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Museum in Herning

Zeichnungen
M 1:1000 Grundriss
M 1:1000 Schnitte
M 1:20 Vertikalschnitt
M 1:5000 Lageplan

Der neue Museumsbau von Steven Holl in der dänischen Stadt Herning nimmt in vieler Hinsicht Bezug auf den Kontext des Orts: auf die Geschichte der Textilindustrie ebenso wie auf Kunstwerke der Sammlung des Hemdenfabrikanten Aare Damgaard, die den Grundstock des Museums bildet. In der skulpturalen Gebäudeform sind Ausstellungsräume, Konzertsaal, Bibliothek und Open-Air-Bühne zu einem offenen kulturellen Forum verbunden. Eingebettet in eine neu modellierte Topographie ist das Museum mit seiner Umgebung verwoben: Langgestreckte Grashügel führen die Gebäudegeometrie weiter und verbinden Architektur und Landschaft. Wie Ärmel eines Hemds sind fünf streifenförmige Dachsegmente angeordnet und übereinandergelegt. Das Zentrum des Hauses bilden die beiden »treasure boxes« mit den Ausstellungsräumen, umgeben von Foyer, Café und Konzertsaal, die unabhängig vom Museumsbetrieb genutzt werden können. Geprägt sind die Innenräume von den expressiv gewölbten Dächern, die ebenfalls das Motiv der Hemdenärmel aufnehmen: Mit ihren konvex gebogenen Untersichten lassen sie an Stoffbahnen oder auch an Segel denken. Große Oberlichter leiten eine Fülle von Licht in das Gebäude; auch die Ausstellungsbereiche sind primär mit Tageslicht konzipiert. Bis in die Haptik der Fassaden setzt sich die architektonische Idee des Textilen fort. Die weißen Sichtbetonwände erscheinen wie mit einem Faltenmuster überzogen, erinnern an geknitterten Stoff, jede Pore ist sicht- und fühlbar. Die monochromen, strukturierten Oberflächen, die mithilfe in die Schalung eingelegter LKW-Planen realisiert wurden, lassen zugleich auch an Kunstwerke Piero Manzonis denken.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2010

Bauen mit Beton

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