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Maximale Flexibilität: Modulares Fertighaus "MIMA"

Wie kann sich Architektur den wechselnden Bedürfnissen einer zunehmend anspruchsvollen Gesellschaft anpassen? Dieser Frage gingen die Architekten in jahrelanger Recherchearbeit nach und stießen dabei auf das traditionelle japanische Wohnhaus als Vorbild für Leichtigkeit, Flexibilität und klares Design. Dies wird erreicht durch ein gleichmäßiges Stützenraster und dessen Auskleidung mit Wandschirmen und Fußmatten, die in ganz Japan nach genormten Abmessungen gefertigt werden.

Architekten: Mário Sousa & Marta Brandão, www.mimahousing.com

Mima House Totale
Foto: José Campos

Beim »Mima House« beruht die Grundstruktur auf einem Raster von 1,5 x 1,5 m und bildet zwei Hauptmodule, das Studio (18 m²) und das Loft (36 m²). Sie lassen sich beliebig zu individuellen Wohnhäusern zusammensetzen. Dabei wird der Bauherr selbst zum Planer. Über ein 3D-Programm kann er online sein eigenes Haus entwerfen.

Der erste Schritt besteht darin, über die beiden Hauptmodule die Grundfläche festzulegen. Die Software bezieht via Google Earth das Grundstück mit ein und generiert ein animiertes Modell. So kann sich der Bauherr vorstellen, wie sich das Gebäude in die Umgebung einfügt.

Im nächsten Schritt werden bei einem virtuellen Rundgang standardisierte Bauteile wie Fußboden- und Deckenpaneele, Wände, Türen und Fenster in unterschiedlicher Materialität und Farbigkeit ausgesucht. Zusätzliche Komponenten wie Sonnenschutzelemente, Heiz- und Klimasysteme oder Küchen- und Badmodule werden auf dieselbe Weise integriert.

Während des gesamten Prozesses behält der Kunde die Kosten im Blick und kann, je nach Budget, Elemente hinzufügen oder entfernen. Sind alle Schritte abgeschlossen, setzen sich die Architekten mit dem Bauherrn in Verbindung, um den weiteren Ablauf wie das Vorbereiten des Grundstücks und die Genehmigung bei den lokalen Baubehörden abzustimmen.

Die Rahmenkonstruktion des Hauses, das im Norden Portugals vorgefertigt wird, besteht zu 80% aus Holz. Alle Bauteile können mit dem Lkw transportiert oder in einem Container verschifft werden. Vor Ort genügen vier Mann, um die leichten Elemente ­innerhalb weniger Tage zu einem fertigen Wohnhaus zusammenzufügen.

Auch wenn das Haus bereits bewohnt ist, kann der Bauprozess fortgesetzt werden. Mit wenigen Handgriffen lassen sich Wände entfernen, versetzen oder ergänzen. Dazu werden farbige oder furnierte Holzpaneele beidseitig in ein Rahmensystem eingesetzt. Selbst die Holzrahmenfenster lassen sich nach dem selben Prinzip gegen geschlossene Außenwandelemente austauschen. Auf diese Weise können die Bewohner ihr Haus stets neu konfigurieren und an veränderte Lebenssituationen anpassen.

Mima House, Ein Holzpaneel wird ausgetauscht
Foto: José Campos

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL 2013/12 zum Thema »Planen und Bauen als Prozess«.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2013

Planen und Bauen als Prozess

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