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Justizpalast Córdoba, Mecanoo + Ayesa, Foto: Fernando Alda

Moderne Patios: Mecanoo + Ayesa entwerfen Justizpalast in Córdoba

Das Projekt befindet sich in Arroyo del Moro, einem westlichen Stadtteil Córdobas. Dort entwickelt sich der längliche Bauplatz von Nord nach Süd und reiht sich in die junge Nachbarschaft ein. Rundum von Straßen eingefasst, erfolgt die Haupterschließung aus nördlicher Richtung. Dort verbindet eine Rampe das Straßenniveau mit dem, wie auf einem Podest thronenden, Justizpalast. Dieser Ort bildet gleichzeitig einen Vorplatz mit Anschluss an die angrenzenden Gärten Huerta del Sordillo.

Ansonsten erstreckt sich der Bau über das komplette Grundstück. Er umfasst fünf Geschosse und erscheint trotz seiner enormen Dimensionen nicht monumental, sondern nahezu kleinteilig. Diesen Effekt erzielen die Architekten Mecanoo und Ayesa über tiefe Einschnitte in die Kubatur und mittels skulpturaler Atrien. Sie »zerstückeln« den Baukörper und schaffen eine Geometrie, die von oben wie ein Puzzle anmutet. Die Zäsuren lockern die Struktur auf, bringen Licht bis zu den mittig liegenden Räumen und werden zu luftigen Patios. Sie wirken wie eine moderne Interpretation der maurischen Architektur und regulieren das Raumklima des Baus auf natürliche Weise – ganz ohne aufwendige Technik.

Die Fassadengestaltung unterstreicht die Einschnitte. Während die straßenseitigen Ansichten allesamt in weiße Paneele gekleidet sind, heben sich die Innenhöfe in ihrer Optik klar ab. Eine filigrane Struktur aus Keramikelementen in einem warmen Bronzeton kleidet die Patios. Diese besteht aus regelmäßig aneinandergereihten Längselementen und kurzen, arhythmischen Querstücken, die die darunterliegenden Oberflächen wie ein zarter Vorhang umspielen. Die weißen Betonwände hingegen ziert ein Muster aus unterschiedlich großen, geometrischen Formen, die sie nicht nur überziehen, sondern zum Teil auch perforieren und dadurch für abwechslungsreiche Lichteffekte in den Räumen sorgen.

Im Inneren organisieren sich sämtliche Bereiche um eine zentrale Achse, die als verbindendes Rückgrat fungiert. Von ihr aus erfolgt der Zugang zu den unterschiedlichen Abteilungen. Diese gliedern sich in die einzelnen Trakte des Justizpalastes auf, die die Einschnitte formen. Aufgrund der enormen Größe des Gebäudes gibt es zu sämtlichen Innenhöfen jeweils kleinere Zugänge. Die Raumaufteilung sieht die öffentlichen Bereiche, wie Gerichtssäle und Restaurant in den unteren Geschossen vor und führt mit zunehmender Höhe zu privateren Funktionen, wie beispielsweise den Büros. Archive und Gefängnis befinden sich unter Tage. Materialtechnisch runden Mecanoo und Ayesa den Justizpalast mit einem Mix aus hellen Oberflächen und warmem Holz ab, das sich in Form von Einbauten und Verkleidungen wiederfindet.

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