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Foto: José Hevia

Mehrschichtiges Konzept: Appartement Tamarit in Barcelona

Das Appartement Tamarit liegt in einer der typischen Blockrandbebauungen Barcelonas. Besonders der schmale, tiefe Grundriss macht die herrschaftliche Wohnung zu einer planerischen Herausforderung. Meist reagiert man darauf mit langen Fluren, um alle Räume zu erschließen. Jedoch nicht die Architekten von RAS Arquitectura: Sie entscheiden sich für einen Grundriss, der auf einer Art Enfilade beruht und somit keine effektive Nutzfläche durch Korridore verliert. In dem Appartement geht ein Zimmer ins nächste über, oft bleiben nicht eindeutig definierte Räume dazwischen, die vielseitig nutzbar sind.

Die Wohnung wird zentral betreten und lässt sich strukturell in zwei Bereiche einteilen: Zur Rechten der öffentliche Teil, zur Linken die privaten Räume. Beide Zonen sind jeweils so konzipiert, dass die Belichtung optimal funktioniert. Die repräsentativere Seite ist zur Straße hin ausgerichtet und besticht durch ein großes Erkerfenster, gesäumt von zwei antiken Säulen. Hier gibt es den großen Wohn-, Essbereich und die Küche. Gegenüberliegend enden Schlaf- und Badezimmer in einer Galerie, die auf die Terrasse im Innenhof führt.

Neben der Raumaufteilung sind die Zwischenwände ein weiterer Clou. Sie zonieren die Wohnung zwar, reichen allerdings nicht bis zur Decke hinauf. Türen fehlen ebenso. Anstatt klarer Abtrennung findet man ein durchgängiges Gesamtbild, das sich als serielle Abfolge präsentiert.

Sämtliche Zimmer liegen einem Drei-Schichten-Konzept zugrunde. Dies harmonisiert die verschiedenen Stile der unterschiedlichen Räume. Den untersten Bereich bildet der Boden. Dabei wird der Belag stets bis auf 60 cm hochgezogen. Anschließend folgt eine Zwischenebene, von 60 – 230 cm, komplett in ruhiges Weiß getaucht. Die originale Holzbalken- und Gewölbedecke, der oberste und abschießende Streifen, ist grau gestrichen.

Die verwendeten Materialien kontrastieren miteinander und scheinen sich doch zu ergänzen. Warmes Holz in Wohn- und Schlafbereichen, nüchterner Mikrozement im Eingangsbereich, schlichte Fliesen in Nassräumen und ornamentale Kacheln in den äußersten Räumen. Sie rufen Assoziationen an Mosaikbilder des Historismus und Jugendstil hervor.

Schräge Holzspanplattendecken und runde Oberlichter findet man in der Galerie. Wuchtige Holzrahmentüren grenzen sie von der Innenhofterrasse ab, dazwischen Fensterelemente, die dem Betrachter ein Spiel von unterschiedlich transparentem Glas bieten. Selbige Optik greift auch die Gestaltung der Trennwände zwischen Essbereich und Küche wieder auf.

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