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Zukunft des Bauens, Modulares Bauen, München, Vorhoelzer Forum, 20. September 2018

»Modulares Bauen«, München // Programm

Für den Architekten als Verfechter architektonischer Unikate war modulares Bauen noch vor wenigen Jahren kaum relevant. Das hat sich dank der erweiterten Möglichkeiten des digitalen Planens und Bauens, der Individualisierung in der Vorfertigung mit neuartigen Verarbeitungsmöglichkeiten und nicht zuletzt aufgrund des Zeitdrucks geändert. Hohe Qualität, zuverlässige monetäre und terminliche Planbarkeit sowie kurze Montagezeiten auf der Baustelle machen das elementierte Bauen für Bauherren und Planer immer interessanter. 

Die Veranstaltung »Modulares Bauen – Große Bandbreite, vielfältige Potenziale« informiert Architekten über neueste Forschungserkenntnisse und stellt ein breites Spektrum aktueller, in modularer Bauweise geplanter und gebauter Projekte vor: von der Wiederbelebung eines Wohngebäudes zum Studentenwohnheim über vier Grundschulen bis hin zur Interimsphilharmonie in München.

Diskutieren Sie gemeinsam mit den Referenten über die Zukunft des Planens und Bauens.

 

 

 

 

REFERENTEN UND PROGRAMM

16:00 Uhr    Modular, seriell, industriell – Schlagwörter und ihre Auswirkungen auf das Bauen
Arnd Rose | Referat Forschung im Bauwesen, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn

16:30 Uhr    Prefab Housing. Produktionsprozesse und -technologien im vorgefertigten Wohnungsbau
Jun. Prof. Dr. Jutta Albus | Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen, TU Dortmund

17:00 Uhr    Modulares Bauen – eine schnelle Alternative
Jens-Olaf Nuckel | Nuckel Architekten, Hamburg

17:30 Uhr    Pause

18:00 Uhr    Modularität versus Qualität?
Prof. Tobias Wulf | Wulf Architekten, Stuttgart

18:30 Uhr    Modulares Bauen - Konzertsaal auf Zeit
Christian Hellmund | gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

19:00 Uhr    Diskussion 
Moderation: Eva Maria Herrmann, München

19:30 – 20:30 Uhr  Get-together 

Änderungen Vorbehalten.

Der Besuch der Veranstaltung ist für Sie kostenfrei. Allerdings bitten wir Sie um Verständnis, dass wir eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 € berechnen müssen, falls Sie trotz Anmeldung nicht teilnehmen können und uns nicht 3 Tage vorher darüber informieren.

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien unter detail.de/datenschutz

Wir freuen uns auf Sie!

Kurze Werbepause

  

PARTNER DER VERANSTALTUNG:

VORTRÄGE UND REFERENTEN:

Arnd Rose, BBSR
Modular, seriell, industriell – Schlagwörter und ihre Auswirkungen auf das Bauen

Die Suche nach Lösungen, die das Bauen einfacher, schneller und vor allem kostengünstiger machen sollen, hat in Deutschland Tradition. Aktuell rückt dabei die eigentliche Bauerstellung zunehmend in den Fokus. Vielfach heißt es, dass wir noch bauen wie vor Tausenden von Jahren: Stein auf Stein im handwerklichen Prozess auf der Baustelle. Demgegenüber stehen neue Möglichkeiten der digitalen Planung und immer ausgefeiltere Fertigungsmaschinen. So verwundert es nicht, dass die Idee der Vorfertigung von Gebäuden in großen Stückzahlen derzeit eine Renaissance erlebt. Andererseits ist allgemein präsent, dass der Vergleich zwischen einem Wohngebäude und einem industriellen Massenprodukt stets problematisch ist. Es wirkt wie die Quadratur des Kreises: Wie lässt sich die Individualität, die notwendig ist, damit ein Gebäude auf die Anforderungen von Nutzern und Standort reagiert, vereinen mit Rationalisierung und Serienproduktion, die den Ansatz erst wirtschaftlich machen? Der Vortrag zeigt, welche unterschiedlichen Lösungsansätze derzeit im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau erprobt werden und gibt einen Ausblick, welche Auswirkungen neue Produktionsmethoden auf das Planen der Zukunft haben können.  

