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Wohnungsbau, Atelier Kempe Thill, Antwerpen

Mit Blick in die Zukunft: Wohnungsbau von Atelier Kempe Thill in Antwerpen

Seit etwa 15 Jahren ist Antwerpen in Belgien von der Renaissance der europäischen Städte betroffen. Die flämische Hafenstadt an der Schelde wächst. Der steigende Wohnbedarf soll durch ein neues zentrumsnahes Stadtquartier gedeckt werden, das derzeit entwickelt wird. Nieuw Zuid ist die größte Stadterweiterung, die es jemals in Belgien gab. Das neue urbane Quartier liegt im Süden des Justizpalasts. Auf dem 130.000 Quadratmeter großen Areal, das früher von der Bahn genutzt wurde, sollen etwa 2.000 neue Wohnungen sowie Läden und öffentliche Bereiche entstehen, wobei die zukunftsweisende architektonische Qualität im Vordergrund steht.

Der Masterplan für Nieuw Zuid wurde 2012 vom italienischen Büro Secchi-Viganò auf der Basis der antiken römischen Typologie der »striga« entwickelt. Vorgesehen sind mittelgroße urbane Blocks, die sich durch ihre ausbalancierte gemischte Nutzung auszeichnen. Während im Erdgeschoss der Häuser Shops und öffentliche Bereiche vorgesehen sind, befinden sich die Wohnungen in den Obergeschossen.

Den Zuschlag für die Gestaltung des ersten Gebäudeblocks erhielten die Architekten des belgischen Büros Polo Architects. Sie luden Atelier Kempe Thill dazu ein, ein erstes Wohngebäude in der Nähe des Flusses und an einem angrenzenden Park zu entwerfen. Insgesamt soll der geförderte Wohnungsbau 32 Wohneinheiten sowie zusätzlich in seinem Erdgeschoss Läden und ein zweigeschossiges Parkhaus fassen.

Die Rotterdamer Architekten von Atelier Kempe Thill setzen in ihrem Entwurf auf einen architektonischen Ausdruck, der den Dialog zwischen der Tradition und der Zukunft sucht. Das 14 Meter tiefe Gebäude wird von zwei Treppenhäusern sowie Aufzugskernen erschlossen, die flexible Grundrisse und ein Maximum an differenzierten Wohnungsgrößen ermöglichen. Durch die asymmetrische Position der Erschließungskerne werden unterschiedliche Grundrisse und Wohnungstypen möglich – von kleinen Studios bis zu größeren Wohnungen für Familien oder den zurückgesetzten Penthouses im Dachgeschoss. Wintergärten und Balkone geben den Wohnungen eine unerwartete Qualität. Sie können mit Schiebetüren geöffnet werden, fungieren in den kälteren Monaten als Pufferzonen und verwandeln sich im Sommer zu offenen Terrassen.

Die Struktur des Hauses ist aus vorgefertigten Betonelementen konstruiert, die anthrazit gefärbt und deren Oberflächen poliert sind. Jedes Element ist custom made, großflächige Verglasungen öffnen die Fassade auf die Terrassen und Wintergärten, deren Innenraum rundherum mit Holz vertäfelt ist. Der Wohnungsbau konnte in nur drei Jahren Planungs- und Bauzeit realisiert werden. Gezielt sucht das Konzept der Architekten den Dialog zur Bautradition in Belgien. Es nimmt die physische Präsenz flämischer Backsteinbauten in seiner Betonstruktur auf und gibt gleichzeitig einen Lösungsweg für die Zukunft vor, der entscheidende Wohnqualitäten in dichten innerstädtischen Quartieren möglich macht.

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