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Mehr Zeit für Planung, weniger Aufwand für Pläne

Sie waren 2014 eines der ersten großen Architekturbüros, das seine Strukturen und Prozesse konsequent auf digitale Planungsprozesse ausgerichtet hat. Was waren Ihre Beweggründe?
Der Wunsch kam einerseits von innen, weil die Nachteile des 2D-Planungsprozesses gegenüber 3D immer offensichtlicher wurden. Auf der anderen Seite stieg auch die Nachfrage der Auftraggeber. Da wir es bei RKW Architektur + eher mit großen und komplexen Bauvorhaben zu tun haben, sind unsere Bauherren sehr anspruchsvoll, was die Planungsqualität angeht.

Wie viele Projekte haben Sie bereits modellbasiert umgesetzt?
Mittlerweile sind es über 65 laufende oder abgeschlossene BIM-Projekte.

Wie hat sich Ihr Unternehmen durch den Einsatz digitaler Planungsprozesse verändert?
Das kollaborative Arbeiten, das beim Einsatz von BIM erforderlich ist, verändert unser Selbstverständnis. Wir sehen uns als Systemführer, der eng mit allen Gewerken zusammenarbeitet. Wir haben uns früher viel zu viel mit Plänen beschäftigt, jetzt beschäftigen wir uns mehr mit Planung.

Die Rolle des Architekten wird also eine andere?
Ja, aber nicht nur die des Architekten. Die Rollen aller Beteiligten verändern sich. Sie rücken zusammen, verständigen sich auf derselben Datenbasis und verstehen sich besser. Der Planungsprozess wird demokratischer und transparenter.

Sie haben von Anfang an auf die native BIM-Lösung Revit gesetzt. Was waren die Gründe dafür?
Wir haben 2008 begonnen, uns mit Revit zu befassen. Und als wir 2014 in die Pilotphase gingen, war Revit dann auch weit genug entwickelt für einen Produktiveinsatz. Wir haben uns bewusst für ein international ausgerichtetes Softwareprodukt entschieden.

Sie beschäftigen sich seit mehr als zehn Jahren mit der Digitalisierung im Bauwesen. Wie sieht Ihre Prognose für die Zukunft aus?
Das digitale Planen wird in wenigen Jahren der Branchenstandard sein. Einer der wichtigsten Treiber sind Virtual-Reality-Anwendungen, die ein Gebäude-modell auch für den Bauherrn begreifbar machen.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass VR-Brillen und Joysticks aus Architektur eine Art Computerspiel machen?
Nein, überhaupt nicht. Was wir hier machen, ist gar nicht so viel anders als früher. Es ist jetzt nur einfacher verständlich. Letztlich planen wir Gebäude, nicht mehr und nicht weniger. Nur ist BIM einfach ein anderes Medium als ein Plan aus Papier. 

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Foto: Joel Filipe / Unsplash

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