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Foto: Abel Echeverria

Mit einfachsten Mitteln: Schule aus Erde und Holz

Die Geschichte des Kwel Ka Baung Migrant Learning Centre beginnt bei einer kanadischen Hilfsorganisation. Nachdem diese 25.000 $ gesammelt hatte, kontaktierten die Mitarbeiter das thailändische Architekturbüro a.gor.a architects, um gemeinsam ein Projekt auszuarbeiten. An der Grenze zu Myanmar leben viele Migranten, die in Thailand rechtlich nicht anerkannt sind. Die Kinder haben dadurch nur selten Zugang zu Schulbildung, aber auch das Potenzial der Erwachsenen kann nicht voll ausgeschöpft werden. Um dem entgegenzuwirken, wurden beim Bau der Schule Flüchtlinge miteinbezogen.

Der Gebäudekomplex besteht aus elf gesonderten Räumen. Die Klassenzimmer sind an einem überdachten Flur aufgereiht, immer abwechselnd gehen rechts und links die Eingänge ab. Zwischen ihnen hindurch kann die Luft zirkulieren, was maßgeblich zur natürlichen Kühlung der Räume beiträgt. Zur einen Seite kommt zwischen den Klassenzimmern der angrenzende Teich zum Vorschein, während sich auf der anderen Seite der Pausenhof mitsamt Volleyballfeld befindet. Dieser wird zusätzlich eingefasst von den Räumen des Lehrerzimmers und vom üppigen Grün auf dem Grundstück. Das Grün der Bäume und der Lotuspflanzen, die den Teich bedecken, kontrastiert mit den rötlichen Wänden der Schule. Doch die Farbe des Gebäudes ist keineswegs künstlich zustande gekommen, sondern sie ergibt sich aus dem Baumaterial – der Erde des Grundstücks. Es wurden nur lokale Materialien verwendet, damit nach der Regenzeit die wenigen notwendigen Reparaturarbeiten ohne großen Aufwand vonstatten gehen können. Aus der ziemlich lehmhaltigen Erde wurden Ziegel geformt, die als Bausteine für alle Wände verwendet wurden. Die Öffnungen sind aus Bambus und Eukalyptuszweigen gefertigt. Sie erhielten je nach Zimmer eine andere kräftige Farbe. So können sich die Kinder schnell orientieren. Die Farbigkeit erzeugt mit geringem Aufwand ein fröhliches und abwechslungsreiches Bild, ohne die Einheit der Räume infrage zu stellen.

Bei der Konstruktion der Dachstühle kamen recycelte Holzbalken zum Einsatz. Auf ihnen ruht ein einfaches Blechdach. Dank der schrägen Lagerung und den offenen Seiten kann die aufgeheizte Luft gut aus den Klassenzimmern entweichen.

Obwohl die Architekten sich nicht bei regionalen Bautraditionen bedient haben, ist das Kwel Ka Baung Migrant Learning Centre optimal an die klimatischen Bedingungen angepasst. Noch dazu ist es ein Exempel für praktikable, kostengünstige Architektur, die über große räumliche Qualitäten verfügt – auch weil sie eine starke Verbindung zur Landschaft hält.

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