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Mercedes-Benz Center in Mailand mit speziellen Fassadenlösungen ausgestattet

Stahlbau, Pichler, Mercedes-Benz Center, Mailand, Stahlverkleidung, Fassadenverkleidung

Das Mercedes-Benz Center steht auf einem 66000 m² großen Areal am nordöstlichen Stadtrand von Mailand. Die gesamte Struktur wurde ausgehend von der Idee eines kleinen städtischen Zentrums entworfen. Das Architektenstudio der Daimler AG in Stuttgart schuf mit dem Mercedes-Benz Center somit ein Wahrzeichen für das umliegende Stadtgebiet. Denn im Brand Tower, in dem die verschiedenen Teile des Gebäudes aufeinander treffen, werden im Rahmen einer Dauerausstellung stets die aktuellen Neuheiten aus Stuttgart präsentiert und Messen für Besucher organisiert. Im Gebäude finden außerdem Werkstätten, ein Ersatzteillager, ein Areal für VIP-Kunden und eine unterirdische Parkgarage Platz

Fassaden mit Stahlverkleidung wechseln sich mit Glasfassaden ab, die durch ein harmonisches Gleichgewicht aus natürlichem Licht und intelligent geplanter künstlicher Beleuchtung den Blick aufs Innere freigeben. Durch die weiten, verglasten Fassaden kann natürliches Licht eindringen und das Innere des Gebäudes ausleuchten, während die künstlichen Lichtquellen sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Stahlbau Pichler wurde mit dem Bau und der schlüsselfertigen Übergabe der Außenverschalung und der Stahlstrukturen beauftragt. Mit hochtechnologischen Lösungen und speziell für diesen Auftrag entwickelten Stahlträgern wurden alle Anforderungen für die Struktur des Brand Tower erfüllt. Da einige mit den Abdichtungen in direktem Kontakt stehende Elemente aus der Außenverschalung ragen sollten, mussten auch für Wärme- und Schalldämmung eigene Ansätze ausgearbeitet werden. Um die Statik zu gewährleisten, wurden für den Brand Tower und die Fassade des Gebäudes T-Profile aus Stahl mit variablem Querschnitt verwendet. In der Regel besteht jeder Träger aus flachen, 200 mm starken und 20 mm breiten Leisten, die im rechten Winkel auf 15 mm dicke, runde Platten mit 60 mm Durchmesser geschweißt wurden.

In der ersten Phase befestigte man die senkrechten Stahlpfeiler an der Abdeckung, um der noch unvollständigen Struktur Stabilität zu geben. Erst als die Pfeiler durch waagrecht eingeschweißte Stahlleisten verbunden waren, konnte das Trägergerüst am Boden aufgestützt werden. Alle Träger erhielten eine dreifache Lackierung und wurden vor Ort nochmals mit Lack des Typs RAL 9006 behandelt. An der Außenseite der runden Stahlplatten brachte man entlang des Gerüsts Spezialträger für die Montage der trapezförmigen Doppelglasscheiben an. Die Scheiben wurden auf die Dichtungen gelegt, mittels Druckelementen angebracht und mit Schrauben fixiert. Abschließend wurde die Schutzschicht angebracht. Aufgrund der besonderen Form des Brand Tower mussten die geometrischen Eigenschaften eines jeden Bauteils genau berechnet werden, so auch bei der Anfertigung der Sonnenschutzvorrichtung aus Aluminiumrohren für die Turmspitze. An den Spezialträgern wurden Montageleisten befestigt. Diese wurden im rechten Winkel zu den geneigten Trägern montiert und sind daher nicht waagrecht. Um die Sonnenschutzanlage korrekt montieren zu können, mussten daher abgestufte, von Träger zu Träger verschiedene Ausgleichselemente angebracht werden. Während die Doppelglasscheiben flach sind, kam für die Metallabdeckung des Brand Tower gewalztes, im typischen Mercedes-Silbergrau lackiertes Aluminiumblech zum Einsatz, das zusammen mit einer Schicht Steinwolle auf einer Metallstruktur montiert wurde. Auch hier musste ein eigenes System für die Montage auf der gewölbten Stahlbetonwand entwickelt werden. Die gesamte Außenverkleidung aus Glas und Metall wurde vor Ort anhand von vorgefertigten, mittels hochentwickelter 3D-Software entworfenen und anschließend nach genauen Vorgaben in der Werkstatt auf Maß produzierten Teilen fertiggestellt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2010

Fassaden

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