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Moderner Glasbau in Gründerzeitambiente schließt Baulücke

Caparol Farben Lacke, Glasbau, Darmstadt, Bürogebäude
Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Britta Hüning

In Darmstadt sorgt ein transparentes und elegantes Bürogebäude des Architekturbüros opus Architekten für Furore. Das Gebäude schließt eine Baulücke, das benachbarte Gründerzeitgebäude wurde zudem saniert und aufgestockt. Auch ökologisch erfolgte eine Aufwertung.

Die Architekten suchten ein Grundstück für ein Gebäude, in dem sie Wohnen und Arbeiten verbinden können. Sie fanden eine Baulücke neben einem stark sanierungsbedürftigen Altbau. Entstanden ist ein spektakulärer Neubau mit einer klar gegliederten Fassade aus Glas und Metall. Die Architekten bauten ein transparentes Haus, durch das man hindurchschauen kann und das ideale helle Arbeitsplätze bietet. Dennoch orientiert sich der moderne Bau an der Architektur der Gründerzeit. Hierzu wurde das die Gebäudestruktur prägende Raster der Nachbarhäuser auf die Fassade des Neubaus übertragen. So sind die dreifach-verglasten Elemente des Neubaus ebenso breit wie die Fenster der Nachbargebäude. Außerdem bilden Sockel und Oberkante eine Linie mit den Nachbarhäusern. Im Sockelgeschoss sind die Stellplätze untergebracht.

Ganz anders war die Strategie beim benachbarten zweigeschossigen Altbau. Die vorhandene historische Substanz sollte erhalten bleiben. Das Gebäude, das sich in einer Häuserreihe befindet, die unter Ensembleschutz steht, wurde umfassend und detailgetreu saniert. Entsprechend der historischen Bebauung wurde es um eine Etage aufgestockt, sodass es sich an die Höhe der benachbarten Altbauten anpasst. Außerdem wurde es nach hinten um 2 m verlängert. Und es enthält auch moderne Elemente, wie das Solardach oder die Wärmedämmung mit Dalmatinerplatten von Capatect im aufgestockten und im angebauten Teil. Im Altbau befinden sich zwei Maisonettewohnungen, von denen die obere von den Bauherren bewohnt wird. Vom Dachgeschoss aus gelangt man auf die 100 m2 große Terrasse des Neubaus. Neu- und Altbau sind über ein gemeinsames Treppenhaus verbunden.

Um die Stilelemente der Altbaufassade möglichst detailgenau zu rekonstruieren, wurden Capapor-Fassadenprofile von Caparol verwendet. Diese Profile und Elemente aus Leichtbaustoff eignen sich hervorragend für die Fassaden- und Innenraumgestaltung. Zuvor wurden die bestehenden Bossen und Profile genauestens aufgemessen. Verblüffenderweise sehen sie den historischen Bossen und Profilen so ähnlich, dass man sie optisch nicht unterscheiden kann. Außerdem kamen verschiedene Lacke und Innen-Dispersionsfarben zum Einsatz. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne mit historischer Architektur harmonieren und daraus ein neues Gesamtwerk entstehen kann, ohne dass eines der beiden an seiner eigenen Wirkung verliert.

Auf dem Dach des Altbaus ist moderne Solartechnik mit Photovoltaik- und Solarthermie-Flächen platziert. Eine Lüftungsanlage mit hoch effizienter Wärmerückgewinnung senkt den Heizenergiebedarf noch weiter und garantiert den notwendigen Luftwechsel ohne Lüftungswärmeverluste. Ein Erdwärmetauscher im Garten sorgt zusätzlich für einen Temperaturausgleich. Dort sammelt auch eine 10000 l fassende Zisterne Regenwasser, das zur Gartenbewässerung und Toilettenspülung verwendet wird. Die Neubauteile erfüllen Passivhausstandard, aus dem Altbau ist dank der Sanierung ein Niedrigenergie-Haus geworden. Das Projekt stößt auch bei der Bevölkerung auf großes Interesse: So kamen am Tag der Architektur rund 300 Besucher, um das Traumhaus der Architekten zu erleben.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2009

Bauen mit Glas

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