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Giubbini Architekten, Berghütte

Moderner Strickbau auf 2277m: Berghütte von Giubbini Architekten

Die ausgefallene Holzkonstruktion fällt sofort ins Auge wenn man die Mottahütte am Berggipfel aufblitzen sieht.
In Anlehnung an die bekannte Formensprache der Gebäude in den Bergregionen der Schweiz entwarfen die Architekten eine moderne Form des traditionellen Strickbaus. Die offen gefügte Holzkonstruktion aus einheimischer Fichte bildet die statische Tragkonstruktion, dient der Raumgliederung und schafft durch ihre markante formale Ausbildung eine von innen nach außen durchgängige Identität. Durch die dunkel gehaltene Dämmebene, die optisch hinter der offenen Tragkonstruktion verschwindet, wirkt die Gebäudehülle filigran und leicht. Große Fensteröffnungen lassen Tageslicht in den Innenraum einfallen und sorgen für interessante Lichteffekte.
Das Tragwerk entsteht aus dem Zusammenwirken des traditionell auskragenden Daches und den Wänden und orientiert sich an der klassischen Strickbauweise. Im Gegensatz zum herkömmlichen Strickbau, bilden die Strickwände hier aber keine geschlossenen Flächen, sondern sind durch schwalbenschwanzförmige Distanzhalter, - sogenannte „Rösslis“ - aufgeständert und verleihen der Konstruktion ein luftig leichtes Muster. Der massive Unterbau nimmt die Vertikallasten des Daches über Pfetten und die Strickwände auf und dient gleichzeitig als Sockelzone des Holzbaus. Die Anschlüsse der Luftdichtigkeitsschicht zwischen den Rahmenelementen der Dämmebene und dem Dach galten als größte konstruktive Herausforderung und wurden letztendlich durch ein Gleitlager gelöst.

Das Herzstück des Restaurants ist der große Gastraum, der sich durch die Holzkonstruktion in verschiedene Zonen einteilen lässt. Entlang der Außenfassade entstehen unterschiedliche Sitznischen, die zum Speisen und Verweilen einladen, während der hochaufragende Kamin im Zentrum für die typische behagliche Hüttenatmosphäre sorgt. Der rückwärtige, massive Betonriegel ist der Servicetrakt der Gaststätte und ist so konzipiert, dass eine optimale Bedienung von Gastraum und Terrasse möglich ist. Die nach Südwesten ausgerichtete Terrasse ist in der Höhe gestaffelt und bietet so eine optimale Aussicht über das Skigebiet.

Da sich die Mottahütte im Lawinengebiet der Lenzerheide befindet, gelten erhöhte Anforderungen an die Tragkonstruktion. Außerdem wurden, aufgrund der besonderen Berglage der Hütte, die Dach- und Wandelemente sowie das Strickholz mit einem Helikopter auf die Höhe transportiert.

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