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Schlagmann Poroton, Ziegel, Porotonziegel, Massivbau, Geschosswohnungsbau, Konstruktion

Monolithische Ziegelbauweise für einen Baulückenschluss in Regensburg

Auf der 28 ha großen Donauinsel Unterer Wöhrd befinden sich Gartenhäuser und Baumalleen, die um 1800 als Naherholungsraum für die damaligen Stadtbewohner, Handwerker und Schiffer, errichtet wurden. Die Nähe zum mittelalterlichen Stadtkern von Regensburg, seit dem Jahr 2006 samt dem Stadtamhof als Unesco-Welterbestätte ausgewiesen, sowie die historische Bebauung machen die Donauinsel zu einer der begehrtesten Wohnlagen in der Region. An der von Gründerzeitvillen gesäumten Wöhrdstraße erwarb Investor und Bauherr Hans Stockerl ein schmales Grundstück, auf dem bis Ende 2015 ein 2-geschossiger Bestandsbau mit Wohn- und Lagernutzung stand. Da hier kein Denkmalstatus vorlag, konnte dieser abgerissen und unter dem Aspekt der Nachverdichtung ersetzt werden.

Optimale Ausnutzung der Grundstücksfläche
Eine Herausforderung stellte das an der Straßenseite nur knapp 11,5 m breite Grundstück dar, das sich jedoch 25 m in die Tiefe erstreckt. Das Baufeld galt es optimal auszunutzen. So drehten die Architekten die Ausrichtung des Gebäudes und stellten es giebelseitig zur Straße. Zwei in L-Form zueinander versetzte Baukörper mit unterschiedlicher Geschosszahl schaffen einen geschützten Außenraum im hinteren Bereich, der von den Bewohnern als Garten und Spielplatz genutzt wird. Straßenseitig ist ein 5-Geschosser mit steilem Satteldach nach Norden platziert, im Innenhof eingerückt befindet sich ein 3-geschossiger Baukörper. Der Neubau orientiert sich an der Straßenflucht und greift die Traufhöhe der Nachbarbebauung bestmöglich auf.

Gestaltungsansatz im Einklang mit dem städtebaulichen Umfeld
Das Gebäude ist als schlichte, grau verputzte Lochfassade konzipiert. Die gemäß der Altstadtschutzsatzung geforderten Fensterfaschen konnten durch Laibungseinfassungen aus pulverbeschichtetem, dunkelgrauem Aluminiumblech in Abstimmung mit der Denkmalpflege stilisiert dargestellt werden. Ebenso entsprechen die Dachflächen den Satzungsauflagen durch eine ortsübliche, an den Giebelflächen aufgemauerte Biberschwanzeindeckung. Zum Innenhof sind die Gebäude mit großzügigen Fensteröffnungen und vorgesetzten filigranen Balkonanlagen ausgeführt.

Konstruktion und Materialeigenschaften
Bauherr und Architekten setzten beim Neubau auf eine Ziegelbauweise ohne Zusatzdämmung. Hierfür kam der hochwärmedämmende, perlitverfüllte Ziegel Poroton-S9 von Schlagmann Poroton in einer Wanddicke von 36,5 cm zum Einsatz. Neben den klima- und feuchteregulierenden Eigenschaften sind perlitverfüllte Ziegel geprüft emissionsarm. Architekt Werner Gruber legte bei der Wahl ebenso auf die statischen und bauphysikalischen Eigenschaften wert, da sich der Baustein für hohe Traglasten eignet sowie den erhöhten Brand- und Schallschutzeigenschaften gerecht wird. Laut Hersteller weist der Porotonziegel Poroton-S9 durch ein neues Lochbild eine um knapp 50 % höhere Tragfähigkeit auf als zuvor. Dadurch eignet er sich gerade auch für den mehrgeschossigen Wohnungsbau, wobei bis zu neun Stockwerke in monolithischer Ausführung realisiert werden können. Mit der Druckfestigkeitsklasse 12 sowie einer charakteristischen Mauerwerksdruckfestigkeit fk nach DIN EN 1996 (EC6) von 5,3 MN/m² hält der Objektziegel einer Belastung von bis zu 530 t auf 1 m2 Wand Stand. Mit einer geprüften Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (F90-AB) erreicht dieser zudem die geforderten Brandschutzvorgaben im Wohnungsbau. Das korrigierte, bewertete Schalldämm-Maß des Poroton-S9 beträgt bei einer Wanddicke von 36,5 cm 52,2 dB. Somit lassen sich mit dem Baustein auch erhöhte Schallschutzanforderungen realisieren.

 

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