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Modernes Bürogebäude mit Reminiszenzen an die Zarenzeit

Fassaden von Stahlbau Pichler
Alle Fotos: Oskar Dariz

Vier Höfe, vier Farben, vier Seelen: der Name des Quattro Corti Business Centre mit seinen 23500 m², das in unmittelbarer Nähe der Eremitage und des Newski-Prospekts in Sankt Petersburg liegt, basiert auf der grundlegenden Eigenschaft des Projekts: vier Innenhöfe, die eigens geschaffen wurden, um den Räumen mehr Licht zu verleihen. Ein introvertiertes Gebäude, das den Besucher jedoch mit seiner Lebendigkeit und seinen direkten Anklängen an die Innenhöfe der Paläste von Petersburg überrascht. Die charakteristischen Farben Gold, Smaragdgrün, Aquamarin und Silber der Verglasungen stellen einen unmittelbaren Bezug zu der einstigen Größe der Zaren her und definieren die Fassaden der Höfe auf diskontinuierliche Weise, wobei interessante Lichtreflexe entstehen.

Der Komplex ist in zwei Teile unterteilt: von den vorher bestehenden Gebäuden blieben die Backsteingewölbe erhalten, ebenso wie die Hauptmauern aus Ziegelstein, wobei man die Felsgründungen verstärkte, die auf Holzpfähle gestützt waren. Im neu errichteten Bereich befinden sich hingegen die vier farbigen Innenhöfe. Im obersten Stockwerk wurden die beiden Gebäudeteile durch ein Metalldach mit unterschiedlichen Schrägen verbunden, um die asymmetrischen Neigungen der verschiedenen Dächer mit einer durchgehenden Struktur zu vereinen. Die Räume wurden als Orte der Begegnung konzipiert und für öffentliche Veranstaltungen, Kunstinstallationen und Ausstellungen vorgesehen. Jeder Hof zeichnet sich durch seine Einzigartigkeit aus: den Eingang des goldenen Hofs ziert eine hängende Skulptur, im blauen Hof befindet sich ein Wasserbecken, der silberne Hof hat sich ganz dem Licht verschrieben, während im grünen Hof die Pflanzen eine Hauptrolle spielen. Sämtliche Flächen sind mit weißem Travertin aus Italien verkleidet, wie auch die Kazan-Kathedrale am Newski.

Die Fassaden von Stahlbau Pichler erscheinen vollkommen transparent und bestehen aus reflektierenden Spiegelgläsern in den vier verschiedenen Farben der vier Höfe. Die Glasplatten haben unterschiedliche Neigungen und sind nicht mit der Fassadenfläche bündig, sodass die Lichtreflexe des Spiegelglases eindrucksvoll gebrochen werden, wodurch auch ein direkter Bezug zu der unregelmäßigen Fläche der Steinchen byzantinischer Mosaike hergestellt wird. Ein kaleidoskopartiger Effekt, der sich je nach Tageslicht ändert und eine Hommage an den Spiegelsaal im Großen Palast von Peterhof ist. Die Elemente haben im Durchschnitt eine Höhe von 4,5 m und eine Breite von 75 cm, mit einem durchschnittlichen Gewicht von ca. 280 kg. Die ca. 1350 Teile bestehen aus einem Aluminiumrahmen mit auf 45° geschnittenen Randprofilen, die mit Befestigungswinkeln verbunden sind. Der Rahmen wurde in der Werkstatt innen und außen komplett mit Pressteilen aus spiegelblankem Edelstahl verkleidet, das Glas wurde auf einen eingesetzten Rahmen strukturell verklebt.

Die Installation erfolgte mit Eisenbügeln, die am Bau an die Betondecken angedübelt bzw. dort, wo sich am Deckenrand ein Eisenträger befand, angeschweißt wurden. Die Toleranzen innen-außen und rechts-links werden durch die Eisenbügel garantiert, während die Toleranzen hoch-tief durch einen bereits am Element befestigten Doppelbügel aus Aluminium gesichert sind. Die Wasser- und Luftdichtigkeit wurden durch zwei vertikale Dichtungen gewährleistet, die auf der Baustelle in den Trägern verlegt wurden, sowie durch zwei weitere Dichtungen, die nach der Anbringung der Elemente entlang am oberen Querträger befestigt wurden. An der Unterseite wurde die Dichtigkeit durch die Verlegung eines Betts und einer Ummantelung garantiert, oben und an den Seiten durch eine Ummantelung und Fertigpressteile. Nach der Verlegung der Elemente wurde das horizontale Geschossband befestigt, das aus zwei spiegelblanken Edelstahlpressteilen besteht. Sie werden mit einem Schnappverschluss auf den Bügeln angebracht, die bereits an der Unterseite des Elements vorhanden sind, und anschließend mit Schrauben befestigt.

Die Brüstung besteht aus 23 vorgespannten Gläsern. Sie wurden an der Unterseite in einem C-Profil befestigt und seitlich mit einer von außen angeschraubten Pratze an Ständern von 1 m Höhe angebracht, an denen ein Handlauf verbolzt ist. Die Ständer werden durch einen Doppelbügel gehalten: der erste ist mit dem Eisenträger am Deckenrand verschweißt, der zweite ist mit einer Schraubenverbindung angebracht, um die Toleranzen zu garantieren. Für die Dichtigkeit der darunter liegenden Fassade wird durch Ummantelungen und Verbindungselemente gesorgt.

Fassaden von Stahlbau Pichler
Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2012

Fassaden

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