHNEN IM WANDEL
Kostengünstig und lebenswert
> Rückblende

26. September 2017, Frankfurt
KLIMAGERECHTES BAUEN
Lebensqualität im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech
> Rückblende

26. Oktober 2017, Leipzig
CHANCE BESTAND
Umbauen, Umnutzen, Umdenken
> Weitere Informationen
> Anmeldung

21. November 2017, München
MATERIAL UND KONSTRUKTION
Von der Forschung zur Anwendung
> Anmeldung

Partner und Sponsoren der Veranstaltung sind:

DETAIL research, Zukunft des Bauens, 2017
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