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Mineralwerkstoff für ein Krankenhaus in Baku

Dass sich architektonisch in den kaukasischen Staaten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion viel getan hat, ist kein Geheimnis mehr. Mit Zaha Hadid, UN Studio, gmp oder Michele de Lucchi, traten bereits einige international bekannte Protagonisten auf die Architekturbühne von Ländern wie Georgien und Aserbaidschan. Viele gebaute Beispiele an dieser geografischen wie kulturellen Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten belegen eine Verschmelzung der Stile, und nicht selten eine ausgeprägte Vorliebe für Symbolik, Materialeinsatz und große Dimension. Im »Land des Feuers«, wie sich Aserbaidschan aufgrund der Erdölvorkommen gerne betitelt, genauer in dessen Hauptstadt Baku, lodern bekanntlich schon mal gläserne Flammen aus dem historisch gewachsenen Häusermeer. Mit dem Wunsch nach einer modernen, wohl als westlich zu interpretierenden Architektur, geht auch die Materialwahl einher.

Beitrag zur Infektionskontrolle
Das Bona Dea International Hospital ist nach einem heilenden Engel der römischen Mythologie benannt. Ähnlich symbolgeladen könnte die Farbwahl für das neue Krankenhaus gedeutet werden. Wand- und Möbelverkleidungen aus Corian Solid Surface in Tönen namens »Glacier White«, »Grape Green« oder »Dove« prägen die Atmosphäre im Inneren, die frisch und beruhigend auf die Nutzer wirken soll. Das Hightech-Material Corian soll seinerseits einen gesundheitsfördernden Faktor darstellen. Zu den wichtigsten Eigenschaften des Mineralwerkstoffs zählt, dass seine porenfreie Oberfläche den hygienischen Anforderungen gerecht wird. Bei angemessener Reinigung wird das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien verhindert, ebenfalls ist die Fläche laut Hersteller resistent gegen Chemikalien und eindringende Flüssigkeiten. Zur Langlebigkeit soll auch die Tatsache beitragen, dass die Oberflächen leicht zu reparieren sind. Kratzer und Flecken ließen sich vom Wartungspersonal einfach entfernen. Für den Einsatz an der Fassade verspricht die Materialausführung Corian Exteriors, die auf Basis von Solid Surface hergestellt wird, eine hohe Beständigkeit gegen UV-Strahlung und Schutz gegen extreme Witterungsbedingungen.

Vielseitiger Einsatz des Hightech-Materials
Gerade für das Gesundheitswesen scheinen diese Eigenschaften vielversprechend zu sein. Für die Klinik in Baku übernahm die Verarbeitung der Corian Solid Surface Platten, die ausschließlich vom Unternehmen DuPont hergestellt werden, das in Aserbaidschan ansässige Unternehmen Palitra. Mit einer Fläche von 37 500 m2 umfasst das Bona Dea Krankenhaus insgesamt 32 medizinische Fachbereiche. Zum einen zeichnen Fassadenplatten aus Corian in der Farbe Glacier White ein unregelmäßiges Muster aus Rauten und Dreiecken entlang einzelner Schauseiten und bilden so ein charakteristisches Dekor am Gebäude. Zum anderen kamen die vielseitig formbaren Platten als Verkleidung weiterer Fassadenelemente sowie für Säulen im Außen- und Innenbereich zum Einsatz. In den Räumen kommt Corian an zahlreichen Orten vor: von Wandbekleidungen über Bettgestelle oder Möbeln in Patientenzimmern bis hin zu Arbeitsplatten in Bädern, auf Labortischen oder aber als Fensterbänke. Der puristisch wirkende Werkstoff legt sich scheinbar fließend und nahtlos über die innere Raumhülle, Einbauten oder das ausstattende Mobiliar. Letztendlich zeigt das Projekt den weitgefassten Rahmen der Gestaltungsmöglichkeiten mit Corian auf, und ist ein weiteres Beispiel für die neue architektonische Landschaft zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer.

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