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Module oder Trennwandsystem - der offene Raum will gegliedert werden

Module oder Trennwandsystem
Foto: Werner Huthmacher, D-Berlin, Abb. 3

Ein immer größerer Anteil an Arbeitsplätzen entfällt auf Tätigkeiten, die klassischerweise im Büro ausgeführt werden. Doch wie sehen diese Tätigkeiten innerhalb eines Unternehmens heute aus, wie morgen? Und welche Bedeutung spielt das Büro dabei als Raum, als Ort? Geprägt ist das Büro der Gegenwart vor allem durch eine Vielzahl und einen Wechsel von Anforderungen. Veränderung scheint mehr und mehr zur Konstanten zu werden. Was die Organisation der Büroflächen angeht setzen zukunftsorientierte Unternehmen daher zunehmend auf flexible, kombinierte Lösungen, welche die Vorteile anderer Büroformen in sich vereinen, die Nachteile aber weitmöglichst vermeiden. So entstehen mulitfunktionale Großräume mit unterschiedlichen Zonen, in denen Begegnung, Kommunikation und Know-how-Transfer ebenso möglich sind wie konzentrierte, produktive Tätigkeiten. Neben klimatischen, akustischen, beleuchtungstechnischen und ergonomischen Aspekten kommt unter architektonischen Gesichtspuntken den verschiedenen raumbildenden Elementen eine besondere Bedeutung zu. So lassen sich klassische Zellenbüros mit modernen Trennwandsystemen so konstruieren, dass sie ohne Materialverlust auch wieder rückgebaut werden können, offene Grundrisse können durch flexible Module gegliedert und den verschiedenen Bedürfnissen angepasst werden. Dem Architekten fällt daher zunächst die Aufgabe zu, sich mit den Anforderungen und der Unternehmenskultur seines Bauherrn auseinanderzusetzen, um so die für ihn geeignete Lösung herauszu­filtern, zu planen und umzusetzen.

Büroraum
Foto: Werner Huthmacher, D-Berlin, Abb. 2

Multifunktionaler offener Raum
Fossil ist im Lifestyle-Sektor eines der innovativesten Unternehmen der Welt. Kein Wunder also, dass auch die Architektur des neuen Head Offices in Grabenstätt den Schlüsselwerten Transparenz und Kommunikation folgt. Haumann & Fuchs aus Traunstein planten hier ein Open-Space-Office mithilfe des RM Raummoduls von Bene AG. Gefordert waren Arbeitsplätze, die sich rasch an veränderte Bedürfnisse und wachsende Mitarbeiterzahlen anpassen lassen. Der Hybrid aus Stellwand und Regal erwies sich hierbei als ideal. Zentraler Kern dieses Raumteilers ist ein stabiler Aluminiumrahmen, der sich auf beiden Seiten mit Paneelen, Boxen, Regalen, Tischen, Leuchten und anderem Mobiliar ausbauen lässt. Ein zurückhaltendes Design und weiße Oberflächen erzeugen in den Räumen von Fossil einen ruhigen Gesamteindruck. Das RM Raummodul wurde danach so konfiguiert, dass alle damit arbeiten können. Der leichte Aluminiumrahmen ist unten frei gehalten und ab Tischhöhe mit einem weißen Paneel, einer Ablage aus Metall und Pinnwandeinsätzen bestückt. Sie lassen sich mit Fotos, Notizen und anderen Utensilien persönlich gestalten. Dieses Element reicht bis etwa 1,13 m Höhe. Das bietet Sichtschutz und Intimität für konzentrierte Arbeit. Es entspricht aber auch exakt der Höhe der seitlichen Unterschränke, die zusätzlichen Stauraum bieten und die Grenze des individuellen Arbeitsplatzes zum Open Office definieren (Abb. 1 bis 3).

Raummodule in Büroräumen
Foto: Werner Huthmacher, D-Berlin, Abb. 1

Elegante Kombilösung
Eine klassische Kombibürolösung wurde hingegen bei dSPACE in Paderborn umgesetzt. Das Unternehmen, einer der weltweit führenden Anbieter von Hard- und Softwarelösungen für die Automobil- und Flugzeugindustrie, hat seit der Gründung 1988 ein starkes Wachstum erlebt, was den Bau einer neuen Firmenzentrale notwendig machte. Das von den Architekten Matern und Wäschle X-förmig entworfene Gebäude enthält überwiegend Büro- und Entwicklungsarbeitsplätze sowie Konferenzbereiche. Mitarbeiter sollen hier einerseits in der Lage sein, wichtige Informationen untereinander schnell auszutauschen, andererseits aber auch konzentriert und produktiv arbeiten können. Im Innenausbau setzten die Architekten daher auf transparente Trennwandkonstruktionen. Das System »fecoplan« von Feco Innenausbausysteme GmbH verzichtet komplett auf vertikale Profile. Die Glasscheiben werden direkt aneinander gereiht und nur noch oben und unten gehalten (Abb. 5).

Büromodule
Nicolay Kazakov, D-Karlsruhe, Abb. 4
Büromodule
Nicolay Kazakov, D-Karlsruhe, Abb. 5

Der teleskopartige Deckenanschluss nimmt Baukörperbewegungen und Bautoleranzen von bis zu +/- 15 mm selbstverständlich auf. Da fecoplan Teil eines Systems ist, ist die rahmenlose Glaswandkonstruktion in allen Teilen systemkompatibel zum feco-Trennwandsystem. Die Übergänge zu Vollwänden und Türelementen sind dabei klar gelöst. Als Kontrast zur volltransparenten Nurglaskonstruktion sind die Türelemente mit jeweils zwei Seitenteilen bewusst als plastische Scheibe im Holzdekor Buche ausgebildet. Dieser Charakter wird durch die flurbündige Anordnung der Türblätter und durch die verdeckte Zargenkonstruktion noch verstärkt. Die Büroquerwände sind als Vollwandelemente in weißer Melaminharzbeschichtung ausgebildet. Ergänzend zu den Büroräumen entlang der Fassaden finden sich in den Mittelzonen frei stehende, nicht raumhohe »Boxen« als Besprechungszonen (Abb. 4). Die Seitenwände der Besprechungsboxen sind innen und außen mit der schallabsorbierenden Oberfläche der Akustikelemente »fecophon« als geschlitzte Paneele mit melaminharzbeschichteter Oberfläche in Buche-Dekor ausgestattet. Diese ermöglichen eine optimale Schallabsorption im Raum.



Katja Reich

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 9/2011

Konzept Bürogebäude

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