Arnd Rose studierte Architektur an der RWTH Aachen und promovierte an der TU Berlin. Seit 2014 ist er im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn tätig. Im Referat Forschung im Bauwesen betreut er Projekte der Antrags- und Auftragsforschung Zukunft Bau und im Programm »Modellvorhaben im Effizienzhaus Plus Standard«.

Zukunft des Bauens, Modulares Bauen, DETAIL, München, Jun. Prof. Dr. Jutta Albus, TU Dortmund

Foto zur Verfügung gestellt von Jun. Prof. Dr. Jutta Albus

Jun. Prof. Dr. Jutta Albus, TU Dortmund
Prefab Housing. Produktionsprozesse und -technologien im vorgefertigten Wohnungsbau


Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, werden industrielle Fertigungsprozesse für Bausysteme und -komponenten untersucht, die sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad auszeichnen. Angesichts von Effizienzsteigerung und Kostensenkungspotenzialen wird insbesondere die Produktion von Subsystemen und deren Zusammenspiel am Gebäude geprüft. Systeme, zu deren Kosten und Qualitäten valide Daten vorliegen, werden so ausgewählt, dass sie aktuelle Herstellungsverfahren aus dem Bereich des vorgefertigten Wohnungsbaus repräsentieren. Die heutige Baupraxis bevorzugt Verbundkonstruktionen aus unterschiedlichen Materialien. Deswegen wird eine Untersuchungsmethodik entwickelt, die nicht Baukonstruktionen nach Material (Holz, Beton, Stahl) unterscheidet, sondern die einzelnen Subsysteme getrennt betrachtet: I. Rohbau/Tragwerk, II. Technischer Gebäudeausbau, III. Ausbau, IV. Fassade; Aus der Analyse von Produktionsprozessen und der Betrachtung von Montage, Fertigungs- und Bauzeiten sowie Kostenanteilen ergibt sich eine Bewertung des Gesamtsystems, das Optimierungspotenzial für künftige Umsetzungen im Hinblick auf die Veränderung der Stückzahlen aufzeigt. 

Jun. Prof. Dr. Jutta Albus ist Architektin und leitet die Juniorprofessur Ressourceneffizientes Bauen an der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund. Sie forscht an der Entwicklung von innovativen Planungsmethoden, die durch effiziente Fertigungstechnologien ein hohes gestalterisches Potenzial erreichen und zu ökologisch, technisch und ökonomisch hochwertigen Lösungsansätzen im Bauen führen. Jutta Albus studierte Architektur an der TU Darmstadt und hat ihre Dissertation mit dem Thema »Prefabrication and Automated Processes in Residential Construction« an der Universität Stuttgart im Jahr 2016 abgeschlossen. Vor Ihrer akademischen Tätigkeit arbeitete Sie in internationalen Architekturbüros in London, Zürich und New York.

Zukunft des Bauens, Modulares Bauen, DETAIL, München, Jens-Olaf Nuckel, Nuckel Architekten

Foto zur Verfügung gestellt von Jens-Olaf Nuckel

Jens-Olaf Nuckel, Nuckel Architekten
Modulares Bauen – eine schnelle Alternative


Die Scheibe C ist eines von fünf Hochhäusern in Halle-Neustadt, die in den 1970er-Jahren für die Arbeiter des naheliegenden Chemiewerkes errichtet wurden. Das Gebäude besteht aus Betonwänden und -decken ohne Unterzüge bzw. einer massiven Fassade und hat insgesamt 21 Geschosse. Dieses Gebäude soll künftig als Studentenheim genutzt werden. Ziel des Projektes ist es, wenige Module für diese vorhandenen Räume zu entwickeln, diese komplett vorgefertigt an die Baustelle anliefern zu lassen und in kürzester Zeit zu montieren. Die geplanten 322 Module werden komplett einschließlich Nasszelle und Innenwänden, Fenster, etc. vorgefertigt, der Wohnraum wird bauseits erweitert und nach der Montage der Module Balkonelemente davorgesetzt. Der Vortrag zeigt die komplette Entwicklung des Projektes einschließlich aller Vorteile und Schwierigkeiten.

