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Nikolaus-Cusanus-Akademie, Brixen, MoDusArchitects, Foto: Gustav Willeit

Moderne unverhüllt: Sanierung der Nikolaus-Cusanus-Akademie in Brixen

Die Nikolaus-Cusanus-Akademie am Altstadtrand von Brixen in Südtirol ist in vieler Hinsicht ein Erstlingswerk: Entworfen hat sie der zu Baubeginn 1960 gerade einmal 33-jährige, aus Brixen gebürtige Architekt Othmar Barth (1927-2010). Erstmals hielt mit dem Neubau die Architekturmoderne Einzug in den historischen Stadtkern, weshalb Barths Planungen auch heftig kritisiert wurden. Jahre später wurde die Akademie als erstes modernes Gebäude in der Provinz Bozen unter Denkmalschutz gestellt.

Jetzt haben MoDusArchitects das von der Diözese betriebene Seminar- und Tagungsgebäude behutsam saniert und erweitert. Die Arbeiten betrafen nicht nur Barths Hauptgebäude, sondern auch die beiden historischen Nachbarbauten, das Paul-Norz-Haus und das Mühlhaus, in denen sich ebenfalls Tagungs- und Übernachtungsräume befinden. Viel ist auf den ersten Blick nicht zu sehen von der 14,3 Millionen Euro teuren Maßnahme. Der Löwenanteil des Geldes floss in die Erneuerung der Haustechnik, die barrierefreie Erschließung und eine unterirdische Erweiterung unter dem Platz zwischen den drei Gebäuden. Dort deutet lediglich ein U-förmiges Glasoberlicht an, dass sich unter dem Pflaster zwei neue Konferenzsäle befinden. Insgesamt gibt es in der Akademie nun deren zehn; dazu kommen 55 Gästezimmer mit insgesamt 96 Betten. Ihre Zahl hat sich reduziert, dafür hat nun jedes Zimmer ein eigenes Bad.

Barths Hauptgebäude ist ein äußerlich eher spröder Sichtbeton- und Ziegelbau. Seine wahren Qualitäten kommen erst im Innenraum voll zur Geltung. Hier ging es MoDusArchitects vor allem darum, Räume und Sichtachsen zu öffnen und mehr Tageslicht hereinzulassen. Aus dem niedrigen Eingangsbereich steigt man ein Halbgeschoss nach oben in den neu eingerichteten Restaurantbereich mit Café und Freiterrasse, das sich zum Fluss Eisack hin orientiert. Ein weiteres Halbgeschoss höher liegt das Herzstück des Hauses, die zweigeschossige, von Galerien gesäumte und von Tonnendächern aus Sichtbeton überwölbte große Halle. An ihrem Kopfende, wiederum einige Treppenstufen höher, folgt ein weiterer großer Konferenzsaal, der sich mit Schiebewänden von der Halle trennen lässt. Diese Split-Level-Anordnung ist nun besser erfahrbar als zuvor, vor allem weil MoDusArchitects die zuvor labyrinthische Wegeführung im Erdgeschoss begradigt haben. Ein neues Treppenhaus mit Durchlader-Aufzug verbindet alle Halbebenen miteinander und mit dem unterirdischen Erweiterungsbau.

Modifikationen am Innenausbau beschränkten die Architekten auf das absolut Nötigste. Dazu zählen neue Trennwände und Bodenbeläge in den Seminarräumen, abgehängte Decken im Erdgeschoss, Downlights in den Gewölbekappen und teilweise neues Mobiliar in den Büros und Gästezimmern. Die original erhaltenen Finn-Juhl-Stühle in den Sälen und Gemeinschaftsbereichen wurden hingegen lediglich restauriert.

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