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Museumserweiterung in Lausanne

Rund 20 Jahre nach seiner Eröffnung sollte das Olympische Museum in Lausanne umstrukturiert und erweitert werden. Mit ihrer Dachaufstockung realisierten die Architekturbüros B+W architecture und Tekhne AG aus Lausanne ein Pionierbauwerk für die Verwendung von ultra-hochfestem Beton (UHFB) im Schweizer Hochbau.

Architekten: B+W architecture in Zusammenarbeit mit Tekhne AG, beide Lausanne
Tragwerksplaner: Muttoni & Fernández Ingénieurs Conseils SA, Lausanne-Ecublens
Standort: Quai d'Ouchy 1, 1006 Lausanne, Schweiz

Erweiterung Olympisches Museum in Lausanne, Eingang
Foto: B+W architecture / Marc Schellenberg

Der auffälligste Bestandteil des Erweiterungsbaus ist ein 71×21 Meter großes Dach, mit dem die Architekten die bestehende Dachterrasse überbauten. Darunter trennt eine filigrane Glasfassade einen neu entstandenen Empfangssaal von der im Süden vorgelagerten Aussichtsterrasse. Beide Bereiche überspannt das Dachtragwerk, das wegweisend ist für die Verwendung von ultra-hochfestem Beton in der Schweiz.

Erweiterung Olympisches Museum in Lausanne, Atrium
Foto: B+W architecture / Marc Schellenberg

Im seeabgewandten, nördlichen Bereich ruht das Dach auf einer U-förmigen Konfiguration aus Betonwänden, die den Saal samt Nebenräumen dreiseitig einfasst. Entlang der Fassade hingegen tragen schlanke Vollstahlstützen, im Außenbereich 270 Millimeter starke Rundrohr-Stahlstützen die Überdachung. Diese wiederum besteht aus Stahl-Längsträgern und schlanken ­UHFB-Rippen in zwei Ebenen.

Über dem Saal, wo die höchsten Biegekräfte angreifen, sind die oben liegenden Längsrippen aus paarweise angeordneten Stahl-Hohlprofilen gefertigt. Über der Terrasse im Süden hingegen bestehen die Längsrippen aus 8 –10 Zentimeter breiten UHFB-Profilen im Achsabstand von 75 Zentimetern. Die von den Stahlträgern abgehängten Querrippen haben die gleiche Breite und den gleichen Achsabstand, sind jedoch 100 Zentimeter hoch. Sie kragen im Süden bis zu neun Meter weit aus.

Erweiterung Olympisches Museum in Lausanne, Dach
Foto: B+W architecture / Marc Schellenberg

Die auf den Querrippen aufliegende Dachdeckung aus Stahltrapezblech übernimmt zugleich die Horizontalaussteifung der Dachkonstruktion. Über der Terrasse im Süden entfallen die Trapezbleche. Hier dient der offene Betonrost als Sonnenschutz, wobei die oben liegenden Längsrippen die Querträger gegen Kippen stabilisieren. Die beiden Rippenlagen sind über Edelstahlelemente miteinander verschraubt.

Erweiterung Olympisches Museum in Lausanne
Foto: B+W architecture / Marc Schellenberg

Alle Betonrippen wurden in Abschnitten von maximal zwölf Metern Länge im Werk vorfabriziert. Um das Ausschalen zu erleichtern, erhielten sie einen leicht trapezförmigen Querschnitt. Der Beton der Rippen ist mit 200 Kilogramm Stahlfasern (Durchmesser 0,3 mm, Länge 20 mm) pro Kubikmeter sowie mit konventioneller Bewehrung und mit Vorspannlitzen (sofortiger und nachträglicher Verbund) bewehrt. Durch die hohe Dauerhaftigkeit des UHFB ließ sich die Überdeckung der Bewehrungsstähle auf 15 Millimeter ­reduzieren.

Eine ausführliche Dokumentation des Museumsdachs ist in DETAIL structure 01/2015 erschienen.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
STRUCTURE S1/2015

structure 1/2015

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