Jens-Olaf Nuckel studierte Architektur an der Fachhochschule für Bauwesen und der Hochschule für bildende Künste, jeweils in Hamburg. Seit 1997 ist er als selbstständiger Architekt tätig. Seine aktuellen Tätigkeitsschwerpunkte sind Wohnungsbau in Modulbauweise sowie Seniorenresidenzen einschließlich Demenzstationen. Zusätzlich ist er Referent für Baurecht und Bauleitung beim Dashöfer-Verlag.

Zukunft des Bauens, Modulares Bauen, DETAIL, München, Prof. Tobias Wulf, Wulf Architekten

Foto: Wilfried Dechau

Prof. Tobias Wulf, Wulf Architekten
Modularität versus Qualität?


Unter dem Druck der wachsenden Bevölkerung müssen Städte wie München, Freiburg oder Berlin in den nächsten Jahren schnellstmöglich eine große Anzahl von Schulen und Sporthallen bauen. Dafür werden Finanzierungsprogramme in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt. Zur baulichen Bewältigung sind modulare Typenbauten vorgesehen. Bedeutet dies Masse statt Klasse. Werden wir die gleichen Fehler wie vor 50 Jahren machen, als die baulichen Ergebnisse häufig als monoton, anonym und seelenlos kritisiert wurden? Tobias Wulf meint: »Nur wenn allerhöchste Qualitätsstandards zugrunde gelegt werden, darf ein Bau als Typus in mehrfacher Ausführung realisiert werden.« Er verwendet lieber den Begriff Bautypus als Typenbau. Schulbau ist seiner Auffassung nach nicht Zweckbau sondern Kulturbau.

Tobias Wulf hat an der Universität Stuttgart Architektur studiert und nach seinem Diplom 1981 bei Prof. Hans Kammerer in den Büros von Faller+Schröder (Stuttgart/München), Auer+Weber (Stuttgart), Joachim Schürmann (Köln) und Gottfried Böhm (Köln) gearbeitet. 1987 gründete er sein eigenes Architekturbüro in Stuttgart, das er seit 1996 zusammen mit Kai Bierich und Alexander Vohl führt. Seit 2015 gehören zu den Geschäftsführern des Büros wulf architekten auch Jan-Michael Kallfaß, Ingmar Menzer und Steffen Vogt. Von 1987 bis 1991 erhielt Tobias Wulf einen Lehrauftrag für Entwerfen an der Universität Stuttgart, seit 1991 ist er Professor für Baukonstruktion und Entwerfen an der Hochschule für Technik in Stuttgart. Darüber hinaus ist er seit 1988 als Preisrichter tätig und Mitglied des Gestaltungsbeirats der Stadt Freiburg i. Br. (2013-2018) und der Stadt Regensburg (seit 2018).

Zukunft des Bauens, Modulares Bauen, DETAIL, München, Christian Hellmund, gmp Architekten

Foto: Annette Koroll

Christian Hellmund, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Modulares Bauen - Konzertsaal auf Zeit


Das Münchner Kulturzentrum Gasteig zieht während seiner fünfjährigen Sanierungsphase ab 2020 an einen Interimsstandort in München Sendling. Mit dem Leitkonzept vom Modul zum Stadtquartier erhielten Architekten von Gerkan, Marg und Partner erhielten den Zuschlag als Generalplaner. Als vorübergehender Spielort wird der modulare Neubau für eine Konzerthalle mit 1.800 Sitzplätzen zusammen mit dem Foyer in der umgebauten Halle E das Herzstück des neuen Kulturstandorts formen. Ferner kommen die anderen Nutzungen des Gasteig, darunter die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die Hochschule für Musik und Theater und die Gasteigverwaltung, in den ergänzenden temporären Bauten unter.

Christian Hellmund, geb. 1975 in Sömmerda, Dipl.-Ing. Architekt, seit 2009 im Büro von Gerkan, Marg und Partner, Projektleitungen u.a. Modernisierung/Umbau Kulturpalast Dresden, Sanierung und Umbau der Stadthalle Magdeburg, Neubau Probebühnenzentrum des Deutschen Theaters, Berlin, Neubau Interimsphilharmonie München.


ALLE VERANSTALTUNGEN IM ÜBERBLICK


Der Besuch der Veranstaltung ist für Sie kostenfrei. Allerdings bitten wir Sie um Verständnis, dass wir eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 € berechnen müssen, falls Sie trotz Anmeldung nicht teilnehmen können und uns nicht 3 Tage vorher darüber informieren.

Hamburg, 25. Mai 2018 
MULTITALENT FASSADE – Intelligent und identitätsstiftend
>Nachbericht zur Veranstaltung

Köln, 03. Juli 2018
RE-CYCLE, RE-USE – Mehrfachnutzung von Werkstoffen und baulichen Strukturen
>Nachbericht zur Veranstaltung

Berlin, 11. Oktober 2018
WOHNFORMEN IM WANDEL – Qualitäten und Freiräume für alle
>Weitere Informationen folgen

Frankfurt, 08. November 2018
DIGITAL PLANEN UND BAUEN – Hohe Individualität in der Serie
>Weitere Informationen folgen


PARTNER DER VERANSTALTUNG:

ADK Modulraum

Die ADK Modulraum GmbH wurde 2004 gegründet und ist heute der führende Hersteller technologisch hochwertigster Raummodule. Das Unternehmen bietet durch die besondere Bauweise Lebensräume auf eine einzigartige Art und Weise an. Die spezialisierten Zweckbauten werden am Firmensitz in Neresheim kosten- und bauzeitoptimiert hergestellt. Sie entsprechen architektonischen Anforderungen und den Bedürfnissen der Zeit und sind nachhaltig lebenswert. In kürzester Zeit werden schlüsselfertige Lösungen für Krankenhäuser, Hotels, Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen oder Spezialbauten für Reinräume in der industriellen Forschung und Produktion in Modulbauweise umgesetzt. Mit rund 300 Mitarbeitern plant und produziert die ADK modular und zentral an einem Ort. Die bis zu 90% vorgefertigten Räume werden zum Bestimmungsort transportiert und vor Ort montiert. Aufgrund dieser hohen Flexibilität werden ADK-Modulraum-Lösungen weltweit eingesetzt.

Velux

Velux bringt Licht ins Leben. Mit mehr Tageslicht und besseres Raumklima schaffen Velux Dachfenster mehr Lebensqualität – schließlich verbringen wir gut 90 % unserer Zeit in Gebäuden. Der weltweit größte Hersteller von Dachfenstern ist mit mehr als 10000 Mitarbeitern in rund 40 Ländern vertreten. Neben Dachfenstern und anspruchsvollen Dachfensterlösungen für geneigte und flache Dächer umfasst die Produktpalette unter anderem Sonnenschutzprodukte, Rollläden und Zubehörprodukte für den Fenstereinbau. Automatisierte Lösungen und intelligente Sensorsysteme tragen zu einem gesunden Raumklima bei und steigern den Wohnkomfort. Solarbetriebene Produkte von Velux reduzieren den Energieverbrauch und leisten einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen und Wohnen. Mit den Velux Modular Skylights bietet das Unternehmen zudem eine Lösung speziell für öffentliche und gewerbliche Gebäude an.

BAU 2019

Die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, ist die größte und bedeutendste Veranstaltung der Branche. Die nächste BAU findet vom 14. bis 19. Januar 2019 auf dem Gelände der Messe München statt. Erwartet werden rund 2.200 Aussteller aus rund 45 Ländern sowie mehr als 250.000 Besucher aus aller Welt.
Auf 200.000 m² Fläche – das Gelände ist seit Jahren komplett ausgebucht – präsentiert die BAU in 18 Messehallen Architektur, Materialien und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau und im Bestand. Sie führt, weltweit einmalig, alle zwei Jahre die Marktführer der Branche zu dieser Gewerke übergreifenden Leistungsschau zusammen. Das Angebot ist nach Baustoffen sowie nach Produkt- und Themenbereichen gegliedert.
Die BAU spricht alle an, die mit der Planung sowie mit dem BAU und dem Betrieb von Gebäuden aller Art zu tun haben. Mit mehr als 65.000 Planern ist die BAU zugleich die weltgrößte Fachmesse für Architekten und Ingenieure. Die zahlreichen attraktiven Veranstaltungen des Rahmenprogramms, darunter hochkarätige Foren mit Experten aus aller Welt, runden das Messeangebot ab.

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